Von deutscher Seite stellten die Stadtplanungsämter der Städte Münster und München aktuelle Beispiele von integrierter Stadtentwicklung vor. So wurde klar, dass „integriert“ sowohl von der Raumplanung bis zum partizipativen Design eines Platzes alle Ebenen umfasst. Um diese Ebenen miteinander zu verbinden, setzt München auf die Entwicklung Fachleitlinien (Klimaanpassung /schwamm Stadt, Vermeidung Hitzeinseln, Mobilität, starke Wohnquartiere) und die Definition von Handlungsräumen. Münster setzt vor allem auf das Instrument der Zentrenfonds (kleinere Summen zur Förderung neuer Ideen zur Umgestaltung, einfache Beantragung) und die Aufwertung der Innenstadt als Freizeit und Aufenthaltsort.
Kategorie: Konferenzbeteiligungen
„Action for Cool Cities“
Im Rahmen der von CitiesAdapt auf der Adaptation Futures-Konferenz organisierten Sitzung nahm der Vertretende des Bezirks Kisumu in Kenia (James Nyagol) an einer Podiumsdiskussion über naturbasierte Lösungen und die Einbeziehung der einheimischen Bevölkerung für die Nachhaltigkeit von Klimaanpassungslösungen teil. Nyagol, der als leitender Beamter für den Klimawandel im Bezirk Kisumu tätig ist, berichtete von seinen Erfahrungen bei der Entwicklung einer Lösung für den Einsatz grüner Infrastrukturen zur Kühlung der Städte und zur Verringerung des Überschwemmungsrisikos entlang des Auji-Bachs in Kisumu. Die Lösung wurde im Rahmen des Connective Cities Lernprozesses „Action for Cool Cities“ entwickelt.
Außerdem wurden einige der Ergebnisse des Lernprozesses „Action for Cool Cities“ auf dem 59. ISOCARP World Planning Congress vorgestellt. Unter dem Titel „Inclusive Climate Action in Cities: An elusive goal for local authorities?“ wurden Beispiele für die entwickelten Lösungen präsentiert und diskutiert, darunter auch der Aspekt der Finanzierung. Einige Erkenntnisse aus dem Lernprozess und die entwickelten Lösungen wurden auch auf dem Urban Thinkers Campus “Heat Stress Resilience: Translating Strategy into Urban Climate Actions“ in Kairo vorgestellt.
In ähnlicher Weise präsentierten und diskutierten die Gemeinden Irbid, Bab Amman und Kufranja mit ihren Kolleg*innen die entwickelten Lösungen für grüne Infrastruktur während des Green Action Workshops in Amman, der vom „Cash for Work“ Projekt des GiZ Jordanien in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium organisiert wurde.
Connective Cities auf dem Africa Climate Summit 2023
Vom 4. bis 6. September 2023 fand in Nairobi der erste afrikanische Klimagipfel statt. Führende Politiker*innen aus aller Welt kamen zusammen, um ihre Unterstützung dafür zu bekunden, dass Afrika bei der Bewältigung des Klimawandels eine Vorreiterrolle einnimmt, und forderten, dass den Prioritäten und Ressourcen Afrikas mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Die Maßnahmen zum Klimawandel müssen sich zunehmend auf die städtische Ebene konzentrieren, da die Städte sowohl erheblich zu den Treibhausgasemissionen beitragen als auch sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind. Da der Großteil der Weltbevölkerung heute in Städten lebt, können Initiativen, die auf die Reduzierung von Emissionen und den Aufbau von Widerstandsfähigkeit auf städtischer Ebene abzielen, einen erheblichen Einfluss auf die allgemeinen Klimaziele haben. Nachhaltige Stadtplanung, Investitionen in saubere Energie und öffentliche Verkehrsmittel sowie die Entwicklung einer klimaresistenten Infrastruktur sind entscheidende Schritte, um den Klimawandel einzudämmen und das Wohlergehen der Stadtbevölkerung zu sichern. Da die Städte weiter wachsen, ist es unerlässlich, der nachhaltigen Stadtentwicklung Vorrang einzuräumen, um eine nachhaltigere und klimaresilientere Zukunft für alle zu gewährleisten.
Der Grundgedanke, dass Städte eine größere Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels spielen sollten, wurde durch die Nebenveranstaltung von Connective Cities zum Thema „Hochwasserrisikomanagement, die wesentliche Rolle der Städte und die Bedeutung der kommunalen Vorsorge“ umgesetzt. Ziel der Veranstaltung war es, die Bedeutung der Rolle der Städte bei der Bekämpfung des Klimawandels und die Vorteile des gegenseitigen Lernens und Austauschs bei der Suche nach lokalen Lösungen für eine klimaresistente Entwicklung zu unterstreichen. Die Veranstaltung gliederte sich in eine Grundsatzrede von Dr. Johanes Belle von der University of the Freestate in Bloemfontein, Südafrika, gefolgt von einer Podiumsdiskussion, an der Dr. Abdourrahmane Maikanti, Bürgermeister von Garoua lll (CM); S.E. Benjamin Chesire Cheboi, Gouverneur von Baringo County (KE); Andreas Wolter, stellvertretender Bürgermeister von Köln (DE) und Enock Tumbo, Umweltmanagementbeauftragter, Dar es Salaam (TZ) teilnahmen.
Kooperative Stadtentwicklung – Demokratie und offene Gesellschaft leben
Eine enge Kooperation von Kommunen und Zivilgesellschaft verbessert die Prozess- und Ergebnisqualität stadtplanerischer Projekte. Exemplarische Flächen und Modellprojekte schaffen Gelegenheiten, neue Kooperationsformen in der Stadtentwicklung weiter auszuloten und gemeinsam die Gestaltung inklusiver und lebenswerter Städte voranzubringen.
Eine internationale Veranstaltung von Connective Cities und der Stadt Mannheim brachte Experten aus der Bottom-up-Praxis und Vertreterinnen von Kommunen zu Fragen kooperativer Stadtentwicklung zusammen. Eingebettet war der Austausch in ein Stadtentwicklungssymposium zu den Anforderungen einer zeitgemäßen Stadtplanungskultur, zu dem die Stadt Mannheim auf dem Gelände der aktuellen Bundesgartenschau eingeladen hatte.
Die Teilnehmenden hatten reichhaltige Expertise und vielfältige Praxisbeispiele aus 15 Städten weltweit im Gepäck. Vertreten waren Kommunen aus Mittel- und Lateinamerika, Nord- und Westafrika sowie aus Europa und Osteuropa. Vorträge aus Berlin und Amsterdam sensibilisierten zunächst für eine inklusive Bottom-Up-Haltung. Adressiert wurde zudem die Frage, wie Projekte langfristig für Pioniernutzerinnen und -nutzer abgesichert und eine sozial gerechte Nutzung angesichts von Spekulation und Gentrifizierung gewährleistet werden können. In den Beispielen aus Aachen, Freetown und Juárez klang unter anderem an, wie wichtig ein feinfühliger Umgang mit den lokalen Rahmenbedingungen und auch der Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung sind.
Ein E-Mobility HUB in Lviv – Klima-Innovationen aus der Ukraine
Die ECCA ist eine alle zwei Jahre stattfindende Konferenz mit dem Ziel, Klimaberater*innen, Entwickler*innen von Klimadienstleistungen und politische Entscheidungsträger*innen auf transnationaler, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene zu inspirieren, wirksame Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen, insbesondere angesichts der immer häufiger auftretenden extremen Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände.
Die 6. ECCA 2023 wurde von einer europaweiten Zusammenarbeit organisiert, die von den einflussreichen Akteur*innen von JPI Climate und Klimaprojekt MAGICA geleitet und von der Europäischen Kommission unterstützt wurde. Die Konferenz wurde von Projekten einberufen, die Fördermittel aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020 der Europäischen Union erhalten haben.
Das Konferenzprogramm
Die ECCA-Konferenz fand vom 19. bis 21. Juni in Dublin, Irland, statt und umfasste die folgenden Themenbereiche:
- Verstärkung der Klimaschutzmaßnahmen: Unterstützung durch Klimaplattformen und -dienste.
- Anpassungsmaßnahmen an den Anstieg des Meeresspiegels und den Wandel der Küstengebiete.
- Naturbasierte Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel.
- Vorbereitung auf häufigere und schwerwiegendere Klimaextreme.
- Neuausrichtung der gesellschaftlichen Transformation durch Infragestellung zugrunde liegender Annahmen.
- Klimatische und soziale Widerstandsfähigkeit der zukünftigen Energieinfrastruktur und -systeme.
Connective Cities mit Side Event auf der Klimakonferenz COP27
Seien Sie am 12. November 2022 von 18:30 bis 20:00 Uhr (UTC+2) virtuell oder im Deutschen Pavillon auf der COP27 dabei und diskutieren Sie mit uns über Herausforderungen und Lösungen für die Energieversorgung und Energieeffizienz in Städten.
Weltweit sind Städte mit der Abhängigkeit von Energieimporten und der Energieversorgung sowie mit hohen Preisen und Preisschwankungen aufgrund von Kriegen, Konflikten und unsicheren Situationen konfrontiert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz in der Stadtentwicklung gewinnt daher derzeit weiter an Dynamik.
Wie können Städte auf Energieautarkie hinarbeiten? Welche Rolle können Städte bei der Vermeidung von Energieimporten spielen? Inwieweit können Städte und Gemeinden ihre eigene Energie produzieren?
Das Side-Event von Connective Cities und Deutschem Städtetag im Deutschen Pavillon auf der Klimakonferenz COP27 im ägyptischen Sharm-El-Sheikh befasst sich mit Herausforderungen und Beispielen guter Praxis in den Bereichen:
- Energieversorgung und Energieverbrauch der verschiedenen Sektoren in Städten
- Bewährte Praktiken zur Senkung des Energieverbrauchs (z. B. Niedrigstenergiegebäude, erneuerbare Energien, saubere Energie)
Die Keynote für die Veranstaltung übernimmt Lea Ranalder von UN-Habitat. Danach diskutieren
- Andreas Wolter, Bürgermeister aus Köln
- Melanie Grabowy, Bürgermeisterin aus Bonn
- Houcine Jrad, Bürgermeister aus Houmt Souk, Tunesien
- Georges Youssef aus der Kommune Menjez, Libanon
- Gladys Wanga, Gouverneurin des County Government Homa Bay, Kenia
Moderiert wird die Diskussionsrunde von Sabine Drees vom Deutschen Städtetag.
Die virtuelle Teilnahme ist über die Webseite des German Pavilion möglich: Side Event | Responding Russia´s war: Towards Energy Autarky on a local level (german-climate-pavilion.de)
