Nachhaltiges und resilientes, regionales und interkommunales Landmanagement

Die drei Nachhaltigkeitsdimensionen „ökologisch verträglich“, „ökonomisch erfolgreich“ und „sozial gerecht“ stehen bei Projekten der kommunalen Stadtentwicklung stets im Fokus. Dies betrifft auch das kommunale Landmanagement. Die Integration dieser drei Aspekte und des Resilienzfaktors in Flächennutzungspläne und Baulandstrategien sowie in existierende Bebauungen bei sich ständig ändernden Rahmenbedingungen ist eine der Hauptaufgaben der kommunalen Fachleute. Nicht selten kommt es dabei auch zu Ziel- und Interessenskonflikten, die nicht immer leicht zu lösen sind.

Knapp 30 kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus 14 Städten, 7 Ländern und drei Kontinenten tauschten daher intensiv ihre Erfahrungen zum Thema „Nachhaltiges und resilientes, regionales und interkommunales Landmanagement“ aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze und Projektideen. Sie waren der Einladung von Connective Cities und der Stadt Trier zur virtuellen Dialogveranstaltung gefolgt, die vom 18. bis 20 November 2020 stattfand.

Beginnend mit einem Erfahrungsaustausch zu Guten Praktiken und Projekten in den Städten, wurden Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert und letztendlich zwei Projektideen für Amman (Jordanien) und Rostock (Deutschland) entwickelt, die zu einer Verbesserung der jeweiligen Strategien und Umsetzungspläne führen können.

Klimaresiliente Stadtentwicklung in Südosteuropa

Vom 26. Oktober bis 6. November 2020 trafen sich rund 30 kommunale Praktikerinnen und Praktiker aus 11 südosteuropäischen Städten (aus acht verschiedenen Ländern Georgien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Weißrussland, Serbien,Slovenien, Ukraine, Deutschland) virtuell, um ihre Erfahrungen und Fachkenntnisse auf dem Gebiet der städtischen Mobilität und grünen städtischen Infrastruktur auszutauschen. Insbesondere Herausforderungen in den Bereichen Abfallwirtschaft, Verkehr und öffentliche Beleuchtung sowie Wasserrevitalisierung wurden intensiv diskutiert, da sie für viele südosteuropäische Städte drängende Probleme darstellen.

Ziel des Workshops war es, gemeinsam umfassende Projektpläne zu erarbeiten, die als Grundlage für technische und finanzielle Finanzierungsvorschläge dienen können. Der Workshop konzentrierte sich auf die folgenden Themen:

  1. Grüne Infrastruktur – basierend auf der Vorstellung, dass der Schutz und die Aufwertung von Natur und natürlichen Prozessen im Rahmen der Raumplanung und territorialen Entwicklung bewusst berücksichtigt werden.
  2. Städtische Mobilität – Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger städtischer Mobilitätspläne (SUMP), die sowohl den privaten als auch den öffentlichen Verkehr einschließen.

Die Veranstaltung war eine Folgeveranstaltung zu der virtuellen Dialogveranstaltung, die im Juni 2020 mit Vertreterinnen und Vertretern von 24 Kommunen sowie internationalen Fachleuten durchgeführt wurde. Auf der Grundlage innovativer Methoden wie Design Thinking arbeiteten Teilnehmer aus 9 Ländern an ihren ersten Projektideen.

An diesen zweiwöchigen synchronen und asynchronen Workshops nahmen Vertreter von kommunalen Institutionen und Städtenetzwerken sowie erfahrene Fachleute aus der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor teil, sowie Wissenschaftler aus den Bereichen Städtebau, Raumplanung, Geographie, Klimawandel und anderen Disziplinen. Während des Workshops wurden auch Geberorganisationen eingeladen, um ihnen die Projekte vorzustellen, Fragen der Kommunenn zu beantworten und das professionelle Verfassen von Finanzierungsvorschlägen und Zuschussanträge zu unterstützen.

Lokale Wirtschaftsentwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen im Nahen Osten und Nordafrika

Mehr als 40 städtische Fachleute aus 22 Kommunen und 10 Ländern aus der MENA-Region und Deutschland nahmen an der vom Connective-Cities-Projekt organisierten virtuellen Dialogveranstaltung teil. Die Dialogveranstaltung bestand aus fünf virtuellen Sitzungen, die zwischen dem 29. September und 7. Oktober stattfanden und sich auf die Erleichterung des Austauschs von Know-how und Erfahrungen durch kollegiale Beratung zwischen Kommunalvertreterinnen und Stadtpraktikern konzentrierten. Darüber hinaus zielte die Dialogveranstaltung darauf ab, die Analyse- und Planungskapazitäten der teilnehmenden Kommunalvertreterinnen und -vertreter zu erweitern, um bestehende Herausforderungen bei der Umsetzung von Projekten der lokalen Wirtschaftsentwicklung (LED) und Arbeitsbeschaffungsprogrammen anzugehen. Die Diskussion führte auch dazu, die Lücken bei den Ressourcen und die für die Umsetzung künftiger LED-Projekte erforderliche Unterstützung zu ermitteln.

Die lokale Wirtschaftsentwicklung hat für die Städte in MENA nach wie vor höchste Priorität und ist ein Motor für wirtschaftliche Stabilität und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einer Region mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten der Welt. Ein breites Spektrum von Akteuren engagiert sich für die Förderung von LED, darunter Regierungen, NGOs, der Privatsektor und Entwicklungsakteure. Dennoch besteht nach wie vor die Notwendigkeit, den Austausch praxisorientierter Erfahrungen und bewährter Verfahren zwischen Kommunalvertreterinnen und städtischen Praktikern zu verwandten Themen zu intensivieren, z.B. zur Strategie für LED und zur Schaffung von Partnerschaften mit dem Privatsektor, zu Programmen zur nachhaltigen Sicherung des Lebensunterhalts und zur Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze sowie zur grünen Wirtschaftstransformation.

Der Moderationsansatz konzentrierte sich auf den Entwurf, die Planung und die Durchführung einer Reihe von virtuellen Wissensaustauschaktivitäten, bei denen mehrere Schritte unternommen wurden:

  1. Clustern: von Partnern entsprechend ihrer regionalen Verteilung, ihrer kommunalen Bedürfnisse und ihrer Vision für die zukünftige Entwicklung ihrer Städte;
  2. Definieren: die Unterthemen für den Dialog, die mit ihren gegenwärtigen Ambitionen und zukünftigen Zielen in Einklang stehen;
  3. Einladen: Partner zu virtuellen Dialogsitzungen, nachdem das Ziel dieses Dialogs umrissen und die von allen Partnern vereinbarten Rollen und Verantwortlichkeiten sowie das erwartete Ergebnis definiert wurden;
  4. Ermöglichen: die virtuellen Austauschsitzungen in einer Weise organisieren, dass sie ein Maximum an Interaktion und Wissensaustausch gewährleisten;
  5. Evaluierung und Nachbereitung: mit allen Partnern nach Abschluss aller Sitzungen, um die Ergebnisse des Dialogs zu teilen, um den laufenden Wissensaustausch für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kommunen aufrechtzuerhalten;
  6. Berichterstattung: über alle durchgeführten Aktivitäten und die Gesamtzusammenfassung des Dialogs.

Das Projekt hat ein Netzwerk aufgebaut, eine Austauschplattform für kommunale Vertreter und städtische Praktikerinnen, die einen systematischen Zugang zu praxisorientierten Lösungen für nachhaltige Stadtentwicklung schafft. Durch das Netzwerk können Fachleute sich gegenseitig bei ihren Veränderungsprojekten unterstützen.
Einführungsvideo zur Dialogveranstaltung:
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Grüne städtische Infrastruktur in asiatischen Städten

Vom 3. bis 14. August 2020 kamen rund 30 kommunale Praktikerinnen und Praktiker aus 6 asiatischen Städten virtuell zusammen, um sich über ihre Erfahrungen und Fachkenntnisse auf dem Gebiet der grünen städtischen Infrastruktur auszutauschen. Insbesondere Herausforderungen in den Bereichen Abfallwirtschaft und Abwasserentsorgung wurden intensiv diskutiert, da sie für viele asiatische Städte drängende Probleme darstellen.

Ziel des Workshops war es, bestehende Projektideen weiterzuentwickeln, indem über aufkommende Herausforderungen diskutiert wurde und neue Methoden ausprobiert wurden, um neue Perspektiven und Ansätze für die Stadtplanung zu finden. Der Planungsworkshop war eine Folgeveranstaltung von der Dialogveranstaltung in Bandung, Indonesien im November 2019. 

Aufgrund der Einschränkungen der Covid-19-Pandemie wurde die Veranstaltung virtuell durchgeführt. Hierfür wurde die Connective Cities Platform genutzt. Um einen gewinnbringenden und nachhaltigen Lernprozess sicherzustellen, erstreckte sich die Veranstaltung über zwei Wochen. Sie umfasste sowohl synchrone Arbeitstage mit verschiedenen Vorträgen von Expertinnen und Experten als auch asynchrone Tage, an denen die Teilnehmenden in ihrem eigenen Tempo an ihren Projektideen weiterarbeiten konnten.

Sechs Projekte aus Indonesien und Nepal wurden präsentiert und weiterentwickelt (siehe Präsentationen).

Verbesserung des Wasser- und Abwassermanagements und urbaner Mobilitätskonzepte

Die Covid-19-Pandemie hat das, was als normal bekannt war, verändert. In der neuen Normalität hat Connective Cities auch auf virtuelle Formate der Dialogveranstaltungen zurückgegriffen. Zwischen dem 7. und 14. September trafen sich in intermittierenden virtuellen Sitzungen etwa 43 Teilnehmer aus 24 Städten, die sieben afrikanische Länder und Deutschland vertraten, um bewährte Praktiken auszutauschen und Projektideen in den Bereichen Wasserversorgung, Abwassermanagement und städtische Mobilität zu entwickeln.

Die rasche Urbanisierung in Subsahara-Afrika hat zu einer Zunahme der städtischen Bevölkerung und in der Folge zu einem Anstieg der Nachfrage nach grundlegenden städtischen Dienstleistungen wie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und nachhaltigem Verkehr geführt.  Mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung in SSA hat noch keinen Zugang zu diesen grundlegenden Dienstleistungen.
Diese Veranstaltung bot eine Plattform für Versorgungsunternehmen und Städte, auf der sie sich über Lösungen zur Verbesserung des Zugangs zur Wasserversorgung, unterschiedliche Ansätze im Abwassermanagement und Ansätze zur Umsetzung einer nachhaltigen städtischen Mobilität austauschen konnten.

Das Fazit der Veranstaltung wurde mit sechs Projektideen gekrönt, die Connective Cities für eine weitere Unterstützung bei der Verfeinerung der Konzepte in Betracht ziehen sollten.

Die Rolle der Städteverbände in der Lokalisierung der Nachhaltigkeitsziele

Mehrere Städteverbände haben in Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsstädten erfolgreiche Projekte zur Lokalisierung der Nachhaltigkeitsziele durchgeführt, einige stehen erst am Anfang, und einige andere haben ein gutes Verständnis der Agenda 2030, haben aber noch keine formalen Vorstellungen, wie ihre Umsetzung als Projekt in ihrem Verband aussehen könnte.

Im Rahmen der Connective Cities virtuellen Dialogveranstaltung zum Thema „Die Rolle der Städteverbände in der Lokalisierung der Nachhaltigkeitsziele“ trafen 31 Expertinnen und Experten aus 16 Städteverbänden am 1., 2. und 4. September 2020 zusammen, um ihr Praxiswissen über die Verbandsarbeit auszutauschen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Albanien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Indonesien, Nepal, den Niederlanden, Nordmazedonien, Mosambik, palästinensischen Gebieten, Serbien, Tansania und der Türkei sowie die Veranstaltungspartner UCLG and PLATFORMA stellten ihre Praxisbeispiele zur Lokalisierung der SDGs vor. Außerdem konnten die internationalen Verbandsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sich im Rahmen der kollegialen Beratung über ihre lokalen Herausforderungen austauschen und damit sich gegenseitig unterstützen. Schließlich wurden Projektideen für die weitere Zusammenarbeit formuliert und entwickelt.

Kommunale Antworten auf die COVID-19-Pandemie III

Mehr als 30 kommunale Vertreter aus rund 20 Städten der MENA-Region und in Subsahara-Afrika nahmen an der dritten virtuellen Veranstaltung der Reihe zum Wissensaustausch über die kommunale Reaktion auf die COVID-19-Pandemie teil.

Kommunalvertreter sowohl auf politischer als auch auf technischer Ebene waren eingeladen und tauschten ihr Wissen aus, um praktische Beispiele für kommunale Maßnahmen zur Abfederung und Erholung von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu analysieren und zu diskutieren.

Kommunale Antworten auf die COVID-19-Pandemie II

Mehr als 30 kommunale Vertreter aus rund 20 Städten in MENA und Subsahara-Afrika nahmen an der zweiten virtuellen Veranstaltung der Wissensaustauschreihe über die kommunale Reaktion auf die COVID-19-Pandemie teil.
Kommunale Vertreter sowohl auf politischer als auch auf technischer Ebene waren eingeladen und tauschten ihr Wissen aus, um praktische Beispiele für kommunale Maßnahmen im Zusammenhang mit  Dienstleistunger der öffentlichen Daseinsvorsorge wie Wasser- und Abfallwirtschaft zu analysieren und zu diskutieren.

Kommunale Antworten auf die COVID-19-Pandemie

Mehr als 40 kommunale Vertreter aus rund 30 Städten in MENA, Subsahara-Afrika und Deutschland nahmen an der ersten virtuellen Veranstaltung der Wissensaustauschreihe zu kommunale Antworten auf die COVID-19-Pandemie teil.

Kommunale Vertreter sowohl auf politischer als auch auf technischer Ebene waren eingeladen und tauschten ihr Wissen aus, um praktische Beispiele kommunaler Reaktion auf die Pandemie im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der kommunalen Verwaltungsprozesse zu analysieren und zu diskutieren. Das Webinar bot den Raum für einen Erfahrungsaustausch darüber, wie wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen der Pandemie geplant, verwaltet und evaluiert werden können.

Klimaresiliente Stadtentwicklung in Südosteuropa und in der Kaukasus-Region

Mehr als 40 lokale Stadtpraktiker und -praktikerinnen aus 24 Kommunen und 8 Ländern tauschten innerhalb von 2 Wochen intensiv ihre Erfahrungen/Kommunalexpertise zum Thema „klimaresistente Stadtentwicklung“ aus und entwickelten gemeinsam Lösungen und Projektideen. Sie folgten der Einladung von Connective Cities zu einer beispiellosen und einzigartigen Erfahrung: Die virtuelle Dialog-Veranstaltung: „Klimaresistente Stadtentwicklung“ vom 8. bis 19. Juni 2020.
Das Verständnis dafür, dass die rasche Urbanisierung und die Klimarisiken zu einer größeren Verwundbarkeit der Stadtentwicklung führen, hat zugenommen. Viele Städte weltweit stehen vor erheblichen Herausforderungen, die sich aus Naturgefahren ergeben. Die südosteuropäische Region bildet da keine Ausnahme. Die klimaresistente Stadtentwicklung wird daher zu einem zentralen Pfeiler der lokalen Nachhaltigkeitspolitik.
Dennoch sind die meisten Städte in der Region Südosteuropa und Kaukasus mit Fragen der Ausgestaltung einer klimaresistenten Stadtentwicklung konfrontiert.

Diese Veranstaltung bot eine virtuelle Plattform zur Erörterung dieser Herausforderungen und unterstützte die Kommunen bei der Entwicklung lokal angepasster Lösungen; beim Erfahrungsaustausch der Städte über unterschiedliche Optionen und bewährter Praktiken; bei der Umsetzung innovativer städtischer Projektideen in digitale Lösungen, insbesondere nach dem Ausbruch von COVID-19, da letzterer weiterhin den Lebensstil auf allen Ebenen, einschließlich der Beschäftigten im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung, stark beeinflusst und eine Anpassung an innovativere und agilere Arbeitsweisen für künftige Krisenreaktionen erforderlich ist.

Während der zweiwöchigen asynchronen und synchronen digitalen Erfahrung verfolgten die Teilnehmenden inspirierenden Keynote-Präsentationen führender europäischer Wissenschaftler und tauschten sich in sorgfältig kuratierten Peer2Peer-Kollaborationsformaten mit Gleichgesinnten aus. Sie lernten, wie man digital zusammenarbeitet und machten sich mit einigen Werkzeugen, Methoden und der allgemeinen Denkweise des Design Thinking vertraut.

Das Projekt hat ein Netzwerk  aufgebaut, eine Austauschplattform für städtische Akteure, die einen systematischen Zugang zu praxisorientierten Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung bietet.