Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit in Zeiten von COVID-19

Seit dem weltweiten Ausbruch der Pandemie sind die Kommunen mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Nach langen Schließungen, Reisebeschränkungen, finanziellen Einbußen und Stellenstreichungen haben psychische Gesundheitsprobleme zugenommen.

Die Kommunen spielen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der Virusausbreitung und bei der Bewältigung der Gesamtsituation. Infolge dieser komplexen Aufgaben wurden bei städtischen Angestellten, Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen und Aktivist*innen der Zivilgesellschaft psychische Probleme bis hin zum Burn-out beobachtet. Auch Bürgerinnen und Bürger sind von der Pandemie psychisch betroffen und brauchen Unterstützung.

Connective Cities lädt Sie herzlich ein, am 29. September 2021 von 15:30 bis 17:30 Uhr MESZ an der virtuellen Auftaktveranstaltung des öffentlichen Gesundheit Clusters zum Thema „Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit in Zeiten von COVID-19“ teilzunehmen.

Die Veranstaltung wird sich mit den folgenden Fragen befassen:

  • Was sind die kommunalen Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit, und warum ist das Thema relevant?
  • Welche Maßnahmen werden empfohlen, um die psychische Gesundheit in den Kommunen zu fördern, auch unter Berücksichtigung begrenzter finanzieller Ressourcen?
  • Was können Kommunen tun, um die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit abzumildern?
  • Wie können verschiedene Zielgruppen erreicht werden, einschließlich derer, für die psychische Gesundheit als Tabu gilt?

Die Veranstaltung richtet sich an internationale städtische Akteure aus Kommunalverwaltungen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, die sich über ihre Herausforderungen und bewährten Verfahren im Bereich der öffentlichen Gesundheit austauschen möchten.

Ziel ist es, kommunale Herausforderungen und Praxisbeispiele vorzustellen und durch einen gemeinsamen Austausch neue Lösungsansätze zu entwickeln. Die Auftaktveranstaltung legt den Grundstein für die Bildung von Arbeitsgruppen, die diese Lösungen in gemeinsamer Abstimmung und mit Unterstützung regionaler und internationaler Expertinnen und Experten weiterentwickeln werden.

Um mehr über Ihre Erfahrungen und Wünsche für den Workshop zu erfahren, bitten wir Sie, diesen kurzen Fragebogen auszufüllen (5-7 Minuten): Umfrage zur psychischen Gesundheit | Connective Cities Network (auch auf Englisch, Arabisch, und Spanisch verfügbar). Die Ergebnisse werden während der Veranstaltung anonymisiert präsentiert.

Um sich für den Workshop anzumelden und über die Tagesordnung, die Ankündigung der Referentinnen und Referenten und weitere Details der Sitzung auf dem Laufenden zu bleiben, besuchen Sie bitte unsere Connective Cities Community.

Besuchen Sie auch unsere COVID-19-Themenseiten. Hier finden Sie weitere Veranstaltungshinweise, Videos, Gute Praktiken und Publikationen, u.a. auch zum Thema Öffentliche Gesundheit.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Auftaktveranstaltung des öffentliche Gesundheit Clusters „Stärkung der psychischen Gesundheit in Zeiten von COVID-19“

Datum: 29. September 2021

Zeit: 15:30 – 17:30 MESZ (Berliner Zeit)

Veranstaltungssprache: Englisch. Übersetzung ins Deutsche, Spanische, Arabische (tbc)

Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

Kontakt: Paulina.koschmieder@giz.de

Bekämpfung von Drogenabhängigkeit und Drogenkonsum durch eine innovative Partnerschaft

Drogensucht oder Drogenkonsumstörungen sind ein großes Problem für unsere Städte und eigentlich für alle Teile der Gesellschaft. Während der härtesten Abriegelung Südafrikas führte eine innovative Partnerschaft mit der Stadtverwaltung, Wissenschaftlern, NRO, Unternehmen und der Polizei zur Einrichtung eines Rehabilitationszentrums für Obdachlose mit Drogenproblemen im berühmten Moses-Mabhida-Stadion, dem Bellhaven Harm Reduction Centre.

Beyond Climate

When planning and investing in infrastructure projects, innovative cities bundle together a larger set of overarching objectives in the social, economic, environmental, health and governance realms. Integrating multiple benefits in climate infrastructure projects tends to enhance their political and financial/ fiscal viability, scalability, and replicability. Identifying and planning for benefits during early project development stages increase the project’s success, both in delivering positive environment and human-centred impacts, as well as in mobilising political buy-in and connecting with finance.

This report aims to show that project preparation facilities (PPFs) can and should aid in integrating climate action with other, highly synergetic development and cooperation objectives.

Krusevac während der Pandemie

Krusevac, eine Stadt im Herzen von Serbien, hat während der Pandemie zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um seine rund 58.000 Einwohner zu schützen. Das Krisenmanagement der Stadt umfasste präventive Maßnahmen. So wurde Desinfektionsmittel in 200 großen Kanistern im gesamten Stadtgebiet aufgestellt und der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem desinfizierte das öffentliche Unternehmen „Veterinary Station Kruševac“ öffentliche Einrichtungen und Plätze und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung war fester Bestandteil des Krisenmanagements. Die Stadtverwaltung von Krusevac errichtete ein temporäres Krankenhaus mit 150 Betten in einer Sporthalle, um Personen mit mildem Krankheitsverlauf zu behandeln. Außerdem wurde nach der ersten Welle ein größeres Krankenhaus mit 500 Betten gebaut, um auf die zweite Welle der Pandemie vorbereitet zu sein.

Für eine effektive und schnelle Umsetzung der COVID-Maßnahmen war nicht nur die Einbeziehung von verschiedenen Akteuren, wie beispielsweise das serbische Militär, öffentliche Unternehmen und die politische Administration der Stadt, sondern auch der Schutz von besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen relevant. Daher organisierte und koordinierte die Stadt einen Freiwilligendienst. Freiwillige verpackten und verteilten in den ersten drei Monaten der Pandemie 62.175 Essensrationen an Rentner und alleinerziehende Eltern. Zudem stellte die Stadt Taxen zur Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten zur Verfügung.

Mittlerweile (Stand Juli 2021) sind rund 45 Prozent der Einwohner von Krusevac vollständig geimpft. In den nächsten Monaten wird sich die Stadtverwaltung vor allem darauf konzentrieren das Interesse an Impfungen hochzuhalten, um die Herdenimmunität zu erreichen.

Neben der Pandemiebekämpfung, arbeitet die Stadt Krusevac an nachhaltigen und inklusiven Mobilitätskonzepten beispielsweise durch den Bau von neuen Fahrradwegen.

Weitere Informationen  

Präsentation: CITY OF KRUSEVAC  [in Englisch, PDF, 5mb]
THE DEPARTMENT OF DEFENSE AND EMERGENCY SITUATIONS

Veranstaltungsaufzeichnung in Englisch (Präsentation Krusevac beginnt bei der Minute 92:00): „Infection Chain Tracing in Southeast Europe (SEE) and Caucasus“ (Nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform) 

Kontakt

Dusan Todorovic,
Leiter der Abteilung für Verteidigung und Notsituationen
dusan.todorovic@krusevac.rs

COVID-19 Epidemieprävention und -kontrolle im Kardiovaskulären Krankenhaus in Shanxi, China

Das Kardiovaskuläre Krankenhaus Shanxi wurde 1980 gegründet und ist an die Medizinische Universität Shanxi angegliedert. Neben der medizinischen Behandlung liegt der Schwerpunkt des Krankenhauses auf Forschung, Ausbildung und prä- und postoperativer Betreuung. 

Das Krankenhaus hat ca. 1.300 stationäre Betten, über 1500 Mitarbeitende und behandelt durchschnittlich über 250.000 ambulante und 35.000 stationäre Patientinnen und Patienten pro Jahr.  Die Abteilung für Kardiologie wurde unter anderem als Nationale Klinische Schlüsselspezialität und Medizinische Schlüsseldisziplin der Provinz Shanxi und als Qualitätskontrollzentrum der Provinz Shanxi für kardiovaskuläre interventionelle Diagnostik und Behandlung zugelassen.

Über 6000 perkutane koronare Eingriffe (PCI), darunter über 1000 primäre PCI-Fälle, werden in diesem Zentrum pro Jahr durchgeführt. Radiofrequenz – RF – Ablationen und Herzschrittmacher-Implantationen werden bei circa 1.500 beziehungsweise 1.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr durchgeführt. Über 1500 verschiedene kardiovaskuläre Operationen finden jedes Jahr in der Klinik statt.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat das Krankenhaus eine effektive Strategie zur Pandemievorbereitung und -bekämpfung eingeführt, welche Folgendes umfasst:

  • Routinebesprechungen zur Analyse von Fieberpatienten und Patientinnen im Krankenhaus
  • Verschiedene Formen von COVID-19-Präventions- und Kontrollschulungen im Krankenhaus
  • Standardisierte Meldung von Fieberpatienten und Patientinnen und Verdachtsfällen
  • Verstärkte Überwachung und Inspektion der Präventions- und Kontrollarbeit
  • Verstärkte Kontrolle der Krankenhausinfektionen

Der bestehende Pandemie-Reaktionsplan wird kontinuierlich verbessert und an die aktuelle Situation angepasst. Dies ermöglicht es dem Krankenhaus, schnell auf Veränderungen im Krankheitsgeschehen zu reagieren und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Maßnahmen zu integrieren. Der ganzheitliche Ansatz der Maßnahmen, der Einsatz digitaler Managementsysteme und ein effektives Hygienekonzept haben die Zahl der mit COVID-19 infizierten Patienten und Patientinnen drastisch reduziert.

Die Erfahrungen des Kardiovaskulären Krankenhaus Shanxi zeigen, dass eine umfassende Planung, wissenschaftliche Prävention sowie Kontrolle und die Einhaltung der „Vier-Frühen“-Prinzipien (Früherkennung, Frühdiagnose, Frühisolierung und Frühbehandlung) effektive Methoden sind, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Der internationale Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Lernen sind nun wichtig, um das Virus weiter effektiv bekämpfen zu können.

Kontakt 

Wang Fei MD, PhD

Cardiovascular Department

Shanxi Cardiovascular Hospital

No.18, Yifen Street, Taiyuan, Shanxi Province, P.R. of China

Zipcode: 030024

Phone: +86-13453189752   

Weitere Informationen

COVID-19-Epidemie-Prävention und -Kontrolle in einem kardiovaskulären Krankenhaus in Shanxi, China (PDF) 

Veranstaltungsaufzeichnung (Präsentation zu Shanxi ab min. 37:00): „Infection Chains & Mobile Testing | Connective Cities Network (connective-cities.net)“ (nur für Registrierte auf der Connective Cities Plattform)

Research of good practices on the subject of health, business, and governance at municipal level during the COVID-19 pandemic

The report aims to explore municipal initiatives and measures taken to address health, governance, and business sector challenges caused by the COVID-19 pandemic.
The report is structured as follows:
The first part reviews the methodology of country identification for further investigation of good practices at national and city level.
The second, third, and fourth parts consist of good practices in the areas of health, governance, and business during the COVID-19 pandemic, including data analysis in selected countries and a brief overview of municipal practices in response to COVID-19. Good practices were selected from low and medium income countries from Africa, Asia and Southeast Europe.
In the final section, the cities’ challenges and recommendations for Connective Cities are reviewed and conclusions regarding the research findings are also presented.

Connective Cities COVID-19 Programm 2021

Nachdem die letztjährige Connective Cities Veranstaltungsserie „Municipal Response to COVID-19“, mit über 750 Teilnehmenden aus verschiedenen Städten und Kommunen weltweit, auf große Resonanz gestoßen ist, bietet Connective Cities dieses Jahr abermals ein umfangreiches Programm zu COVID-19 an. Zuletzt lag der  Schwerpunkt des  Programms beim Erfahrungsaustausch von unmittelbaren kommunalen Maßnahmen während der Pandemie – dieses Jahr wird die Perspektive erweitert und kommunale Strategien zur Bewältigung der Pandemiefolgen, auch im Zusammenhang mit der Agenda 2030, thematisiert. Anstatt reiner Austauschformate werden im zweiten Teil des Corona-Programms bewährte Methoden von Connective Cities abgeleitet sowie neue Ansätze genutzt, um einen vertieften kommunalen Erfahrungsaustausch zu fördern. In diesem Sinne ist geplant, dass kommunale Praktikerinnen und Praktiker aktuelle COVID-19-bezogene Themen in kompakten Lernprozessen gemeinsam behandeln. Ziel hierbei ist die (Weiter-)Entwicklung von (Projekt-)Initiativen und Leitlinien für kommunale Herausforderungen sowie die Ausarbeitung und Verbreitung bestehender Lösungsansätze. Aufbauend auf der bisherigen Dynamik können so Herausforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 vertieft und praxisnah bearbeitet werden.

Bereits im Vorjahr thematisierte Aspekte werden so weiter ausgebaut. Folgende thematische Schwerpunkte setzt Connective Cities in seinem diesjährigen COVID-19 Programm:

  • Lokale Wirtschaft & Industrie   
  • Digitalisierung & Kommunikation  
  • Öffentliche Gesundheit & kommunale Dienste
  • Krisenmanagement 
  • Klimaneutrale Stadtentwicklung
  • Gender-Sensitivität in der Pandemie
  • Innovation

Mehr Informationen zu unseren diesjährigen COVID-19 Aktivitäten finden Sie in unserem Informationsvideo und auf unserer COVID-19 Seite.

Municipal response to COVID-19 in the health sector

Focusing on exploring tools and protocols that cities have been employing to control and monitor the spread of infection and reviewing the efficiency and effectiveness of such tools and protocols.

More: https://youtu.be/iy9Zb3HL2GQ

More good practices, articles, videos, podcasts and interviews on our COVID-19 page.

Wie Gesundheitsämter in Deutschland schnell auf die COVID-19-Krise reagierten

Die COVID-19-Pandemie ist für deutsche Gesundheitsämter eine enorme Herausforderung. Viele reagierten zu Beginn der Pandemie schnell und reorganisierten ihre Arbeitsabläufe aber fehlendes Personal und mangelhafte digitale Infrastruktur erschwerten die Arbeit.

Undifferenzierte Strategien sind kein Mittel gegen die Corona-Pandemie

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat kürzlich analysiert, wie die Städte der Welt auf die Corona-Pandemie reagiert haben. Soo-Jin Kim, Leiterin der Urban Policies and Reviews Unit der OECD, plädiert für lokal angepasste Lösungen – jetzt und für die Zeit nach dem Ende der Pandemie.

Seit März 2020 waren die lokalen Gesundheitsbehörden immer wieder in den Schlagzeilen. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Kommunalpolitik ist deutlich gestiegen. Welche Rolle haben die Kommunen bisher bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gespielt?

Soo-Jin Kim: Von Anfang an haben die Kommunen keineswegs nur darauf gewartet, dass die nationalen Regierungen ihnen sagen, was zu tun ist – vielmehr haben sie sofort selbst auf die Pandemie reagiert. Sie haben die Öffentlichkeit auf verschiedenen Wegen über die notwendigen Maßnahmen informiert, dafür gesorgt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Außerdem haben sie den Übergang zur Telearbeit unterstützt und sich um die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gekümmert, wozu insbesondere ältere Menschen und arme Bevölkerungsteile zählen. Ferner haben die Kommunen die öffentliche Grundversorgung, insbesondere das Gesundheitssystem, am Laufen gehalten und dazu beigetragen, dass die lokale Wirtschaft die Gesundheitskrise übersteht. Daher würde ich den Beitrag der Kommunen als „unverzichtbar“ bezeichnen.

Ganz unabhängig von der Krise ist festzustellen, dass die Kommunen zu jeder Zeit wichtige öffentliche Akteure sind. So entfallen in den OECD-Ländern durchschnittlich 40 Prozent aller öffentlichen Ausgaben auf subnationale Akteure. In Bundesstaaten wie Deutschland oder der Schweiz sind es sogar 50 bis 60 Prozent!