Straßen für alle – die neuen Alleen Glasgows

Die Pandemie hat unser aller Alltag grundlegend verändert. Statt in geschlossenen Räumen treffen wir uns draußen und statt mit dem Bus oder der Bahn zu fahren, nutzen wir das Fahrrad oder manchmal auch das Auto. Städte müssen auf dieses geänderte Verhalten der Bevölkerung reagieren.

Glasgow, die größte Stadt Schottlands, deren zentrale Straßen lange dem Autoverkehr vorbehalten waren, hat sich dieser Herausforderung gestellt, indem sie in umfassenden Maßnahmen mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger und neue zentrale Grünflächen geschaffen haben.

Während der Pandemie wurde Platz für Radfahrer und Fußgänger in Glasgow provisorisch mit Plastikelementen von den Straßen abgetrennt und ihnen damit mehr Raum gegeben Damit reagierte die Stadt erfolgreich auf die neuen Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen.

Langfristig leidet das Straßenbild aber unter den unansehnlichen Plastikelementen und auch das Wohlbefinden ihrer Bewohner.

Deswegen sollen in der langfristigen Alleen-Strategie in Glasgows Zentrum bis 2027 21 Straßen mit durchgehenden Fahrrad- und Fußwegen in Kombination mit einer umfassenden Begrünung angelegt werden. Die neuen Alleen sollen zentrale Orte verknüpfen und anliegende Viertel besser anbinden.

Durch die Begrünung findet eine Verschönerung der davor häufig komplett betonierten Straßen statt, und durch mehr Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer wird der motorisierte Verkehr deutlich reduziert. Somit passt sich nicht nur die Funktionalität der Straße den neuen Bedürfnissen der Bevölkerung an, sondern die neuen Alleen sind auch visuell deutlich attraktiver. Dadurch steigt die Standortattraktivität für den Einzelhandel und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Kombiniert mit neuen Technologien, wie einer individuell steuerbaren LED-Beleuchtung wird das Zentrum Glasgows so fit für die Zukunft gemacht.

Weitere Informationen

Glasgows Avenue Strategy & the Role of Beauty in Public Spaces (PDF)

Veranstaltungsaufzeichnung (Präsentation Glasgow beginnt bei Min. 78): COVID-19 – A chance for urban green recovery? (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)

Kontakt

Jamie Shields, Development and Regeneration Services, Glasgow City Council, UK  jamie.shields@glasgow.gov.uk

Paola Pasino, Development and Regeneration Services, Glasgow City Council, UK paola.pasino@glasgow.gov.uk

Hazmieh im Libanon: Ein Leuchtturm für gute Stadtpolitik

Die Stadtverwaltung von Hazmieh hat eine umfassende und effektive Strategie für die lokale Wirtschaftsentwicklung umgesetzt, bei der die Beteiligung der Öffentlichkeit und des Privatsektors an der Planung und Entscheidungsfindung die Eckpfeiler sind. Die Gemeinde hat mit Vertretern der lokalen Gemeinschaft und des Privatsektors zusammengearbeitet, um kommunale Entwicklungspläne zu formulieren, die den Wohlstand und das Gemeinwohl der lokalen Gemeinschaft in den Vordergrund stellen und die Gleichstellung der Geschlechter und die Beteiligung der Jugend sicherstellen.

Die Stadtverwaltung hat Investitionen in Hazmieh durch die Diversifizierung der lokalen Wirtschaft gefördert. Mit dem Wirtschaftsmodell „Alles unter einem Dach“ ist es der Stadt gelungen zu beweisen, dass man die Stadtgrenzen nicht verlassen muss, um sich zu versorgen, was Hazmieh zu einem wichtigen Drehkreuz für Investitionen im Libanon gemacht hat.

Kommunale Antworten auf die COVID-19 Pandemie: Smart-City-Entwicklung vorantreiben

Am 29. April fand im Rahmen des laufenden angewandten Forschungsprojekts „Recherche von Guten Praktiken und Moderation von virtuellen Veranstaltungen zum Thema Gesundheit, Wirtschaft und Governance auf kommunaler Ebene in Zeiten von COVID-19“ ein virtueller Workshop zu Smart-City-Entwicklung statt. 

Im Mittelpunkt des Workshops standen ein Überblick über die EU-Green-Deal-Agenda, Smart-Cities-Modelle und -Konzepte sowie die Vorteile der Beschleunigung von Digitalisierungsprozessen und Möglichkeiten finanzieller Anreize während der Pandemie.

Etwa 15 Teilnehmende aus Albanien, Armenien, Bulgarien, Kolumbien, Kirgisistan, Moldawien, Philippinen, Polen, Ukraine und Georgien nahmen an dem Workshop teil.

Schwerpunkte der Veranstaltung waren

  • Vorstellung des Konzepts des European-Green-Deal
  • Vorstellung von Modellen und Konzepten zur Entwicklung von Smart Cities
  • Bereitstellung von Digitalisierungslösungen für Kommunen in der Pandemiezeit
  • Aufzeigen von möglichen Finanzierungsquellen
  • Bereitstellung von Schlussfolgerungen und Vorschlägen für mögliche nächste Schritte

Nach der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmenden Zertifikate über den Abschluss des Workshops.

Programm

Die virtuelle Veranstaltung wurde mit der Begrüßung durch Dr. Piotr Żuber eröffnet. Dr. Żuber lieferte Hintergrundinformationen zum Workshop und gab einen kurzen Überblick über die Tagesordnung. Nach der Einführung leitete Frau Daiva Matonienė, internationale Beraterin, in die Kernsitzungen über.

Zwei Hauptthemen der Veranstaltung waren:

  • Smart-City-Entwicklung: Innovationen und Schlüsseltreiber
  • Beschleunigung von Digitalisierungsprozessen in der Pandemiezeit

Nach jeder Sitzung wurden die relevanten Themen diskutiert. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ihre Praktiken zu präsentieren und Herausforderungen in den Smart-City-Entwicklungsprozessen aus ihren Kommunen zu teilen.

Präsentationen

European Green Deal and Smart City Development
Ms. Daiva Matonienė, International Consultant

Improvement of local actors, project management in Lithuania
Mr. Arunas Grazulis, Expert of Public Policy and European Union programmes

Smart cities development models and concepts
Ms. Daiva Matonienė, International Consultant

Digitalization- the future is today
Ms. Daiva Matonienė, International Consultant

“ALL-IN-ONE” solution suite for smart municipalities
Mr. Edgaras Engelmanas, Head of Export, IRTC

International practices of the deposit refund system
Ms. Daiva Matonienė, International Consultant

Financial attraction possibilities
Ms. Daiva Matonienė, International Consultant

Ergebnisse

Während des Online-Workshops tauschten Vertreterinnen und Vertreter aus einer Vielzahl von Kommunen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse auf dem Gebiet der Smart-City-Entwicklung aus.

Die Teilnehmenden wurden in Themen wie: Entwicklung eines grünen Sanierungsplans, innovative Werkzeuge für die Digitalisierung und öffentlich-private Partnerschaften eingeführt. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden Empfehlungen zur Anwerbung von potenziellen Geldgebern und Fördermitteln sowie Tipps für weitere Schritte. Den Gemeindevertreterinnen und -vertretern wurden Kontaktinformationen von Fachleuten und Unternehmen mit Erfahrung auf dem Gebiet der intelligenten Stadtentwicklung gegeben, um weitere Kooperationsmöglichkeiten zu unterstützen.

The Case for a Green and Just Recovery

To provide decision-makers with more information on how stimulus packages may affect cities, this report compares how urban greenhouse gas emissions, health and jobs could fare under a green and just recovery compared to a return to a pre-COVID business-as-usual scenario, or a scenario where the world opts to spend stimulus funding on a high-carbon recovery.

The research finds that:

  • Stimulus funding that supports a green and just recovery offers a means to keep global heating below 1.5°C, and could reduce air pollution by as much as 29% between 2020-2030 compared to a return to business-as-usual. In contrast, investing an equivalent amount of stimulus funding in a high-carbon recovery would undoubtedly accelerate global heating.
  • Across the nearly 100 cities in the C40 network and their supply chains, a green and just recovery could also create over 50 million good, sustainable jobs by 2025 – over a third more than would be created by investing equivalent funds into a high-carbon recovery.

This research also shows that the timing of a green and just recovery matters, and presents a clear case for early investment. Modelling of the impacts of an ‘accelerated green recovery’ where faster capital investment enables accelerated climate action over the next five years, compared to a ’slow green recovery’ where action happens at a slower pace over 15 years, shows that:

  • An ‘accelerated green recovery’ could lead to half the per capita greenhouse gas emissions of a ‘slow green recovery‘ by 2030, meaning that an ‚accelerated green recovery‘ provides C40 cities with a greater chance of meeting their climate commitments and limiting global heating to 1.5°C.
  • An ‘accelerated green recovery’ could avert almost twice as many premature deaths (1.8 times as many) due to air pollution between 2020 and 2030, compared to a ’slow green recovery‘.
  • Capital investments that are made early on under an ‘accelerated green recovery’ could create over 80 million good, sustainable jobs by 2023, across the nearly 100 cities in the C40 network and their supply chains – more than double a ‘slow green recovery’. At a time of mass unemployment and economic hardship in many parts of the world, generating jobs now will benefit millions of families.

Kommunale Antworten auf die COVID-19 Pandemie: Krisenmanagement

Am 28. April fand im Rahmen der Connective Cities Reihe Kommunale Antworten auf die Covid-19 Pandemie ein virtueller Workshop zum Thema Krisenmanagement statt. Insbesondere beschäftigten sich die Teilnehmenden dabei mit der Bedeutung sektorübergreifender Zusammenarbeit und schneller Kommunikationsstrategien unter unvorhersehbaren Umständen.

Etwa 15 Teilnehmende aus Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Moldawien und der Ukraine nahmen an dem Workshop teil.

Schwerpunkte der Veranstaltung waren

  • Vorstellung von Krisenkommunikationsstrategien/-ansätzen
  • Einführung in die Methodik der gemeindebasierten Katastrophenrisikominderung
  • Empfehlungen über mögliche nächste Schritte

Nach der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmenden Zertifikate über den Abschluss des Workshops.

Programm

Die virtuelle Veranstaltung wurde mit einer Begrüßung durch Dr. Piotr Żuber eröffnet. Dr. Żuber lieferte Hintergrundinformationen zum Workshop und gab einen kurzen Überblick über die Tagesordnung. Im Anschluss an die Einführung leitete Herr Edmunds Akitis, internationaler Berater, den Hauptteil der Veranstaltung ein.

Der Workshop drehte sich um die folgenden drei Hauptthemen:

  • Krisenkommunikation
  • Besserer Wiederaufbau in der Pandemiezeit / Recovery
  • Gemeindebasiertes Katastrophenrisikomanagement

Zu jedem der Themen folgte eine Frage- und Antwortrunde, die es den Teilnehmenden ermöglichte, den Inhalt zu diskutieren und zu reflektieren. Auch hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Praktiken und Herausforderungen des Krisenmanagements aus ihren jeweiligen Gemeinden vorzustellen.

Präsentationen

  1. Allgemeine Präsentation des Krisenmanagements – Herr Edmunds Akitis, internationaler Berater
  2. Bewertung von guten kommunalen Praktiken in der Pandemiezeit – Herr Edmunds Akitis, internationaler Berater
  3. Methodik der gemeindebasierten Katastrophenrisikomanagementplanung – Herr Edmunds Akitis, internationaler Berater

Ergebnisse

Während des Online-Workshops tauschten Vertreterinnen und Vertreter aus einer Vielzahl von Gemeinden ihre Erfahrungen und Erkenntnisse über Kommunikationsstrategien in der Krise in ihren Gemeinden aus. Darüber hinaus setzten sie sich mit einigen guten Praktiken sowie allgemein anerkannten Strukturen von Kommunikationsansätzen auseinander. Die Identifizierung von Fake News und die Einrichtung von Frühwarnsystemen waren einige der hervorgehobenen Themen, die während der Veranstaltung diskutiert wurden.

Krisenmanagement

Instrumente des Krisenmanagements helfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im ÖGD, die Arbeitsfähigkeit der Behörden in infektiologischen Gefahrenlagen sicherzustellen. Übliche Verwaltungsstrukturen werden den Anforderungen in einer Krise in der Regel nicht gerecht. So muss beispielsweise das Informations- und Kommunikationsmanagement an den gesteigerten Aufwand angepasst werden. Bei begrenztem Fachpersonal müssen Kompetenzen deshalb zentral gebündelt und bereitgestellt werden. Das Lehrbuch soll Mitarbeitern/innen in Gesundheitsämtern, aber auch aus anderen Einrichtungen des ÖGD, praktische Hinweise geben, wie sie sich zielgerecht auf die Gefahrenabwehr in Krisensituationen vorbereiten können, und Grundlagen des Krisenmanagements vermitteln. Neben fachlichen Gesichtspunkten werden insbesondere Handlungsempfehlungen für die Einsatzplanung und Stabsarbeit gegeben. Checklisten ergänzen das Lehrbuch als praktische Hilfsmittel.

Mehrdimensional: Das Covid-19-Stadterneuerungsprogramm „Lviv tomorrow“

Die Ukraine wurde wie die meisten Länder weltweit im März 2020 stark von Corona getroffen. Die einzelnen Städte erfuhren nur geringe staatliche Unterstützung und waren bei der Bekämpfung von und dem Umgang mit COVID-19 größtenteils auf sich selbst gestellt. Trotz dieser Herausforderung und nur geringen finanziellen Ressourcen im städtischen Haushalt, gelang es der Stadt Lviv schnell und effektiv Maßnahmen zu ergreifen.

Die im Nordwesten der Ukraine gelegene Stadt mit ca. 750.000 Einwohnern etablierte das Programm „Lviv tomorrow“, das die negativen Folgen von COVID-19 abmildert und die Voraussetzung für eine Verbesserung der sozialen, ökonomischen und kulturellen Situation in der Stadt schafft. Das Programm besteht aus 80 unterschiedlichen Projekten, von denen über 50 bereits implementiert wurden.

Ein wichtiges Standbein des Programms sind die Themen Sicherheit und Gesundheit. Die Stadt Lviv verdoppelte die Zahl der zu Verfügung stehenden Krankenhausbetten und richtete ein eigenes COVID-19 Testlabor ein. So konnte die Zahl der COVID-19 Tests von 200-400 auf über 3000 täglich erhöht werden, wodurch die Nachverfolgung der Infizierten erheblich beschleunigt und die Pandemiebekämpfung verbessert werden konnte.

Die Stadt etablierte auch neue, digitale Lösungen, die es der Bevölkerung vereinfachen, zuhause zu bleiben. So wurde ein Portal geschaffen, in dem die Bevölkerung digital für städtische Dienstleistungen bezahlen kann.

Besonders der Kulturbetrieb wurde von den zur Pandemiebekämpfung notwendigen Einschränkungen stark getroffen. Die Stadt Lviv wirkt dem entgegen, indem sie Open Air Veranstaltungen und kleinere Events, z.B. auf Balkonen, fördert. So können nicht nur Arbeitsplätze in der Kulturbranche erhalten werden, sondern auch ein Teil der Lebensqualität in der Stadt bestehen bleiben. Insbesondere in den unsicheren Zeiten während der Pandemie sind kulturelle Veranstaltungen außerdem eine wichtige psychische Stütze für die Bevölkerung.

Ein weiterer Bestandteil des Programms „Lviv tomorrow“ ist die Wirtschaftsförderung. So werden in einem Projekt lokale Produzenten von Lebensmitteln unterstützt. In Zusammenarbeit mit Supermärkten werden in Lviv produzierte Lebensmittel gefördert und mit „Made in Lviv“ Aufklebern gekennzeichnet.

Die Stadt Lviv setzt mit dem umfassenden Programm „Lviv tomorrow“ auf vielen verschiedenen Ebenen an, um die Pandemie und deren Auswirkungen zu bekämpfen. Nicht nur die unmittelbaren Aspekte der Pandemie, wie die Zahl der Krankenhausbetten, sondern auch andere Bereiche des Zusammenlebens, wie der Kulturbetrieb, werden miteinbezogen. Somit wird nicht nur akut die Ausbreitung von Corona bekämpft, sondern auch eine langfristige Perspektive für die Post COVID-19 Stadt geschaffen.

Kontakt:

Mr. Oleksandr Kobzarev
Director of the City Institute. Center of strategic planning in Lviv, Ukraine
o.kobzarev@city-institute.org

Weitere Informationen:

LVIV TOMORROW. RESTORATION PROGRAM [pdf 11 Seiten]

Interaktive Präsentation über Lviv (nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)

COVID-19 implications in the Mediterranean

The brief cites regional examples from the South Mediterranean, sub-Saharan Africa and Germany on how governments and municipalities developed data dashboards and platforms and employed them in the pandemic response.

The policy brief concludes with an elaborate discussion on the implications and recommendations on how the current crisis can be turned into an opportunity for regional collaboration and promoting data-driven processes in the recovery from the pandemic.

Recommended policy actions include mapping the population that is in urgent need for vaccination, strengthening public health preparedness through bilateral and multilateral cooperation and creating Communities of Practice that contribute to promoting health equity.

Recommendations to promote data sets and data analytics in municipalities are also proposed, including the suggestion to integrate User-Friendly GIS software that is customized specifically for municipal use and written in the country’s native language, which could allow unlocking the geospatial system’s full potential.

Psycho-soziale Hilfen sind während der Pandemie wichtiger denn je

Die Corona-bedingten Lockdowns können die psycho-sozialen Probleme vieler Menschen verschärfen, etwa in der Familie oder Partnerschaft. Da ist die psycho-soziale Grundversorgung der Kommunen gefragt, flexibel zu reagieren. In München wurde etwa die Beratung von Klientinnen und Klienten mit Kindern spontan auch auf Spielplätze verlegt.