Klimagerechte und klimaresiliente Stadtentwicklung

Angesichts der aktuellen Situation weltweit – in Zeiten der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus – sind Präsenzformate für internationale Treffen nicht sinnvoll und auch formal nicht möglich. Dennoch setzt die internationale Städte-Plattform für nachhaltige Entwicklung Connective Cities ihr Angebot in Lateinamerika fort und lud kommunale Praktiker aus Lateinamerika und Deutschland zur Teilnahme am virtuellen Projekt-Planungsworkshop zum Thema „Klimagerechte und klimaresiliente Stadtentwicklung – Projektplanung kommunaler Anpassungsmaßnahmen“ ein.

Dieses Mal kamen 29 Teilnehmer aus acht verschiedenen Ländern (Brasilien, Ecuador, Argentinien, Kolumbien, Mexiko, Deutschland, Spanien, USA) virtuell zusammen, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Ziel der Veranstaltung war es, die vorgestellten Projektideen weiterzuentwickeln, indem strategische Ansätze mit Unterstützung regionaler und internationaler Fachleute überarbeitet und Beispiele aus der kommunalen Praxis reflektiert wurden.

Folgende Projektideen wurden im Planungsworkshop weiterentwickelt:

  1. Projekt: Stärkung der Resilienz von Menschen und Umweltgemeinschaften in vom Klimawandel bedrohten Gebieten / Stadt: Portoviejo, Ecuador
  2. Projekt: Stärkung der ökosystembasierten Anpassungsmaßnahmen am Tourismusstandort San Miguel de Allende / Gemeinde: San Miguel de Allende, México
  3. Projekt: Anpassung von bestehenden und neuen Wohnanlagen an den prognostizierten Anstieg der Temperaturen und Niederschläge für das Verwaltungsgebiet Risaralda / Gemeinde: Quinchía, Kolumbien
  4. Projekt: Colina Verde – Stärkung der Sicherheitsbedingungen durch Risikobegrenzung von Erdrutschen und Bränden in der Gemeinde Boa Vista / Gemeinde: Niterói, Brasilien
  5. Projekt: Die Bedeutung von Agroforstsystemen als Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel und als Wirtschaftszweig für die Kommune Tomé-Açu / Gemeinde: Tomé-Acu, Brasilien

Grüne städtische Infrastruktur für asiatische Städte

Vom 19. bis 21. November 2019 fand in Bandung / Indonesien die regionale Dialogveranstaltung „Grüne städtische Infrastruktur für asiatische Städte“ von Connective Cities statt. Teilgenommen haben über 25 Fachleute aus Indonesien, Malaysia, Nepal und Deutschland, die sich über ihre Erfahrungen und guten Praktiken ausgetauscht haben.

Da in Asien die weltweilt schnellste Urbanisierung nachgewiesen wird und diese rapide Entwicklung in den meisten Regionen und Städten unaufhaltbar ist, sollte sie gezielt optimiert und angepasst werden. Aus den ständig wachsenden urbanen Strukturen können und sollen alle möglichen Vorteile sinnvoll genutzt werden, gleichermaßen sollten negative sozioökonomische und ökologische Auswirkungen soweit verringert oder vermieden werden.

In den meisten asiatischen Städte steigt stets die Notwendigkeit, umweltbewusste Entwicklungskonzepte für städtische Infrastrukturen durch sinnvolle Planung und Verwaltung zu erstellen. Die Entwicklung „grüner“ Städte ist für eine nachhaltige Urbanisierung von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört die Entstehung von städtischen Infrastrukturen mit den dazugehörigen öffentlichen Dienstleistungen für alle Einwohner, darüber hinaus soll eine Balance zwischen den positiven und negativen Auswirkungen der schnellen Urbanisierung gefunden werden.

Um die vorhandenen oder zukünftigen Infrastrukturen nachhaltiger zu gestalten, können viele Bereiche berücksichtigt und bearbeitet werden. Relevant sind Themen wie: Wasserversorgung, umweltfreundliche und Ressourcen-schonende Bauweisen, öffentliche sanitäre Anlagen, Nutzung von erneuerbaren Energien, Abfallwirtschaft, öffentlicher Raum usw. Viele Städte haben bereits einige Ansätze der grünen städtischen Infrastruktur eingeführt und zum Teil auch etabliert, dennoch bleiben Herausforderungen wie hohe Kosten vieler Lösungen und die gleichberechtigte Zugänglichkeit bestehen.

Plastikabfälle – Der Beitrag kommunaler Abfallwirtschaft zur Lösung des Problems

Knapp 40 kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus 13 Städten, 9 Ländern und vier Kontinenten tauschten intensiv ihre Erfahrungen zum Thema „Kunstoffabfälle“ aus und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze und Projektideen. Sie waren der Einladung von Connective Cities und der Stadt Hamburg zur Dialogveranstaltung zum Thema „Plastikabfälle – Der Beitrag kommunaler Abfallwirtschaft zur Lösung des Problems“ gefolgt, die vom 3. bis 5. Dezember 2019 in Hamburg stattfand.

Wachsende Mengen an Kunststoffabfällen stellen Kommunen weltweit vor Herausforderungen. Nur geringe Mengen lassen sich sortenrein recyceln und so geschlossene Kreisläufe herstellen. Aber auch ein Recyceln in minderwertigere Plastiksorten kann Mülldeponien entlasten und Einkommen für vulnerable Gruppen schaffen. Die Vermeidung von Kunststoffabfällen ist jedoch die beste Option. Kunststoffabfälle sind daher in erster Linie eine soziale Herausforderung: Die Änderung des Verhaltens von Verbrauchern und Produzenten ist entscheidend.

Beginnend mit einem Erfahrungsaustausch zu Guten Praktiken und Projekten in den Städten, wurden Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert und letztendlich acht Projektideen für acht Städte entwickelt, die zu einer Verbesserung der jeweiligen Strategien und Umsetzungspläne führen können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten drei parallele Exkursionen zu einer Müllverbrennungsanlage, einer Sortierstation und einer Abfallsammelstelle in Hamburg.

Klimagerechte und klimaresiliente Stadtentwicklung

Als Auftakt des neuen Lernprozesses von Connective Cities in Lateinamerika fand vom 26.-28. November 2019 in Niterói, Brasilien die Dialogveranstaltung „Klimagerechte und klimaresiliente Stadtentwicklung“ statt. Kooperationspartner der Veranstaltung waren die Stadt Niterói und UCLG Learning.

Die 32 Teilnehmenden der Veranstaltung, in erster Linie kommunale PraktikerInnen, kamen aus 17 Städten in sechs Ländern: Brasilien, Deutschland, Ecuador, Kolumbien, Argentinien und Mexiko. Alle der Teilnehmenden arbeiten in ihren Städten bzw. Projekten zu der Thematik Klimaresilienz/Klimaanpassung im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung. Ziel der Veranstaltung war ein Erfahrungs- und Wissensaustausch unter kommunalen Praktikern über das Thema, des Kennenlernen guter Praktiken und die gegenseitige kollegiale Beratung sowie die Entwicklung von Projektideen für die weitere Bearbeitung in den Folgeveranstaltungen.

Im Rahmen einer Exkursion konnte die Gruppe zunächst einige der aktuell laufenden und bereits abgeschlossenen Projekte der Stadtverwaltung Niterói in situ kennen lernen, und danach bei einem Treffen mit dem Bürgermeister Rodrigo Neves weitere Einblicke gewinnen.

Verbesserung kommunaler Dienstleistungen auf lokaler Ebene

Connective Cities versammelte kommunale Praktiker aus Subsahara-Afrika und Deutschland zu der Dialogveranstaltung „Improving public service delivery at local level – solutions for participatory and accountable management“ vom 20. bis 22. August 2019 in Harare, Simbabwe.

Vor allem in Subsahara-Afrika stellen die dynamische Urbanisierung und der bedeutende ökologische und demografische Wandel neue Herausforderungen an die Grundversorgung. Daher lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Ansätzen zur Verbesserung der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen durch Beteiligung der Öffentlichkeit, um die soziale Verantwortung in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfallentsorgung und Verkehr zu erreichen.

21 Vertreter aus simbabwischen Gemeinden sowie eine Reihe von kommunalen Praktikern aus Südafrika, Lesotho, Sambia, Kenia und kommunalen Experten aus Deutschland tauschten ihre Erfahrungen anhand von Beispielen für bewährte Praktiken bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen aus und definierten Lösungsansätze zur Verbesserung des Managements öffentlicher Dienstleistungen.

Die Dialogveranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem GIZ-Projekt in Simbabwe „Stärkung des simbabwischen Städtetags UCAZ zur Förderung von interkommunalem Wissenstransfer und Capacity Development “ organisiert.

Klimawandelangepasste Stadtentwicklung

Knapp 30 kommunale Praktikerinnnen und Praktiker aus 12 Städten, 10 Ländern und vier Kontinenten folgten der Einladung von Connective Cities und von der Stadt Dortmund zur Dialogveranstaltung zum Thema „Klimawandelangepasste Stadtentwicklung“, die vom 3. bis 5. September 2019 in Dortmund stattfand.

Extreme Wetterereignisse als Folgen des Klimawandels wie Starkregen, schwere Gewitter, Stürme, anhaltende Dürren und Hitzewellen stellen Städte auf der ganzen Welt vor große Herausforderungen. Während der Klimawandel eine globale Herausforderung ist, ist die Anpassung an seine Auswirkungen hauptsächlich lokal. Darüber hinaus ist der Klimawandel ein Querschnittsthema, das alle Bereiche und Abteilungen einer Stadtverwaltung beeinflusst und daher einen bereichsübergreifenden Ansatz erfordert.

Beginnend mit einem Erfahrungsaustausch zu Guten Praktiken und Projekten in den Städten, wurden Herausforderungen bei der Umsetzung identifiziert und letztendlich sechs Projektideen für sechs Städte entwickelt, die zu einer Verbesserung der jeweiligen Strategien und Umsetzungspläne führen können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Exkursion zum Phönixsee – ein Mega-Projekt der Stadt Dortmund zur Umwandlung einer Industriebrache in einen Wohn-, Arbeits- und Erholungsgebiet mit einem künstlichen See.