Entwicklung von bankfähigen Projektvorschlägen für nachhaltige städtische Energieplanung in Südosteuropa

Fast 50 Personen aus etwa 10 Gemeinden und 5 Ländern der Region SEE sowie aus der EU und MENA kamen während des Planungsworkshops zusammen, um den Prozess ihrer Projektentwicklung voranzutreiben.

Der Planungsworkshop, der vom 2. bis 4. November 2021 stattfand, stellte eine Fortsetzung des Lernprozesses dar, der mit der Dialogveranstaltung im Mai 2021 begonnen hatte.

Aufgrund der laufenden COVID-19-Situation war es nicht möglich, sich persönlich zu treffen. Deshalb wurde der Workshop als Online-Konsultationsveranstaltung geplant. Anstatt an einen einzigen Ort zu reisen, arbeiteten die Teams individuell an vordefinierten „Hausaufgaben“, die später während des ersten und letzten Tages des Workshops abgearbeitet wurden. Das Team von Connective Cities überwachte mit Hilfe von Mentoren, die den Prozess anleiteten, den Prozess der Fertigstellung der Projektskizzen. Ziel des Workshops war es, die Kommunen bei der Feinabstimmung ihrer Projektideen zu unterstützen und sie zu aussichtsreichen Projektvorschlägen weiterzuentwickeln.

Das Konzept und der Inhalt des Planungsworkshops wurden auf der Grundlage der Methodik von Connective Cities und der Ergebnisse der vor dem Workshop durchgeführten Interviews mit den jeweiligen Kommunen ausgearbeitet.

Nachhaltige, fundierte und partizipative Flächennutzungsplanung in schnell wachsenden Städten in Subsahara -Afrika

Connective Cities Subsahara-Afrika organisierte eine dreiteilige Workshop-Reihe zum Thema „Nachhaltiges, informiertes und partizipatives Landmanagement und Flächennutzungsplanung in schnell wachsenden Städten“ als Folgemaßnahme zu der im Mai durchgeführten  Dialogveranstaltung. Ziel der Reihe war es, die Städte dabei zu unterstützen, ihre Projekte besser zu verstehen, eine Gelegenheit zur Überprüfung durch deutsche Experten zu bieten, das Schreiben von Anträgen zu trainieren und finanzielle Beratung anzubieten.

 Der konzeptionelle Ansatz basierte auf: 

  • der Analyse des Status quo des Prozesses und der einzelnen Projekte 
  • der Einbindung aller Akteure der jeweiligen Projekte 
  • Mitgestaltung von Lösungen durch interaktives Lernen 
  • Nutzung der Fähigkeiten innerhalb der Gruppe der Projekteigner mit Unterstützung durch Expertenrat 
  • ergebnisorientiert, um das Hauptziel zu erreichen, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, ihre jeweiligen Vorschläge fertig zu stellen 

Vier Gemeinden aus Kamerun, Südafrika und Sambia stellten ihre Projektideen und die darin enthaltenen Herausforderungen vor. Diese Projektideen sind:

  1. Entwicklung sozioökonomischer Initiativen, die den Schutz und die Bewirtschaftung der biologischen Vielfalt ergänzen und die kulturellen Ressourcen und das kulturelle Erbe in der Gemeinde eThekwini, Südafrika, aufwerten sollen
  2. Adams-R603 Siedlungsplan- eThekwini, Südafrika
  3. Integriertes Landmanagementsystem für die Stadtverwaltung von Livingstone, Sambia
  4. Erschließung der Ufer des Baleng-Sees mit Ruhe- und Erholungsgebieten in der Gemeinde Bafoussam II, Kamerun

Kommunale Energieeffizienzprojekten in MENA

Die Internationale Städte-Plattform für nachhaltige Entwicklung, Connective Cities in der MENA-Region, organisierte am 14. und 15. September 2021 einen virtuellen Projektworkshop zum Thema „Kommunale Energieeffizienzprojekte in der MENA-Region“. Dem Workshop ging ein Tag zur Finanzberatung für kommunale Energieeffizienzprojekte in der MENA-Region voraus.

Der Workshop knüpfte an die im Mai 2021 virtuell durchgeführte Dialogveranstaltung an. Ziel dieses Projektworkshops war es, den Austausch von Know-how und Erfahrungen durch Peer-Learning zwischen städtischen Praktikern in der MENA-Region und in Deutschland zu erleichtern, die Projektverantwortlichen dabei zu unterstützen, einen Fahrplan und geeignete Maßnahmen zu definieren, um die Entwicklung der Projektideen zu finanzierbaren Projektvorschlägen voranzutreiben (technische Beratung), sowie die Konsensbildung zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren zu unterstützen, die an der Planung und Umsetzung der Projektideen beteiligt sind, sowie den künftigen Unterstützungsbedarf für die Umsetzung der Projektideen zu ermitteln, wozu auch die Unterstützung durch das Connective-Cities-Netzwerk und deutsche Kommunen gehört.

Neun Kommunen aus Jordanien, Libanon, Palästina und Tunesien stellten ihre Projektideen vor und entwickelten sie weiter, in den Bereichen: Verbesserung der Energieeffizienz in kommunalen Gebäuden, Energieeffizienz durch Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs in der Abfallwirtschaft und energieeffiziente Straßenbeleuchtung.

Soziales Unternehmertum bereichert Kommunen

Über 45 Teilnehmende aus 10 Ländern nahmen bei der virtuellen Dialogveranstaltung am 20., 21. und 23. September 2021 soziales Unternehmertum aus unterschiedlichen kommunalen Perspektiven in den Blick. Sie stellten fest, dass diese recht neue Zielgruppe der lokalen Wirtschaftsförderung für Kommunen viel Potenzial hat. Innovative Beispiele aus Kiel, der virtuellen Gastgeberkommune, aber auch aus Großbritannien oder aus Uganda zeigten die vielfältigen Fördermöglichkeiten und den großen Nutzen auf, der entstehen kann, wenn Kommunen und soziale Unternehmerinnen und Unternehmer zusammenarbeiten.

Viele Kommunen haben sich bislang kaum mit sozialem Unternehmertum befasst. Die Dialogveranstaltung gab ihnen einen guten ersten Eindruck und der internationale Austausch und die Beispiele aus aller Welt inspirierten viele Teilnehmende zu konkreten Aktivitäten, um soziales Unternehmertum zu fördern.

Nachhaltige städtische Energieplanung in Südosteuropa

Etwa 90 experten, urbane Praktiker und Praktikerinnen aus mehr als 30 Städten in 9 Ländern Südosteuropas kamen zusammen, um die wichtigsten Chancen und Herausforderungen zu diskutieren, die durch den Wechsel zu einem umweltfreundlicheren Energieverbrauch entstehen. Da viele Länder der Welt die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 anstreben, müssen alle das Tempo beibehalten und die versprochenen Veränderungen in die Tat umsetzen. Die Dialogveranstaltung, die in der Woche vom 17. bis 21. Mai stattfand, konzentrierte sich auf Diskussionen über energieeffiziente Lösungen, innovative erneuerbare Energiequellen sowie darauf, neue Einblicke in den EU Green Deal zu erhalten.

Die Veranstaltung bot eine virtuelle Plattform, um diese Herausforderungen zu diskutieren und unterstützte die Kommunen bei der Entwicklung lokal angepasster Lösungen für die Klima-Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen.

Während dieser 5 Tage asynchroner und synchroner digitaler Treffen hörten die Teilnehmenden inspirierende Keynote-Vorträge von führenden europäischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und tauschten sich mit Gleichgesinnten aus.

Connective Cities hat eine Austauschplattform von städtischen Akteuren aufgebaut, die einen systematischen Zugang zu praxisorientierten Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung bietet, indem sie den Wandel erleichtert und gegenseitige Unterstützung ermöglicht.

Förderung der Energieeffizienz durch innovative kommunale Vorhaben

Im Rahmen des Lernprozesses zu kommunalen Energieeffizienzprojekten in MENA fand vom 18. bis 20. Mai 2021 die virtuelle Dialogveranstaltung statt.  Ziel der Dialogveranstaltung war es, den Austausch von Fachwissen über gute Praktiken bei der Planung und Umsetzung von Energieeffizienzprojekten zu fördern. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Dialogveranstaltung wurden mehrere Aktivitäten durchgeführt. Dazu gehörte eine virtuelle Sitzung am 23. März 2021, die sich auf die Entwicklung von Projektvorschlägen für die Finanzierung von Energieeffizienzprojekten konzentrierte, sowie eine Sitzung über Energieaudits und die Vorstellung regionaler bewährter Verfahren aus Hebron und Bizerte am 12. April 2021. Darüber hinaus haben einige Kommunen des Connective Cities Netzwerks am Workshop der BUILD_ME Phase II des IKI-Projekts „Accelerating 0-emission building sector ambitions in the MENA region“ am 11. März 2021 teilgenommen, um das BEP-Tool zur Energiesimulation in der Gebäudeentwicklungsphase vorzustellen.

Nachhaltige, fundierte und partizipative Flächennutzungsplanung in schnell wachsenden Städten

Am 11., 12. und 14. Mai 2021 veranstaltete Connective Cities eine Dialogveranstaltung zu den Themen Integration von naturbasierten Lösungen in die Landnutzungsplanung, Landinformationssysteme und partizipative & inklusive Landnutzungsplanung. An der Veranstaltung nahmen 38 urbane Praktiker und Praktikerinnen aus Kommunen, Kommunalverbänden, nationalen Regierungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen teil. Zu den vertretenen Ländern gehörten Burkina Faso, Kamerun, Äthiopien, Deutschland, Ghana, Kenia, Niederlande, Ruanda, Senegal, Südafrika, Uganda und Sambia.

Die Statistiken, die von Oumar Sylla (UN-Habitat) präsentiert wurden, erinnerten uns daran, dass die Bevölkerung in den Städten zunimmt und dieser unumkehrbare Urbanisierungstrend uns nun vor die Herausforderung stellt, seine Auswirkungen zu kanalisieren, insbesondere im Bereich der Landverwaltung. Herr Hilmar von Lojewski (DST) betont dann, dass wir die Flächeninanspruchnahme für Bauzwecke auf das notwendigste Maß reduzieren müssen.

Dies erfordert ein Verständnis für die Auswirkungen der schnell wachsenden Städte auf das Wohlbefinden ihrer Bewohner und Bewohnerinnen und ein Kennenlernen der verschiedenen Möglichkeiten, wie Städte naturbasierte Lösungen in ihre Planung und Umsetzung von Stadtplänen integrieren können, einschließlich begrünter Dächer und Wände, durchlässiger Gehwege und Grünflächen, um nur einige zu nennen. Der Vortrag von Heidi Tuhkanen (SEI) und Emmanuel Letebele (eThekwini) zeigte auf, wie die Städte den Klimawandel in die Raumentwicklung integrieren können.

Diese Dialogveranstaltung bot somit eine Lern- und Austauschplattform für Städte. Es wurden 10 Gute Praktiken aus Städten in SSA und Deutschland vorgestellt, 4 kollegiale Beratungen durchgeführt und 7 Projektideen konzipiert.

Urban Gardening

Das Konzept „Urban Gardening“ ist in den 70er Jahren im New Yorker Manhatten entstanden und beschreibt eine gemeinschaftliche gärtnerische Nutzung von urbanen Grünflächen. Es unterscheidet sich daher von den sogenannten „Armengärten“, die in Deutschland bereits Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind und aus denen später die Kleingartenbewegung erwuchs. Private Kleingärten und Gemeinschaftsgärten sollten aber ergänzend und nicht als Konkurrenz zueinander gesehen werden. In der modernen Praxis gibt es zunehmend Mischformen von privaten und gemeinschaftlich genutzten Gärten. Sie reichen von kooperativ bewirtschafteten stadtnahen Agrarflächen, über Gemeinschaftsgärten innerhalb von Kleingärten, botanischen Gärten oder Parkanlagen bis hin zu Urban Gardening mit primär sozialen Zielen, wie Inklusion und Umweltbildung.

Über diese neue Vielfalt von Ansätzen und Erfahrungen tauschten sich kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus neun Ländern und 16 Städten intensiv aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze und Projektideen. Sie waren der Einladung von Connective Cities und den Berliner Stadtbezirken Berlin-Mitte, Pankow, Lichtenberg, Tempelhof-Schönfeld und Charlottenburg-Wilmersdorf zur virtuellen Dialogveranstaltung gefolgt, die vom 20.04. – 22.04.2021 stattfand.

Stärkung der lokalen Umsetzung der SDGs durch Berichterstattung und Monitoring

Lokale und regionale Regierungen sind wichtige Partner für das Monitoring und die Berichterstattung über die Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) vor Ort. Seit 2018 haben immer mehr Städte und Regionen damit begonnen, freiwillige lokale Berichte (Voluntary Local Reviews, VLRs) zu entwickeln, die auf lokalen Daten und Indikatoren basieren. Die Berichte zielen darauf ab, die lokalen Bemühungen zur Umsetzung der SDGs zu beleuchten, sowie Informationen und Daten beizutragen und zu ergänzen, die ihre nationalen Regierungen dem Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (HLPF) zur Verfügung stellen.

Die virtuelle Dialogveranstaltung von Connective Cities, die am 26., 27. und 29. April 2021 stattfand, ermöglichte den Erfahrungsaustausch zu diesem Thema mit 60 Teilnehmenden aus 19 Ländern aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika.

Die drei Hauptthemen der Veranstaltung befassten sich mit

  1. Datenverfügbarkeit und Datenerfassungssysteme für das SDG-Monitoring,
  2. Datengesteuerte Politikentwicklung und Beiträge zu verschiedenen Regierungsebenen, und
  3. Die Qualität des Bürgerdialogs sowie die Einbindung von Stakeholdern.

Die Dialogveranstaltung wurde in Partnerschaft mit United Cities and Local Governments (UCLG) und PLATFORMA durchgeführt und in Kooperation mit der Stadt Bonn ausgerichtet.

Asset Management zur Optimierung von Wasser- und Abwasserinfrastruktur

Kostenintensive Infrastrukturen wie Trink- und Abwassersysteme erfordern vom Management sorgfältig abgewogene und zielorientierte Investitionsentscheidungen. Grundlage hierfür bildet das sogenannte Asset Management: die systematische Erfassung und Dokumentation aller Komponenten einschließlich einer Zustands- und möglichen Schadensbewertung. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur basiert so auf einer risikobasierten Instandhaltungsstrategie. Dadurch soll einerseits ein möglichst ungestörter Betrieb der Anlagen aufrechterhalten, andererseits sollen die begrenzten Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden.

So die Theorie! Doch was bedeutet dies für die Praxis? Darüber tauschten sich ca. 25 kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus zehn Städten in Deutschland, den Palästinensischen Gebieten, Tansania und Uganda aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze und Projektideen. Sie waren der Einladung von Connective Cities und Hamburg Wasser zur virtuellen Dialogveranstaltung gefolgt, die vom 30.11. bis zum 02.12.2020 stattfand.

Beginnend mit einem Erfahrungsaustausch zu Guten Praktiken und Projekten in den Städten wurden Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert und letztendlich drei Projektideen für Songea (Tansania), Bethlehem (Palästinensische Gebiete) und kleine und mittlere Versorger in Uganda entwickelt, die zu einer Verbesserung der Effizienz und des organisatorischen Rahmens für das Asset Management führen können.