Digital literacy and digital municipal service design in Post-COVID-19 Cities

Die Veranstaltungsreihe „Insight Sessions: Post-COVID Urban Futures“ ist Teil des diesjährigen Connective Cities Corona-Programms und ermöglicht einen regelmäßigen, offenen Austausch zu relevanten Themen der Post-COVID-19-Ära für kommunale Fachleute weltweit. In kurzen und prägnanten virtuellen Austauschformaten sollen verschiedene Themen der nachhaltigen Stadtentwicklung während und nach der COVID-19 Pandemie diskutiert und diesbezüglich innovative Ansätze geteilt werden. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Impulse zu geben, die die Teilnehmenden zur Reflektion und zum innovativen Denken und Handeln anregen. Die offenen Gesprächsrunden finden alle drei Wochen, immer mittwochs, statt.

Gerne laden wir Sie zur zweiten Veranstaltung der Reihe zum Thema „Digital literacy and digital municipal service design in Post-COVID-19 Cities“ am Mittwoch, den 18.08, 2021 von 10:00 – 11:30 Uhr CEST ein.

Die COVID-19-Pandemie beschleunigte die digitale Transformation kommunaler Dienstleistungen. Mit der Einführung von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung wie Kontaktverfolgung oder der Nutzung des Home-Office, entstand die Notwendigkeit einer sofortigen digitalen Umsetzung vieler kommunalen Dienstleistungen.  Jetzt, nachdem wir seit über einem Jahr mit der Pandemie leben, ist die neue digitale Realität für viele, aber nicht für alle von uns, zur neuen Normalität geworden. 

Durch den rasanten Digitalisierungsprozess wurden große Teile der Bevölkerung ausgegrenzt, denen es entweder an digitalen Kompetenzen mangelt oder die keinen Zugang zur Hardware haben, um sich zu beteiligen. Dieses Problem ist für Kommunen besonders relevant, da sie die Verpflichtung haben, alle Bürgerinnnen und Bürger  in ihre Aktivitäten einzubeziehen und ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Die (neue?) digitale Kluft wird in den Bereichen Bildung, Kommunikation und vielen anderen Aspekten deutlich.  In dieser Veranstaltung werden wir uns über die Herausforderungen austauschen, vor denen die Kommunen stehen, um die digitale Kluft zu überwinden und gleichzeitig ihre digitalen Dienste zu verbessern, und über gute Beispiele in dieser Hinsicht diskutieren.

Eine detaillierte Agenda wird in Kürze bereitgestellt. Die Veranstaltung findet virtuell in der Connective Cities Community statt:

Insight Session: Digital literacy and digital municipal service design | Connective Cities Network (connective-cities.net)

Datum: Mittwoch, den 18.08.2021

Zeit: 10:00-11:30 Uhr CEST

Veranstaltungssprache: Englisch (Übersetzung tba)

Falls Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt: paulina.koschmieder@giz.de

Undifferenzierte Strategien sind kein Mittel gegen die Corona-Pandemie

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat kürzlich analysiert, wie die Städte der Welt auf die Corona-Pandemie reagiert haben. Soo-Jin Kim, Leiterin der Urban Policies and Reviews Unit der OECD, plädiert für lokal angepasste Lösungen – jetzt und für die Zeit nach dem Ende der Pandemie.

Seit März 2020 waren die lokalen Gesundheitsbehörden immer wieder in den Schlagzeilen. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Kommunalpolitik ist deutlich gestiegen. Welche Rolle haben die Kommunen bisher bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gespielt?

Soo-Jin Kim: Von Anfang an haben die Kommunen keineswegs nur darauf gewartet, dass die nationalen Regierungen ihnen sagen, was zu tun ist – vielmehr haben sie sofort selbst auf die Pandemie reagiert. Sie haben die Öffentlichkeit auf verschiedenen Wegen über die notwendigen Maßnahmen informiert, dafür gesorgt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Außerdem haben sie den Übergang zur Telearbeit unterstützt und sich um die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gekümmert, wozu insbesondere ältere Menschen und arme Bevölkerungsteile zählen. Ferner haben die Kommunen die öffentliche Grundversorgung, insbesondere das Gesundheitssystem, am Laufen gehalten und dazu beigetragen, dass die lokale Wirtschaft die Gesundheitskrise übersteht. Daher würde ich den Beitrag der Kommunen als „unverzichtbar“ bezeichnen.

Ganz unabhängig von der Krise ist festzustellen, dass die Kommunen zu jeder Zeit wichtige öffentliche Akteure sind. So entfallen in den OECD-Ländern durchschnittlich 40 Prozent aller öffentlichen Ausgaben auf subnationale Akteure. In Bundesstaaten wie Deutschland oder der Schweiz sind es sogar 50 bis 60 Prozent!

Neue Arbeitsgruppen im Netzwerk MENA: Kommunale Erholung von der Pandemie

Im Anschluss an den intensiven Wissensaustausch zu kommunalen Antworten auf die Pandemie, das 2020 zur Unterstützung des Connective Cities Netzwerks in MENA durchgeführt wurde, werden derzeit mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Ergebnisse des kollegialen Austauschs weiterzuführen. Die Arbeitsgruppen bestehen aus kommunalen Vertreterinnen und Vertretern und Partnerinnen und Partnern aus der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Thematisch stehen die folgenden Themen im Fokus:

  • Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft
  • Digitalisierung für resiliente Städte
  • Biodiversität und Umweltschutz (Auftaktveranstaltung am 9. August 2021)
  • Krisenmanagement in palästinensischen Kommunen 
  • Soziales Unternehmertum und lokale Wirtschaftsentwicklung (Auftaktveranstaltung am 12. August 2021)

Es wurden mehrere Treffen und vorbereitende Aktivitäten durchgeführt, um den Fahrplan der einzelnen Arbeitsgruppen zu formulieren. Die Kernarbeitsgruppe „Biodiversität und Umweltschutz“ hat eine Concept Note für den EU Call for Proposals „Biodiversity and Ecosystems Protection” im Libanon entwickelt und eingereicht. Um sich für diesen Aufruf zu qualifizieren, wurde ein effektives Konsortium unter dem Dach des Connective Cities Netzwerks gegründet. Zu den Mitgliedern des Konsortiums gehörten die Saint Joseph Universität (vertreten durch Dr. Jocelyne Gerard und Dr. Zaarour), die Umwelt-NGO Green Line (vertreten durch Dr. Ali Darwish) und die Gemeinde Menjez (vertreten durch ihren Bürgermeister Dr. Georges Yousef). Andere potenzielle Nutznießer der lokalen Behörden sind Beit Meri, Jezzine und der Gemeindeverband Al Buhayra, die sich in einer späteren Phase des Projekts anschließen werden. 

Wir freuen uns darauf, neue Mitglieder in diese Arbeitsgruppen aufzunehmen. Wenn Sie ein aktives Mitglied dieser Arbeitsgruppen sein möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter: muna.shalan@giz.de

Insight Sessions: Post-COVID Urban Futures

Die neue Veranstaltungsreihe „Insight Sessions: Post-COVID Urban Futures“ ist Teil des diesjährigen Connective Cities Corona-Programms und ermöglicht einen regelmäßigen, offenen Austausch zu relevanten Themen der Post-COVID-19-Ära für kommunale Fachleute weltweit. In kurzen und prägnanten virtuellen Austauschformaten sollen verschiedene Themen der nachhaltigen Stadtentwicklung während und nach der COVID-19 Pandemie diskutiert und diesbezüglich innovative Ansätze geteilt werden. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Impulse zu geben, die die Teilnehmenden zur Reflektion und zum innovativen Denken und Handeln anregen. Die offenen Gesprächsrunden finden alle drei Wochen, immer mittwochs, statt.

Gerne laden wir Sie hiermit zum Auftakt der Veranstaltungsreihe zum Thema “COVID-19 Recovery & SDG 11“ am Mittwoch, den 28. Juli 2021, von 10:00 – 11:45 Uhr CEST ein.

Neben einer kurzen Einführung in das diesjährige Connective Cities Corona-Programm werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Herausforderungen und Chancen der COVID-19-Krise und der Erholung von der Krise für die Erreichung des SDG 11, Städte und Kommunen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten, erörtert. Während diese Podiumsdiskussion werden kommunale Praktiker*innen und Expert*innen aus verschiedenen städtischen Bereichen und Weltregionen ihre unterschiedlichen Perspektiven und Erkenntnisse austauschen:

  • Faola Hodaj, Director of Innovation, Municipality of Tirana, Albania
  • Karim Elgendy, Sustainable City Strategist, London UK / MENA – Recipient of the 2013 Global Green Building Entrepreneurship Award by the World Green Building Council
  • Aditya Kumar, Executive Director, NGO Development Action Group, Cape Town, South Africa
  • Hilmar von Lojewski, Councillor for Urban Planning, Building, Housing and Traffic, Association of German Cities / Cologne, Germany

Hier ist eine detaillierte Agenda der Auftaktveranstaltung. Das vorläufige Programm der Veranstaltungsreihe wird in Kürze bereitgestellt. Die Veranstaltung findet virtuell in der Connective Cities Community statt:

Insight Session: COVID-19 Recovery and SDG 11 | Connective Cities Network (connective-cities.net)

Datum: Mittwoch, den 28. Juli 2021

Zeit: 10:00 – 11:45 Uhr CEST 

Veranstaltungssprache. Englisch. Verdolmetschung: Arabisch, Französisch, Russisch

Falls Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne:

Kontakt: paulina.koschmieder@giz.de

Erfolgreiche Pandemiebekämpfung in den Slums Lusakas, Sambia

Lusaka, die Hauptstadt Sambias, wächst rasant. Innerhalb der letzten 20 Jahre stieg die Zahl der Bewohner von einer Million auf über drei Millionen im Jahr 2020. Der formelle Wohnraum der Stadt konnte nicht schnell genug erweitert werden, weswegen vor allem die Slums einen starken Zuzug erlebten. Heute leben rund 70 Prozent der Stadtbevölkerung in Slums.

In Sambia werden von COVID-19 vor allem die dichtbesiedelten Gebiete und insbesondere die Hauptstadt Lusaka, in der über die Hälfte der registrierten Corona Infektionen des Landes erfasst wurden, getroffen.

Die Slumbewohner Lusakas sind unter anderem aufgrund der hohen Bebauungsdichte und einem oft unsicheren Beschäftigungsverhältnis besonders vulnerabel für die Auswirkungen der Pandemie. Insbesondere die durch Corona Maßnahmen verursachte Arbeitslosigkeit und darauffolgende Zahlungsunfähigkeit hat vielfältige weiterführende Folgen für die Slumbewohner, wie unter anderem:

  • Ernährungsunsicherheit
  • Räumungsdrohungen und Zwangsräumungen durch Vermieter
  • Zahlungsunfähigkeit für Wasserversorgung und Bodenmiete an die Stadtverwaltung

Das Lusaka City Council ergriff breit gefächerte Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. So wurden in den Slums die Bodenmieten, die der Stadtverwaltung geschuldet wurden, um 50 Prozent gesenkt und die Gebühren für die Legalisierung von Landbesitz stark reduziert. Dadurch wurden die Landbesitzer und Vermieter entlastet, die so teilweise auf die Mieteinnahmen verzichten konnten und von Räumungen der Bewohner absahen. 

Auch wurden aufgrund von fehlenden Zahlungen an die Wasserversorger keine Wasserleitungen mehr gekappt, denn Wasser ist für Hygiene und somit für die Pandemiebekämpfung besonders entscheidend.

Außerdem wurden, um die akuten Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen, Lebensmittel verteilt und digital Hilfsgelder ausgezahlt. Durch die Dezentralisierung können überfüllte Ausgabestellen vermieden werden. Hochfrequentierte Orte wie Märkte werden regelmäßig desinfiziert, damit die Bevölkerung dort mit minimiertem Risiko arbeiten und einkaufen kann.

Es zeigte sich, dass ein sektorübergreifender Ansatz und die Einbeziehung von verschiedenen Interessensgruppen und lokalen Gemeindevorstehern notwendig war, um Ressourcen zu bündeln und doppelte Arbeit zu vermeiden.

Weitere Informationen

Urbanisation and proliferation of informal settlements in Lusaka, Zambia (PDF)

Veranstaltungsaufzeichnung (Präsentation Lusaka beginnt bei Min. 18): Urban Poverty and Living Conditions: Limiting COVID-19 Impacts in Densely Populated Backyard Rental Areas (nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform) 

Kontakt

Danny Chibinda
Director of Housing and Social Services
Lusaka City Council, Zambia
info@lcc.gov.zm

„Fangcang Shelter Hospitals” in Wuhan, China

Die Stadt Wuhan in China wird oft als Epizentrum der Covid-19 Pandemie bezeichnet. Wie viele andere Städte stand auch Wuhan vor großen Herausforderungen, als sie Ende 2019 und Anfang 2020 mit dem Ausbruch des Virus konfrontiert wurde. Ein Mangel an medizinischem Material, an Ärzten und Krankenschwestern machte es unmöglich, die Pandemie in ihrem Anfangsstadium mit den Mitteln traditioneller Krankenhäuser einzudämmen. Um Personen mit COVID-19 schnell und in großem Umfang vom Rest der Bevölkerung zu isolieren, entwickelte die Stadt Wuhan ein neuartiges Konzept im öffentlichen Gesundheitswesen: Fangcang Shelter Hospitals.

Während des Ausbruchs der Pandemie in Wuhan wurden öffentliche Einrichtungen wie Sporthallen oder Stadien schnell in Gesundheitseinrichtungen umgewandelt. Innerhalb von zehn Tagen boten diese neuen medizinischen Schutzkrankenhäuser die grundlegenden Funktionen der Isolierung, primären Gesundheitsversorgung, Krankheitsüberwachung und schnellen Überweisung, sowie Nahrung und Unterkunft. Vor allem leichte und moderate COVID-19-Fälle wurden in diesen Schutzkrankenhäusern behandelt und isoliert, während schwere Fälle in traditionelle Krankenhäuser behandelt wurden. Diese Triage führte zu einer enormen Entlastung der traditionellen Krankenhäuser und ermöglichte die Behandlung und Isolierung einer großen Anzahl von Patientinnen und Patienten.

Darüber hinaus generierten medizinische Teams verschiedener Fachrichtungen ständig neue Erkenntnisse über die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von COVID-19 Patienten. Diese wurden mithilfe der multidisziplinären Zusammenarbeit permanent aktualisiert und halfen dabei, andere Fachleute im Gesundheitswesen auf städtischer, nationaler und internationaler Ebene zu informieren. Durch eine innovative Cloud-basierte medizinische Servicelösung konnten die Krankenhäuser zudem eine Online-Gesundheitsberatung anbieten. 

Insgesamt 16 solcher Schutzkrankenhäuser ermöglichten während des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan die Isolierung von Tausenden von Patientinnen und Patienten innerhalb kürzester Zeit. Sie boten medizinische Behandlung und Pflege und erfüllten eine wichtige Funktion, um die traditionellen Krankenhäuser zu entlasten und die Ausbreitung der Krankheit effizient zu verhindern. Für die künftige Zeit nach der Epidemie spielt die psychologische Beratung des medizinischen Personals nun eine ebenso wichtige Rolle, wie die Nachuntersuchung, Bewertung und Anpassung der Prozesse in den Schutzkrankenhäusern, damit Wuhan zukünftig noch besser auf Gesundheitskrisen vorbereitet ist.

Weitere Informationen

How do we challenge the Covid-19? – Jun Wang [pdf 2,24 mb]

Event Recording in English and Chinese (Presentation on Wuhan starts min. 6): https://conference.meet-modular.com/playback/presentation/2.0/playback.html?meetingId=ffacab8b40bcf33de7da48374038a61adb2d30df-1606200349228

Kontakt

Dr. Wang Jun,
Tongji Medical College of Huazhong University of Science and Technology in Wuhan,
Huabei Province, P.R. of China
brendawj2006@163.com

Bekämpfung der Pandemie in Aracaju, Brasilien

Brasilien gehört zu einer der Länder, die weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen sind. Aracaju, die Hauptstadt des Bundesstaates Sergipe im Nord-Osten von Brasilien, reagierte schnell und umfassend auf Covid-19.

Bereits im März 2020 wurde ein Reaktionsplan entwickelt und ein Krisenstab gegründet. So konnten noch bevor erste Fälle in der Region aufgetreten sind, Personen mit Symptomen isoliert, getestet und nachverfolgt werden. Erfolgreich war auch das zufällige Testen von Bürgerinnen und Bürgern beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, Märkten und Bahnhöfen. Durch diese Strategie konnten wöchentlich rund 3.600 PCR-Test und 1200 Schnelltests in allen 44 Stadtvierteln von Aracaju durchgeführt werden. Durch das Testen konnten a-symptomatische Fälle entdeckt und isoliert werden. Außerdem war der Schutz von Risikogruppen besonders wichtig für die brasilianische Stadt. Daher wurden diese besonders häufig und zu Hause getestet. Die Präventionsmaßnahmen beinhalteten zudem, dass Reisende am Flughafen registriert wurden.

Noch im März 2020 errichtete die Stadtverwaltung Aracaju acht medizinische Zentren, indem bis Oktober 2020 rund 130.000 Patienten versorgt wurden. Des Weiteren wurden Krankenhäuser mit Beatmungsgeräten ausgerüstet und Betten aufgestockt. In dem im Mai 2020 eröffnete Feldkrankenhaus auf einem Fußballfeld wurde mehr als 450 Patientinnen und Patienten behandelt. Dank dieser Maßnahmen konnte das Gesundheitssystem der Stadt entlastet werden.

Die Krisenkommunikation war ein weiterer zentraler Baustein in dem strategischen Management zur Bekämpfung der Pandemie in Aracaju. So wurden die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt in einem täglichen Schreiben über die neuen Infektionszahlen und Schutzmaßnahmen informiert. Ein weiteres Anliegen der Stadt war es die Bürgerinnen und Bürger emotional zu unterstützen. Daher bot Aracaju psychologische Beratung per Telefon an, ein Angebot, das mehr als 4000 Male in Anspruch genommen wurde. Dank diesen umfassenden Maßnahmen hat Aracaju einer der niedrigsten Sterberaten in Brasilien im Bezug zu Covid-19 verzeichnen können.

Weitere Informationen

Gestão Estratégica e medidas inovadoras no enfrentamento à pandemia em Aracaju/SE  –  Präsentation in Portugiesisch [PDF, 1,96 mb]

Veranstaltungsaufzeichnung in Deutsch, Spanisch und Portugiesisch (Präsentation Aracaju beginnt bei Min. 73): Strategisches management zur Bekämpfung der Pandemie in Aracaju (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)

Kontaktinformationen

Frau Waneskade Souza Barboza,
Repräsentantin der Nationalen Front der Bürgermeister (FNP)
Sekretariat für Gesundheit der Stadtverwaltung Aracaju, Aracaju, Brasilien
waneska.barboza@aracaju.se.gov.br

Kommunale Antworten auf COVID-19 im Wirtschaftsbereich

Am 27. Mai fand im Rahmen der Event Serie „Municipal Response to COVID-19” ein virtueller Workshop zum Thema “ Municipal Response to COVID-19 in Business Sector“ statt. Das Projekt wurde von dem GIZ-Projekt „Connective Cities – The Community of Practice for Sustainable Urban Development“.

Der Workshop widmete sich der Untersuchung von kommunalen Initiativen und Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die durch die COVID-19-Pandemie verursachten Herausforderungen im Wirtschafts- und Geschäftssektor zu bewältigen. Ziel war es, zu überprüfen, wie Kommunen es geschafft haben, gefährdete Unternehmen in dieser Zeit zu unterstützen. Darüber hinaus untersuchte das Web-Seminar innovative Unterstützungsprogramme für den Privatsektor als Reaktion auf COVID-19, skizzierte die Maßnahmen und Strategien, die von Städten zur Kommunikation mit dem Privatsektor eingesetzt werden, und hob die Bedeutung von Plänen zur Wiederherstellung der Geschäftstätigkeit hervor.

Etwa 40 Teilnehmende aus Armenien, Aserbaidschan, Moldawien, Georgien, Deutschland, Peru und Südafrika beteiligten sich an dem Workshop.

Programm

Die virtuelle Veranstaltung wurde mit einer Begrüßung durch Dr. Piotr Żuber eröffnet. Dr. Żuber lieferte Hintergrundinformationen zum Workshop und gab einen kurzen Überblick über die Tagesordnung. Im Anschluss an die Einführung bedankte sich Herr Irakli Samkharadze, Regionalkoordinator, Connective Cities, GIZ, bei allen Teilnehmern für ihre Teilnahme und stellte kurz das Connective Cities Projekt und dessen Ziele vor.

Der Kernteil des Workshops war nach Themen gegliedert und verlief wie folgt:

  • Präsentation der besten Praktiken in Bezug auf innovative Geschäftsansätze und Geschäftswiederherstellungspläne als Reaktion auf die COVID-19-Krise unter den Mitgliedern des Connective Cities-Netzwerks.
  • Detaillierte Fälle von kommunalen Reaktionen auf COVID-19 im Unternehmenssektor aus Lima (Peru), präsentiert von Frau Patricia Talavera, Leiterin der Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung in Lima
  • Fälle aus Kapstadt (Südafrika), vorgestellt von Herrn Lance Greyling, Direktor für Unternehmen und Investitionen der Stadt Kapstadt.
  • Fragerunde im Anschluss an die Themen der Präsentationen, in der die Teilnehmenden aktiv ihre Erfahrungen und Aspekte, die aus den vorgestellten Fällen nützlich sein könnten, diskutierten.
  • Interaktive Diskussionsrunde mit Fokus auf die Effektivität von Business Recovery Plänen auf kommunaler Ebene während der COVID-19 Pandemie. Die Teilnehmer überprüften die Rolle von Business Recovery Plänen auf kommunaler Ebene und wie diese eine reibungslosere und schnellere Erholung in der Zeit nach der Pandemie sicherstellen können. Die Diskussion wurde von Dr. Giorgi Khishtovani moderiert. Podiumsteilnehmer waren Dr. Piotr Zuber, Senior Lecturer an der Universität Warschau (Polen), und Herr Vakhtang Lomjaria, Leiter der städtischen Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung, Tiflis (Georgien).

Präsentationen

The main measures for Economic Reactivation
Ms. Patricia Talavera, Head of Economic Development Department, Lima, Peru

Enterprise & Investment, Support for SMME’s during COVID -19
Mr. Lance Greyling, City of Cape Town’s Director for Enterprise and Investment, Cape Town, South Africa

Methodology and Results of the Research on Covid-19 Responses
Mr. Giorgi Khishtovani, Research Director, PMCG

Ergebnisse

Während dieses Online-Workshops tauschten Vertreter und Vertreterinnen aus einer Vielzahl von Kommunen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse über Möglichkeiten der Geschäftsrückgewinnung aus.

Den Teilnehmenden wurden verschiedene bereits umgesetzte Sanierungspläne oder Aktivitäten aus der ganzen Welt vorgestellt. Außerdem erhielten sie einen Einblick in einige zukünftige Möglichkeiten und Trends der Geschäftsrückgewinnung aus der ganzen Welt.  Ein solches Beispiel, insbesondere ein Plan zur Unterstützung von Unternehmen in Tiflis, Georgien, wurde von dem Vertreter der Regierungsbehörde selbst vorgetragen.

Abfallwirtschaft in Vushtrri, Kosovo

Die Strategie und Umsetzung der Abfallwirtschaft der Stadt Vushtrri

Die Stadt Vushtrri im Nordosten von Kosovo mit rund 70.000 Einwohnern und einer Fläche von 345km2 hat in nur drei Jahren die Abfallwirtschaft, die Mülltrennung und das Recycling erheblich verbessert. Während vor rund drei Jahren nur 40 Prozent der Gemeinde einen Zugang zur Abfallentsorgung hatten, sind es heute 100 Prozent. Zudem sind die illegalen Mülldeponien von 100 auf 11 reduziert worden.

Wie konnte diese herausragende Leistung erzielt werden? Im Kosovo sind laut Gesetz die Kommunen für die Abfallentsorgung zuständig. Vushtrri kooperiert dafür mit dem Unternehmen „RWC Uniteti“ und hat jedes Haus eine Abfalltone kostenlos zur Verfügung gestellt. Außerdem zahlen auch Bürger in abgelegenen Teilen von Vushtrri trotz höheren Logistikkosten die gleichen Preise für die Müllentsorgung, wie innerhalb der Stadt. So gelingt der Stadtverwaltung vulnerable Gruppen zu schützen. Ein weiterer bedeutsamer Baustein für den Erfolg der Abfallwirtschaft in Vuhsstri ist Bildung. So wird in allen Schulen Umweltschutz und Abfallwirtschaft thematisiert, beispielsweise in sogenannte „Green Clubs“ wo Schüler Projekte zum Recycling durchführen.

Die Covid-19 Pandemie hat die Umsetzung der Abfallwirtschaft der Stadt Vushtrri vor zahlreichen Herausforderungen gestellt. Ein Problem waren die Einnahmeneinbußen im vergangenen Jahr. Unternehmen, die aufgrund der Pandemie mehrere Monate schließen mussten, sowie Familien, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, konnten die Kosten für den Service der Abfallwirtschaft nicht immer bezahlen. Zudem ist der ohnehin schon instabilen Preis für den Verkauf von recycelten Abfällen ins Schwanken geraten und gesunken.

Wie reagierte die Stadt auf diese schwierige Situation? Vushtrri erließ allen Familien, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, die Abfall-Gebühren von März bis Dezember 2020. Zudem wurde ein online Zahlungssystem eingeführt. In den neuen Aktionsplan der Abfallwirtschaft 2021-2025 werden außerdem die Lehren aus der Pandemie berücksichtigt.

Weitere Informationen:

Current Situation of the Waste Management System in Vushtrri (pdf, 980 kb)

Recording of the event (Präsentation Vushtrri beginnt bei Min. 40): Managing solid waste during the pandemic (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)  https://community.connective-cities.net/node/468

Kontakt:

Xhafer Tahiri
Bürgermeister
Stadt Vushtrri
Republik Kosovo
xhafer.sh.tahiri@rks-gov.net

Kommunale Experten gesucht: Dialogveranstaltung „Covid-19 und urbane Mobilität

Connective Cities organisiert zusammen mit der Stadt Wiesbaden und UN-Habitat eine dreitägige Dialogveranstaltung am 19., 20. und 22. Juli 2021. Die Online-Sessions sind für jeweils 3,5 Stunden inklusive Pausen angesetzt, von 13:00 bis 16:30 Uhr.

Die Veranstaltung richtet sich an deutsche und internationale kommunale Akteure aus Kommunalverwaltungen, kommunalen Unternehmen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, die sich mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf urbane Mobilität und Perspektiven für eine Post-Corona-Zukunft beschäftigen. Die sehr interaktive Veranstaltung gibt kommunalen Praktikern aus den Bereichen Stadtplanung und Verkehr die Möglichkeit, Projekte und Ideen zu diskutieren, die aktuell in ihrer Kommune umgesetzt werden oder geplant sind.

Thematische Schwerpunkte:

Nachhaltige Stadtlogistik: Impulse für grüne Logistiklösungen während und nach der Pandemie;

Radverkehr: Die Pandemie als Chance, den städtischen Raum und die Rolle des Radverkehrs neu zu betrachten;

Öffentlicher Nahverkehr: Finanzierungsmodelle neu bewerten und das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen.

Wenn Ihre Stadt derzeit an anderen Aspekten von urbaner Mobilität und Covid-19 arbeitet und Sie aktiv an der Veranstaltung teilnehmen möchten, sprechen Sie uns gerne an!

Die Ziele des dreitägigen Events:

  • Tag 1: Beispiele und gute Praktiken aus deutschen und internationalen Kommunen teilen und diskutieren;
  • Tag 2: Lösungsvorschläge zu bestehenden Herausforderungen durch die kollegiale Beratung erarbeiten;
  • Tag 3: Gemeinsam Projektideen für die weitere Zusammenarbeit entwickeln, um die identifizierten Herausforderungen anzugehen.

Die Arbeitssprache der Veranstaltung ist Englisch. Nach Absprache kann eine Verdolmetschung in andere Sprachen bereitgestellt werden. Die Teilnahme ist kostenlos und die Anmeldefrist ist der 09. Juni 2021. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im detaillierten Teilnahmeaufruf [pdf, 440 kb, 4 Seiten in Englisch].

Wenn Sie Interesse an einer aktiven Teilnahme an der Veranstaltung haben oder noch Fragen offen sind, kontaktieren Sie uns sehr gerne:

Alice Balbo, Alice.balbo@staedtetag.de, 0221-3771-573

Nikola Krause, Nikola.krause@engagement-global.de, 0228-20717-2672

Thiago Garcia, Thiago.garcia@engagement-global.de, 0228-20717-2633