Neue Arbeitsgruppen im Netzwerk MENA: Kommunale Erholung von der Pandemie

Im Anschluss an den intensiven Wissensaustausch zu kommunalen Antworten auf die Pandemie, das 2020 zur Unterstützung des Connective Cities Netzwerks in MENA durchgeführt wurde, werden derzeit mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, um die Ergebnisse des kollegialen Austauschs weiterzuführen. Die Arbeitsgruppen bestehen aus kommunalen Vertreterinnen und Vertretern und Partnerinnen und Partnern aus der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Thematisch stehen die folgenden Themen im Fokus:

  • Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft
  • Digitalisierung für resiliente Städte
  • Biodiversität und Umweltschutz (Auftaktveranstaltung am 9. August 2021)
  • Krisenmanagement in palästinensischen Kommunen 
  • Soziales Unternehmertum und lokale Wirtschaftsentwicklung (Auftaktveranstaltung am 12. August 2021)

Es wurden mehrere Treffen und vorbereitende Aktivitäten durchgeführt, um den Fahrplan der einzelnen Arbeitsgruppen zu formulieren. Die Kernarbeitsgruppe „Biodiversität und Umweltschutz“ hat eine Concept Note für den EU Call for Proposals „Biodiversity and Ecosystems Protection” im Libanon entwickelt und eingereicht. Um sich für diesen Aufruf zu qualifizieren, wurde ein effektives Konsortium unter dem Dach des Connective Cities Netzwerks gegründet. Zu den Mitgliedern des Konsortiums gehörten die Saint Joseph Universität (vertreten durch Dr. Jocelyne Gerard und Dr. Zaarour), die Umwelt-NGO Green Line (vertreten durch Dr. Ali Darwish) und die Gemeinde Menjez (vertreten durch ihren Bürgermeister Dr. Georges Yousef). Andere potenzielle Nutznießer der lokalen Behörden sind Beit Meri, Jezzine und der Gemeindeverband Al Buhayra, die sich in einer späteren Phase des Projekts anschließen werden. 

Wir freuen uns darauf, neue Mitglieder in diese Arbeitsgruppen aufzunehmen. Wenn Sie ein aktives Mitglied dieser Arbeitsgruppen sein möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter: muna.shalan@giz.de

Erfolgreiche Pandemiebekämpfung in den Slums Lusakas, Sambia

Lusaka, die Hauptstadt Sambias, wächst rasant. Innerhalb der letzten 20 Jahre stieg die Zahl der Bewohner von einer Million auf über drei Millionen im Jahr 2020. Der formelle Wohnraum der Stadt konnte nicht schnell genug erweitert werden, weswegen vor allem die Slums einen starken Zuzug erlebten. Heute leben rund 70 Prozent der Stadtbevölkerung in Slums.

In Sambia werden von COVID-19 vor allem die dichtbesiedelten Gebiete und insbesondere die Hauptstadt Lusaka, in der über die Hälfte der registrierten Corona Infektionen des Landes erfasst wurden, getroffen.

Die Slumbewohner Lusakas sind unter anderem aufgrund der hohen Bebauungsdichte und einem oft unsicheren Beschäftigungsverhältnis besonders vulnerabel für die Auswirkungen der Pandemie. Insbesondere die durch Corona Maßnahmen verursachte Arbeitslosigkeit und darauffolgende Zahlungsunfähigkeit hat vielfältige weiterführende Folgen für die Slumbewohner, wie unter anderem:

  • Ernährungsunsicherheit
  • Räumungsdrohungen und Zwangsräumungen durch Vermieter
  • Zahlungsunfähigkeit für Wasserversorgung und Bodenmiete an die Stadtverwaltung

Das Lusaka City Council ergriff breit gefächerte Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. So wurden in den Slums die Bodenmieten, die der Stadtverwaltung geschuldet wurden, um 50 Prozent gesenkt und die Gebühren für die Legalisierung von Landbesitz stark reduziert. Dadurch wurden die Landbesitzer und Vermieter entlastet, die so teilweise auf die Mieteinnahmen verzichten konnten und von Räumungen der Bewohner absahen. 

Auch wurden aufgrund von fehlenden Zahlungen an die Wasserversorger keine Wasserleitungen mehr gekappt, denn Wasser ist für Hygiene und somit für die Pandemiebekämpfung besonders entscheidend.

Außerdem wurden, um die akuten Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen, Lebensmittel verteilt und digital Hilfsgelder ausgezahlt. Durch die Dezentralisierung können überfüllte Ausgabestellen vermieden werden. Hochfrequentierte Orte wie Märkte werden regelmäßig desinfiziert, damit die Bevölkerung dort mit minimiertem Risiko arbeiten und einkaufen kann.

Es zeigte sich, dass ein sektorübergreifender Ansatz und die Einbeziehung von verschiedenen Interessensgruppen und lokalen Gemeindevorstehern notwendig war, um Ressourcen zu bündeln und doppelte Arbeit zu vermeiden.

Weitere Informationen

Urbanisation and proliferation of informal settlements in Lusaka, Zambia (PDF)

Veranstaltungsaufzeichnung (Präsentation Lusaka beginnt bei Min. 18): Urban Poverty and Living Conditions: Limiting COVID-19 Impacts in Densely Populated Backyard Rental Areas (nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform) 

Kontakt

Danny Chibinda
Director of Housing and Social Services
Lusaka City Council, Zambia
info@lcc.gov.zm

„Fangcang Shelter Hospitals” in Wuhan, China

Die Stadt Wuhan in China wird oft als Epizentrum der Covid-19 Pandemie bezeichnet. Wie viele andere Städte stand auch Wuhan vor großen Herausforderungen, als sie Ende 2019 und Anfang 2020 mit dem Ausbruch des Virus konfrontiert wurde. Ein Mangel an medizinischem Material, an Ärzten und Krankenschwestern machte es unmöglich, die Pandemie in ihrem Anfangsstadium mit den Mitteln traditioneller Krankenhäuser einzudämmen. Um Personen mit COVID-19 schnell und in großem Umfang vom Rest der Bevölkerung zu isolieren, entwickelte die Stadt Wuhan ein neuartiges Konzept im öffentlichen Gesundheitswesen: Fangcang Shelter Hospitals.

Während des Ausbruchs der Pandemie in Wuhan wurden öffentliche Einrichtungen wie Sporthallen oder Stadien schnell in Gesundheitseinrichtungen umgewandelt. Innerhalb von zehn Tagen boten diese neuen medizinischen Schutzkrankenhäuser die grundlegenden Funktionen der Isolierung, primären Gesundheitsversorgung, Krankheitsüberwachung und schnellen Überweisung, sowie Nahrung und Unterkunft. Vor allem leichte und moderate COVID-19-Fälle wurden in diesen Schutzkrankenhäusern behandelt und isoliert, während schwere Fälle in traditionelle Krankenhäuser behandelt wurden. Diese Triage führte zu einer enormen Entlastung der traditionellen Krankenhäuser und ermöglichte die Behandlung und Isolierung einer großen Anzahl von Patientinnen und Patienten.

Darüber hinaus generierten medizinische Teams verschiedener Fachrichtungen ständig neue Erkenntnisse über die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von COVID-19 Patienten. Diese wurden mithilfe der multidisziplinären Zusammenarbeit permanent aktualisiert und halfen dabei, andere Fachleute im Gesundheitswesen auf städtischer, nationaler und internationaler Ebene zu informieren. Durch eine innovative Cloud-basierte medizinische Servicelösung konnten die Krankenhäuser zudem eine Online-Gesundheitsberatung anbieten. 

Insgesamt 16 solcher Schutzkrankenhäuser ermöglichten während des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan die Isolierung von Tausenden von Patientinnen und Patienten innerhalb kürzester Zeit. Sie boten medizinische Behandlung und Pflege und erfüllten eine wichtige Funktion, um die traditionellen Krankenhäuser zu entlasten und die Ausbreitung der Krankheit effizient zu verhindern. Für die künftige Zeit nach der Epidemie spielt die psychologische Beratung des medizinischen Personals nun eine ebenso wichtige Rolle, wie die Nachuntersuchung, Bewertung und Anpassung der Prozesse in den Schutzkrankenhäusern, damit Wuhan zukünftig noch besser auf Gesundheitskrisen vorbereitet ist.

Weitere Informationen

How do we challenge the Covid-19? – Jun Wang [pdf 2,24 mb]

Event Recording in English and Chinese (Presentation on Wuhan starts min. 6): https://conference.meet-modular.com/playback/presentation/2.0/playback.html?meetingId=ffacab8b40bcf33de7da48374038a61adb2d30df-1606200349228

Kontakt

Dr. Wang Jun,
Tongji Medical College of Huazhong University of Science and Technology in Wuhan,
Huabei Province, P.R. of China
brendawj2006@163.com

Bekämpfung der Pandemie in Aracaju, Brasilien

Brasilien gehört zu einer der Länder, die weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen sind. Aracaju, die Hauptstadt des Bundesstaates Sergipe im Nord-Osten von Brasilien, reagierte schnell und umfassend auf Covid-19.

Bereits im März 2020 wurde ein Reaktionsplan entwickelt und ein Krisenstab gegründet. So konnten noch bevor erste Fälle in der Region aufgetreten sind, Personen mit Symptomen isoliert, getestet und nachverfolgt werden. Erfolgreich war auch das zufällige Testen von Bürgerinnen und Bürgern beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, Märkten und Bahnhöfen. Durch diese Strategie konnten wöchentlich rund 3.600 PCR-Test und 1200 Schnelltests in allen 44 Stadtvierteln von Aracaju durchgeführt werden. Durch das Testen konnten a-symptomatische Fälle entdeckt und isoliert werden. Außerdem war der Schutz von Risikogruppen besonders wichtig für die brasilianische Stadt. Daher wurden diese besonders häufig und zu Hause getestet. Die Präventionsmaßnahmen beinhalteten zudem, dass Reisende am Flughafen registriert wurden.

Noch im März 2020 errichtete die Stadtverwaltung Aracaju acht medizinische Zentren, indem bis Oktober 2020 rund 130.000 Patienten versorgt wurden. Des Weiteren wurden Krankenhäuser mit Beatmungsgeräten ausgerüstet und Betten aufgestockt. In dem im Mai 2020 eröffnete Feldkrankenhaus auf einem Fußballfeld wurde mehr als 450 Patientinnen und Patienten behandelt. Dank dieser Maßnahmen konnte das Gesundheitssystem der Stadt entlastet werden.

Die Krisenkommunikation war ein weiterer zentraler Baustein in dem strategischen Management zur Bekämpfung der Pandemie in Aracaju. So wurden die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt in einem täglichen Schreiben über die neuen Infektionszahlen und Schutzmaßnahmen informiert. Ein weiteres Anliegen der Stadt war es die Bürgerinnen und Bürger emotional zu unterstützen. Daher bot Aracaju psychologische Beratung per Telefon an, ein Angebot, das mehr als 4000 Male in Anspruch genommen wurde. Dank diesen umfassenden Maßnahmen hat Aracaju einer der niedrigsten Sterberaten in Brasilien im Bezug zu Covid-19 verzeichnen können.

Weitere Informationen

Gestão Estratégica e medidas inovadoras no enfrentamento à pandemia em Aracaju/SE  –  Präsentation in Portugiesisch [PDF, 1,96 mb]

Veranstaltungsaufzeichnung in Deutsch, Spanisch und Portugiesisch (Präsentation Aracaju beginnt bei Min. 73): Strategisches management zur Bekämpfung der Pandemie in Aracaju (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)

Kontaktinformationen

Frau Waneskade Souza Barboza,
Repräsentantin der Nationalen Front der Bürgermeister (FNP)
Sekretariat für Gesundheit der Stadtverwaltung Aracaju, Aracaju, Brasilien
waneska.barboza@aracaju.se.gov.br

Kommunale Antworten auf COVID-19 in der MENA-Region

Austausch von Good Practices und Erfahrungen und kollegiale Beratung zu sieben Themen in einer Reihe von Veranstaltungen mit über 150 Teilnehmenden aus 54 Städten aus neun Ländern der Region.

Mehr: https://youtu.be/uzxS9j3Lfug

Weitere Videos und demnächst auch Interviews und Podcasts auf unserer COVID-19-Themenseite.

Abfallwirtschaft in Vushtrri, Kosovo

Die Strategie und Umsetzung der Abfallwirtschaft der Stadt Vushtrri

Die Stadt Vushtrri im Nordosten von Kosovo mit rund 70.000 Einwohnern und einer Fläche von 345km2 hat in nur drei Jahren die Abfallwirtschaft, die Mülltrennung und das Recycling erheblich verbessert. Während vor rund drei Jahren nur 40 Prozent der Gemeinde einen Zugang zur Abfallentsorgung hatten, sind es heute 100 Prozent. Zudem sind die illegalen Mülldeponien von 100 auf 11 reduziert worden.

Wie konnte diese herausragende Leistung erzielt werden? Im Kosovo sind laut Gesetz die Kommunen für die Abfallentsorgung zuständig. Vushtrri kooperiert dafür mit dem Unternehmen „RWC Uniteti“ und hat jedes Haus eine Abfalltone kostenlos zur Verfügung gestellt. Außerdem zahlen auch Bürger in abgelegenen Teilen von Vushtrri trotz höheren Logistikkosten die gleichen Preise für die Müllentsorgung, wie innerhalb der Stadt. So gelingt der Stadtverwaltung vulnerable Gruppen zu schützen. Ein weiterer bedeutsamer Baustein für den Erfolg der Abfallwirtschaft in Vuhsstri ist Bildung. So wird in allen Schulen Umweltschutz und Abfallwirtschaft thematisiert, beispielsweise in sogenannte „Green Clubs“ wo Schüler Projekte zum Recycling durchführen.

Die Covid-19 Pandemie hat die Umsetzung der Abfallwirtschaft der Stadt Vushtrri vor zahlreichen Herausforderungen gestellt. Ein Problem waren die Einnahmeneinbußen im vergangenen Jahr. Unternehmen, die aufgrund der Pandemie mehrere Monate schließen mussten, sowie Familien, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, konnten die Kosten für den Service der Abfallwirtschaft nicht immer bezahlen. Zudem ist der ohnehin schon instabilen Preis für den Verkauf von recycelten Abfällen ins Schwanken geraten und gesunken.

Wie reagierte die Stadt auf diese schwierige Situation? Vushtrri erließ allen Familien, die unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen leben, die Abfall-Gebühren von März bis Dezember 2020. Zudem wurde ein online Zahlungssystem eingeführt. In den neuen Aktionsplan der Abfallwirtschaft 2021-2025 werden außerdem die Lehren aus der Pandemie berücksichtigt.

Weitere Informationen:

Current Situation of the Waste Management System in Vushtrri (pdf, 980 kb)

Recording of the event (Präsentation Vushtrri beginnt bei Min. 40): Managing solid waste during the pandemic (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)  https://community.connective-cities.net/node/468

Kontakt:

Xhafer Tahiri
Bürgermeister
Stadt Vushtrri
Republik Kosovo
xhafer.sh.tahiri@rks-gov.net

COVID-19: Die lokale Umsetzung von Impfstrategien und Impfkommunikation in Kommunen

Seit Dezember 2020 organisieren Kommunen weltweit die Impfung ihrer Bürgerinnen und Bürger gegen COVID-19. Sie müssen nicht nur für einen reibungslosen Ablauf der Impfungen sorgen, sondern auch mit innovativen Kommunikationsstrategien das Vertrauen der Menschen gewinnen und vulnerable Gruppen wie ältere Menschen und Geflüchtete mit wichtigen Informationen zur Impfung erreichen.

Der virtuelle Fachaustausch zu Impfstrategien und Impfkommunikation am 22. und 25. März 2021, an dem acht Kommunen und zwei Kommunalverbände aus Deutschland, Israel, Kolumbien, Serbien und Togo teilnahmen, ist Teil einer COVID-19-Veranstaltungsserie der internationalen Städteplattform Connective Cities. Die Online-Veranstaltungsreihe gibt Kommunen aus aller Welt seit Sommer 2020 die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen, sich gegenseitig zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie zu beraten und gemeinsam Lösungen zum Pandemiemanagement zu erarbeiten.

Stari Grad: wie eine Impfkampagne auch Risikogruppen erreichen kann

Wer in Serbien geimpft werden möchte, muss – wie in vielen anderen Ländern – in einem Online-Portal einen Termin vereinbaren und erhält dann die Vakzine in einem Impfzentrum. Was geschieht aber mit älteren Menschen und anderen, die keinen Internetzugang haben oder nicht mit digitalen Geräten umgehen können? Oder die nicht selbst zum Impfzentrum kommen können? Das serbische Stari Grad zeigt, wie eine Kommune diese wichtige Zielgruppe ihrer Impfkampagne trotzdem erreichen kann.

Erfolgsrezept für Impfkampagnen: kommunizieren und koordinieren

Ungeduldige oder skeptische Bürgerinnen und Bürger, lange Zeit zu wenig Impfstoff, immer wieder neue Erlasse, die es schnell umzusetzen gilt – die Herausforderungen für die Impfkampagnen für deutsche Kommunen sind hoch. Die Stadt Krefeld setzt in ihrer Kampagne auf Kommunikation und Koordinierung. Das Konzept hat sich bewährt.

Mehrdimensional: Das Covid-19-Stadterneuerungsprogramm „Lviv tomorrow“

Die Ukraine wurde wie die meisten Länder weltweit im März 2020 stark von Corona getroffen. Die einzelnen Städte erfuhren nur geringe staatliche Unterstützung und waren bei der Bekämpfung von und dem Umgang mit COVID-19 größtenteils auf sich selbst gestellt. Trotz dieser Herausforderung und nur geringen finanziellen Ressourcen im städtischen Haushalt, gelang es der Stadt Lviv schnell und effektiv Maßnahmen zu ergreifen.

Die im Nordwesten der Ukraine gelegene Stadt mit ca. 750.000 Einwohnern etablierte das Programm „Lviv tomorrow“, das die negativen Folgen von COVID-19 abmildert und die Voraussetzung für eine Verbesserung der sozialen, ökonomischen und kulturellen Situation in der Stadt schafft. Das Programm besteht aus 80 unterschiedlichen Projekten, von denen über 50 bereits implementiert wurden.

Ein wichtiges Standbein des Programms sind die Themen Sicherheit und Gesundheit. Die Stadt Lviv verdoppelte die Zahl der zu Verfügung stehenden Krankenhausbetten und richtete ein eigenes COVID-19 Testlabor ein. So konnte die Zahl der COVID-19 Tests von 200-400 auf über 3000 täglich erhöht werden, wodurch die Nachverfolgung der Infizierten erheblich beschleunigt und die Pandemiebekämpfung verbessert werden konnte.

Die Stadt etablierte auch neue, digitale Lösungen, die es der Bevölkerung vereinfachen, zuhause zu bleiben. So wurde ein Portal geschaffen, in dem die Bevölkerung digital für städtische Dienstleistungen bezahlen kann.

Besonders der Kulturbetrieb wurde von den zur Pandemiebekämpfung notwendigen Einschränkungen stark getroffen. Die Stadt Lviv wirkt dem entgegen, indem sie Open Air Veranstaltungen und kleinere Events, z.B. auf Balkonen, fördert. So können nicht nur Arbeitsplätze in der Kulturbranche erhalten werden, sondern auch ein Teil der Lebensqualität in der Stadt bestehen bleiben. Insbesondere in den unsicheren Zeiten während der Pandemie sind kulturelle Veranstaltungen außerdem eine wichtige psychische Stütze für die Bevölkerung.

Ein weiterer Bestandteil des Programms „Lviv tomorrow“ ist die Wirtschaftsförderung. So werden in einem Projekt lokale Produzenten von Lebensmitteln unterstützt. In Zusammenarbeit mit Supermärkten werden in Lviv produzierte Lebensmittel gefördert und mit „Made in Lviv“ Aufklebern gekennzeichnet.

Die Stadt Lviv setzt mit dem umfassenden Programm „Lviv tomorrow“ auf vielen verschiedenen Ebenen an, um die Pandemie und deren Auswirkungen zu bekämpfen. Nicht nur die unmittelbaren Aspekte der Pandemie, wie die Zahl der Krankenhausbetten, sondern auch andere Bereiche des Zusammenlebens, wie der Kulturbetrieb, werden miteinbezogen. Somit wird nicht nur akut die Ausbreitung von Corona bekämpft, sondern auch eine langfristige Perspektive für die Post COVID-19 Stadt geschaffen.

Kontakt:

Mr. Oleksandr Kobzarev
Director of the City Institute. Center of strategic planning in Lviv, Ukraine
o.kobzarev@city-institute.org

Weitere Informationen:

LVIV TOMORROW. RESTORATION PROGRAM [pdf 11 Seiten]

Interaktive Präsentation über Lviv (nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)