Aktionsplanung für die Nachhhaltigkeitsberichterstattung

Bei der Verabschiedung der Agenda 2030 haben sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (VN) verpflichtet, bei der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) eng mit lokalen und regionalen Regierungen zusammenzuarbeiten. Seit 2015 engagieren sich Städte, Regionen und ihre Verbände zunehmend, die globalen sozialen und ökologischen Herausforderungen zu bewältigen, , um die SDGs vor Ort zu lokalisieren.

Auf freiwilliger Basis berichten immer mehr Kommunen über den Umsetzungsstand in sogenannten Voluntary Local Reviews (VLR) beziehungsweise Voluntary Sub-National Reviews (VSR) auf regionaler Ebene. Diese ergänzen die nationalen Berichte (VNR) der Regierungen und werden jedes Jahr beim sogenannten High Level Political Forum (HLPF) der VN präsentiert.

Vom 02. bis 04. Dezember 2024 trafen sich in den Räumen des Deutschen Städtetages in Berlin 37 Praktiker*innen aus 25 Institutionen und 15 Ländern, um sich über ihre Erfahrungen in der Berichterstattung auszutauschen. Zum ersten Mal berieten sich in einer Dialogveranstaltung von Connective Cites Vertreter*innen kommunaler Verbände mit ihren Kolleg*innen aus den Stadtverwaltungen.

Neben dem Erfahrungsaustausch zu guten Praktiken und unterschiedlichen Ansätzen bei der Berichterstattung ging es auch darum VLRs und VSRs miteinander zu harmonisieren und in einem weiteren Schritt die Berichte zu nutzen, um die Umsetzung der SDGs auf lokaler und regionaler Ebene zu beschleunigen.

Nachhaltiger als Abreißen

Öffentliche Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren prägen das Stadtbild vieler Städte weltweit. Heute entsprechen sie oft nicht mehr den technischen, energetischen und ästhetischen Ansprüchen des 21. Jahrhundert und werden meist abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt. Sie bergen jedoch ein großes Potenzial, Emissionen im Bausektor zu reduzieren und so zur Eindämmung des Klimawandels beizutragen. Durch ihre flexiblen Grundrisse können Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren – der als Moderne bezeichneten Zeit – an heutige Ansprüche angepasst werden – häufig mit zusätzlichen Vorteilen für Bürger*innen und Städte. Es ist daher an der Zeit, diese Gebäude zu erhalten und die in Beton und Stahl gebundene graue Energie auf sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Weise zu nutzen.

Diesem Paradigmenwechsel widmete sich die Dialogveranstaltung „2nd Hands on Public Buildings“ von Connective Cities in Kooperation mit der Senatsverwaltung Berlin vom 24. bis 27. September 2024. Etwa 30 kommunale Fachleute aus Deutschland, Kenia, Montenegro, den Palästinensischen Gebieten, Sambia und aus der Ukraine tauschten sich über Lösungsansätze und Herausforderungen für die nachhaltige Nachnutzung öffentlicher Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren aus und erarbeiten gemeinsam Projektideen.

Deep Dive: Heat in the city

Als zweiter Meilenstein des Deep-Dive-Prozesses wurde vom 4. bis 7. März 2024 ein Workshop in Nairobi abgehalten. Der Workshop markierte den Übergang von der Phase der Sensibilisierung für die lokalen Gegebenheiten zur Priorisierung von Herausforderungen und Lösungsoptionen. Die Teilnehmenden, die die Städte Nairobi, Assuan, Mombasa, Lviv, Lüdenscheid und Heidelberg vertraten, diskutierten die Beobachtungen und Ergebnisse der ersten partizipativen Feldforschung, einschließlich der Erkenntnisse darüber, wie Interessengruppen und relevante Akteure die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Phänomen der städtischen Hitze wahrnehmen. Darüber hinaus hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich über Projekte und Initiativen in Nairobi zu informieren, die für die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber städtischer Hitze relevant sind.

Klimagerechtes Bauen mit biobasierten und wiederverwertbaren Materialien

Beton und Stahl sind weltweit die gängigsten Baustoffe, sie verursachen aber bei der Produktion und beim Verbauen sehr viele CO2-Emissionen. Wie können Städte in Zukunft daher klimafreundlicher gebaut werden? Biobasierte Baustoffe und die Wieder- und Weiterverwertung von Materialien sind hierfür vielversprechende Ansätze. Das ist das Ergebnis einer internationalen Dialogveranstaltung von Connective Cities vom 13. bis 15. November 2023 in Potsdam in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Potsdam, Bauhaus Erde und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

Organisierte Ehrenamtliche und Spontanhelfende: ihre besondere Rolle im Katastrophenmanagement

Organisierte Ehrenamtliche und Spontanhelfende unterstützen bei Naturkatastrophen oder anderen Notfällen professionelle Rettungskräfte dabei, Leben zu retten und die Auswirkungen von Katastrophen zu minimieren.

Damit ihr Einsatz jedoch erfolgreich sein kann, muss das professionelle Katastrophenmanagement über geeignete Strukturen verfügen, um Freiwillige zu mobilisieren, zu schulen und vor allem um ihre Arbeit zu koordinieren. Gleichzeitig müssen auch die Grenzen und Verantwortlichkeiten der Freiwilligen klar definiert sein, um ein sicheres und erfolgreiches Zusammenwirken mit den professionellen Einsatzkräften zu gewährleisten.

Für mehr als eine Nacht: Notunterbringung für evakuierte Menschen

Für die kurzfristige Unterbringung von evakuierten Menschen sind Kommunen häufig gut vorbereitet. Können die Betroffenen jedoch über Wochen oder Monate nicht in ihre Wohnungen oder Häuser zurückkehren, fehlen vielerorts Konzepte. Darüber, wie sie die mittel- bis langfristige Unterbringung von evakuierten Menschen verbessern können, tauschten sich 27 Fachleute aus Deutschland, Jordanien, Somalia und den Philippinen bei einer Connective-Cities-Dialogveranstaltung vom 20. bis 22. März 2023 in Köln aus.

Aktion für kühlere Städte: Wege zur Kohlenstoffreduzierung in Gebäuden und zur Verbesserung des thermischen Komforts im Freien

Als zweiten Meilenstein des Lernprozesses organisierte Connective Cities den Ideenfindungs- und Prototyping-Workshop, der vom 7. bis 9. März 2023 in Amman – Jordanien stattfand. Die teilnehmenden Kommunen beteiligten sich an der kollegialen und technischen Beratung, um Ideen und Prototypen für Lösungen zur Optimierung der kommunalen Praktiken und Projekte im Zusammenhang mit der Einbeziehung von Klimaaspekten in die kommunale Stadtplanung zu entwickeln. Die folgenden Themenbereiche standen im Mittelpunkt:

  1. Gestaltung klimagerechter öffentlicher Freiräume und Förderung des Engagements der Bürgerinnen und Bürger
  2. Lenkungsstruktur: Abteilungsübergreifender Kommunikationsrahmen/-plattform in den Gemeinden
  3. Optimierung bestehender Bau- und Stadtgestaltungsvorschriften durch die Einführung von Leistungsindikatoren und die Verbesserung der internen Kapazitäten zur Förderung von Veränderungen
  4. Die Rolle der Kommunen als Regulierer und Umsetzer: Budgetanalyse und Strategien zur Kostendeckung von Klimaschutzmaßnahmen

Aktion für kühlere Städte: Wege zur Kohlenstoffreduzierung in Gebäuden und zur Verbesserung des thermischen Komforts im Freien

Als erster Schritt des Lernprozesses „Aktion für kühle Städte“ fand vom 30. November bis 1. Dezember 2022 die Auftaktveranstaltung statt. Bei dieser Veranstaltung wurden gute Praktiken zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen im Gebäudebestand und zur Verbesserung des thermischen Komforts im Freien vorgestellt sowie Beispiele für die stockende Umsetzung in diesen wichtigen Handlungsbereichen. Die teilnehmenden Kommunen beteiligten sich am Peer-Learning und an Gruppendiskussionen, um die kontextbezogenen Überlegungen zu beobachten und zu verstehen, die die kommunalen Praktiken und Projekte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz beeinflussen.

Wassersensitive Stadtplanung: Wie lässt sich Starkregen und Sturmwasser besser managen?

Starkregen- und Sturmwasserereignisse wie beispielsweise im deutschen Ahrtal im Jahr 2021 oder im Jahr 2022 in Pakistan, Australien oder Südafrika lassen Bäche zu reißenden Strömen anschwellen, fluten Straßen, zerstören Häuser und Brücken und wichtige Infrastrukturen und führen neben milliardenschweren Schäden zu Verlust von Menschenleben. Sie treten plötzlich auf und lassen sich nur kurzfristig vorhersagen. Aufgrund des Klimawandels werden diese Ereignisse an Häufigkeit und Schwere weltweit weiter zunehmen.

41 Fachleute aus 16 Städten und acht Ländern waren der gemeinsamen Einladung von Connective Cities mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB Köln) und United Cities and Local Governments (UCLG) zu dieser Dialogveranstaltung im Dezember 2022 gefolgt.

Zwölf Praxisbeispiele aus fünf Ländern bildeten den Ausgangspunkt für eine intensive kollegiale Beratung darüber, mit welchen Ansätzen sich die Risiken von Starkregen- und Sturmwasserereignissen für Menschen und die kommunale Infrastruktur minimieren lassen. Bestehende Projekte wurden bereichert und neue Projektideen entstanden.

Unturning the Stones

Die virtuelle Dialogveranstaltung „Unturning the stones – Exploring Climate Finance for Asian Cities“ fand vom 28. bis 30. September 2021 auf der Connective Cities Plattform statt. Gastgeber waren Connective Cities und TURBOCLIC (Transformation – Urban Opportunities – Climate Change), eine Initiative der GIZ-Sektornetzwerke TUEWAS (Transport Environment Energy and Water in Asia) und SNGA (Sector network Governance Asia).

Die aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden aus 25 städtischen Praktikerinnen und Praktikern sowie Expertinnen und Experten aus 6 Ländern (Nepal, Indonesien, Indien, Bangladesch, Philippinen und Deutschland), die in den Bereichen Finanzierung, öffentliche Dienstleistungen / Infrastruktur, Ökologisierung und Planung tätig sind. Sie alle arbeiten an vorderster Front, um Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in ihren Städten voran zu treiben. Dabei ist es unerlässlich innovative und effiziente Finanzierungsansätze zu entwickeln, um veraltete und ineffiziente Prozesse mit klimafreundlicheren und nachhaltigen Lösungen ersetzt werden können, damit die Städte klimaresistenter weiterentwickelt werden.