Am 24. März 2026 war es soweit! Der vertiefte Lernprozess „Wasserresilienz: Kommunen stärken sich gegen Trockenheit und Starkregenereignisse“ ist kurz nach dem Weltwassertag gestartet. Dürren, Hitzewellen, Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu und belasten Infrastruktur, Gesundheit und kommunale Budgets. Gleichzeitig verschärft die Urbanisierung den Wettbewerb um Wasser. Bereits heute stehen viele Großstädte unter hohem Wasserstress, und der weltweite Bedarf könnte bis 2030 die verfügbaren Ressourcen deutlich übersteigen.
Für Länder des Globalen Südens ist Wasserknappheit längst ein Entwicklungshemmnis – doch künftig müssen sich alle Regionen weltweit an schwankende Verfügbarkeiten und wachsende Nutzungskonflikte anpassen. Wasser wird zur strategischen Ressource des 21. Jahrhunderts.
Die entscheidenden Lösungen entstehen lokal. Auch wenn die Rahmenbedingungen sich stark unterscheiden, stehen Kommunen vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen, was Austausch und gemeinsames Lernen besonders wertvoll macht.
Deshalb bringen wir im sogenannten Deep Dive zum Thema „Wasserresiliente Kommunen“ Fachleute aus acht ausgewählten Kommunen aus Benin, Deutschland, Kenia, Indien, Serbien und Sri Lanka zusammen, um innovative Ansätze wie Schwammstadt‑Konzepte, blaue Korridore und integrierte blau‑grün‑rote Infrastrukturen gemeinsam zu diskutieren und über zwei Jahre lokalangepasste Lösungen zu jeweiligen Herausforderungen zu entwickeln und zu implementieren.
Im ersten virtuellen Treffen haben die Kommunen ihre lokalen Herausforderungen präsentiert, erste Ähnlichkeiten identifiziert und das erste Arbeitstreffen in Präsenz in Wuppertal Anfang Mai vorbereitet. Weitere Neuigkeiten aus unserem Deep Dive folgen ab Mai 2026.
Die teilnehmenden Städte: Natitingou (Benin), Dresden, Wunstorf, Wuppertal (Deutschland),Homa Bay (Kenia), Hyderabad (Indien), Niš (Serbien), Akkaraipattu (Sri Lanka)
Was braucht es, um Mobilität in unseren Kommunen nachhaltiger zu gestalten? Neue Technologien? Mehr Mittel? Den Willen der Bürger*innen? Eine Antwort: Es braucht verlässliche Informationen für fundierte Entscheidungen, die gezielte Veränderungen bewirken können. Bei der Dialogveranstaltung “Nachhaltige Mobilität- Zusammenspiel Nachhaltiger Mobilitätsformen“ im letzten November identifizierten 38 Teilnehmende aus 11 verschiedenen Ländern Datenmanagement und -nutzung als einen zentralen Aspekt der Verkehrswende. Ca. 20 Teilnehmende des Connective Cities Lernprozesses kamen in einer online Follow-Up Aktivität am 23. März 2026 erneut zusammen, um sich zum Thema „Mobilitätsdatenmanagement“ vertieft auszutauschen.In dem zweieinhalbstündigen Austausch stellten insgesamt 5 Kommunen Aspekte ihres Mobilitätsdatenmanagement als Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen vor.
“Data (or the absence) can be a reason to unnecessarily delay important decisions. Also make sure you apply the correct data for the correct application.”
Teilnehmer im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
Wer die Kapazitäten und die finanziellen Mittel hat, kann sich dem Prozess eines Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP) stellen. Die mehrjährige, teils partizipative Datenerhebung und -aufbereitung beinhaltet einen Katalog aus Sustainable Urban Mobility Indicators (SUMI) und konkrete Handlungsempfehlungen. Dr. Metin Mutlu Aydin, Assoc. Prof. Dr. an der Ondokuz Mayıs University, der die dreijährige Erstellung des SUMP in Trabzon, der östlichsten großen Hafenstadt am Schwarzen Meer der Türkei, akademisch begleitete, stellte den Teilnehmenden in seiner Keynote den Prozess und die erst kürzlich veröffentlichten Ergebnisse vor:
SUMP sind strategische Pläne, mit deren Hilfe Antworten auf die Mobilitätsbedürfnisse von Menschen und Unternehmen partizipativ und konkret formuliert werden. Dafür bedient sich das verantwortliche Expertenteam Primär- und Sekundärdaten und stützt Handlungsempfehlungen auf einen groß angelegten Beteiligungsprozess. Die Stadt Trabzon bediente sich bestehenden Statistiken, investierte aber auch in eine Vielzahl an digitalen Messmethoden, die eine automatisierte und tagesaktuelle Datensammlung ermöglichen und das Monitoring gesetzter Ziele gewährleisten. Die umfangreichsten Daten wurden partizipativ über institutionelle Treffen, Austausche mit Berufs- und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie über die Einbindung der Öffentlichkeit durch Online-Umfragen und soziale Medien erhoben. Im Fall Trabzons wurden insgesamt 95 Institutionen zur Rate gezogen. Integrierte Szenarienanalysen zeigen die Handlungsbedarfe auf: In der am Meer gelegenen Stadt mit hügeliger Topografie führen beispielsweise Tagestrips mit dem Auto schon heute zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Bis 2040 soll sich die Zahl fast verdoppeln. Daher muss die Stadt insbesondere auf den herausgestellten Hauptachsen für Alternativen sorgen.
In München werden Daten kontinuierlich erhoben und mit einem multimodalen Verkehrsmodell („M3“) ausgewertet; die Datenstrategie der Metropole München besitzt einen hohen Stellenwert. Dabei ist dem Verantwortlichen Attila Lüttmerding, Abteilungsleiter Grundlagen und Daten im Mobilitätsreferat der Stadt München, besonders wichtig zu betonen, dass Daten nicht der Daten willen erhoben werden sollen, sondern zielorientiert gearbeitet werden muss. Neben Klimaneutralität und Verkehrssicherheit soll sich in München die Nutzung der Mobilitätsformen ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie Elektroautos deutlich verbessern. Die Daten machen Erfolge deutlich sichtbar: Die „Stauhauptstadt“ verzeichnet seit einigen Jahren einen deutlichen Trend zur „Fußgängermetropole“; die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel steigt trotz steigender Autobesitze. Insbesondere im Stadtkern sind diese für viele heute eine Alternative. Um dies festzustellen, bedient sich die Stadt einiger Technologien und – pragmatisch – auch weiterhin händischen Zählungsmethoden. Die gute Datenlage macht die Münchener*innen auskunftsfähig, auch in Hinblick auf die Mobilitätsindikatoren der EU, die in kommenden Jahren für mehr internationale Vergleichbarkeit sorgen sollen.
Viktor Goebel, Projektleiter im Mobilitätsreferat der Stadt München, stellte heraus, wie Sharing Angebote bürgerfreundlicher werden können, wenn sie sich am Nutzerverhalten orientieren und eng gemonitort werden. Betreiber müssen sich an Regeln halten, die die Stadt ihnen auferlegt: In bestimmten Bereichen dürfen E-Scooter nicht abgestellt werden und es gibt auch Limits für z.B. Scooter pro Zone, damit Fuß- und Radverkehr durch das zusätzliche Mobilitätsangebot nicht gestört werden. Durch Datennutzung werden hier die Bedarfe der einzelnen Gebiete ermittelt und welche nachhaltigen Mobilitätsformen sinnvoll eingesetzt werden können. Das darstellbare hohe Interesse der Bürger*innen Münchens legitimiert so Subventionen von kommunaler Seite.
Kleine Einblicke in die Handhabung von Daten in weiteren Kommunen erlaubten Bremen, Windhoek (Namibia) und La Paz (Bolivien). Während in Bolivien Daten als Open Data gehandhabt werden und öffentliche Portale die Nutzung erleichtern, ist das digitale Ticket-System in Windhoek eine neue Quelle an wichtigen Daten, die es unter anderem ermöglicht zu ermitteln, wo Schwarzfahren ein finanzielles Risiko für Betreiber bedeutet.
In anschließenden Teilgruppen tauschten sich die Teilnehmenden vertieft aus und nahmen weitere Erkenntnisse mit:
“Companies are always asking for money, so you need to do your own research to be able to evaluate their offers”
Stimme im Rahmen einer Umfrage während der Online-Veranstaltung
In den Gruppen wurde jedoch auch sichtbar, wie unterschiedlich die Verfügbarkeit und die Ressourcen zur Datenauswertung sind und dass es wichtig ist, viele Anregungen im jeweiligen individuellen Kontext zu reflektieren.
Kommunen in Deutschland und in Nordafrika und im Nahen Osten stehen vor ähnlichen Herausforderungen angesichts des Klimawandels. Sie sind gefordert allgemeine Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz in konkrete lokale Maßnahmen umsetzen. Eine Möglichkeit ist die Entwicklung von grünen Korridoren – z.B. als begrünten Gehwegen in Stadtzentren oder als grüne Korridore im Umland und neuen Quartieren. Diese ermöglichen verbesserte Frischluftzufuhr, Aufenthaltsqualität und ein effizienteres Wassermanagement. Die grünen Korridore können zudem für Naherholung und den Hitzeschutz in Kommunen genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund bietet Connective Cities Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten die Möglichkeit im Rahmen eines einjährigen Lernprozesses konkrete Lösungsmaßnahmen für den eigenen Kontext zu entwickeln und sich gegenseitig auszutauschen.
Der strukturierte Lernprozess wird sich mit drei Schwerpunkten beschäftigen:
Grüne Korridore als Frischluftschneisen zwischen Stadt und Umland
Grüne Wege in Städten und alten Stadtzentren
Grüne Neubau- und Bestands-Quartiere
Die Methodik
Der Lernprozess verfolgt einen modularen Ansatz mit folgenden Zielen:
Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der Ausarbeitung von Lösungsmaßnahmen durch Peer-Learning und maßgeschneiderte technische Beratung, um Lösungen zu grünen Korridoren voranzubringen.
Kompetenzentwicklung der Teilnehmer, um organisatorische Veränderungen, Verbesserung von Verfahren und Methoden besser in der eigenen Kommune umsetzten zu können.
Unterstützung der teilnehmenden Kommunen bei der methodischen Vorgehensweise und der Entwicklung von finanzierbaren Lösungsmaßnahmen.
Im Rahmen des Lernprozesses werden bewährte Verfahren für grüne Korridore und klimafreundliche Stadtplanung vorgestellt. Die teilnehmenden Kommunen werden sich im Peer-Learning-Prozess mit anderen austauschen, um konkrete Lösungen für ihre individuellen Kontexte zu entwickeln. Diese Lösungen können organisatorische Veränderungen zur Verbesserung von Verfahren, Methoden und Datenverfügbarkeit bewirken als auch konkrete Umsetzung von Pilotmaßnahmen.
Unter Anwendung eines ko-kreativen Ansatzes werden die Teilnehmer in einen strukturierten kreativen Problemlösungsprozess eingebunden. Dazu gehören
die Beobachtung und das Verständnis der laufenden kommunalen Praktiken, um Herausforderungen und Lücken zu identifizieren;
die Ideenfindung und Ausarbeitung von konkreten Lösungsansätzen und
die Erprobung der Lösungen mit einer Gruppe von Interessierten, darunter Bürger und Experten, um Feedback zu erhalten.
Dauer
Der Lernprozess erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Jahr und beginnt mit einem Auftakt-Workshop im April 2026 in Ägypten. Insgesamt werden zwei deutsche und ca. 10 Kommunen aus der MENA-Region an dem Lernprozess teilnehmen.
Teilnahme und Kontakt
Gesucht werden Fachleute aus Kommunalverwaltungen in Deutschland, Nordafrika und dem Nahen Osten (Landkreisämtern, Stadtverwaltungen, kommunalen Unternehmen etc.), die ein Projekt oder eine Idee für einen Lösungsansatz für grüne Korridore in den Lernprozess einbringen können. Idealweise bewerben sich zwei Fachleute aus einer Kommune und den Veränderungsprozess nachhaltig in der Verwaltung verankern zu können. Die Teilnahmekosten (Unterbringung und Verpflegung) werden übernommen. Die Konferenzsprache ist Englisch und Französisch.
Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und der Unterstützung migrantischen Unternehmertums in ihren Kommunen übernehmen?
Die interaktive Online-Veranstaltung von Connective Cities findet am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ statt. Sie bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für kommunale Wirtschaftsförderung durch die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantisches Unternehmertum zu diskutieren.
Die Teilnehmenden profitieren von Präsentationen und Diskussionen Guter Praktiken, anhand derer sie:
effektive kommunale Strategien zur Förderung einer erfolgreichen und fairen Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte und migrantischen Unternehmertums kennenlernen,
das Bewusstsein für Problemstellungen und Chancen von Fachkräfteeinwanderung auf lokaler Ebene schärfen,
übertragbare Lösungen für unterschiedliche lokale Kontexte erleben und
darin gestärkt werden, kommunale Handlungsspielräume zu nutzen, um die lokale Wirtschaft durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum voranzubringen.
Die Veranstaltungssprache ist Englisch.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich:
Am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ) stellt die Wasserstoffwirtschaftseinheit der Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg in einer Insight Session die Hamburger Wasserstoffstrategie vor. Im Fokus steht, wie sich die Metropolregion Hamburg als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert.
Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Klimaneutralität.
Durch gezielte Investitionen, politische Koordination und internationale Partnerschaften stärkt Hamburg sein Wasserstoff-Ökosystem – von Importkorridoren über wasserstofffähige Infrastruktur bis hin zu Innovationsclustern. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit, wie internationale Kooperation, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Transformation zusammenwirken können.
Am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ stellt die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH in einer Insight Session das Heilbronner Wasserstoffmodell vor. Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz.
Im Rahmen des regionalen Transformationsprogramms ANTRIEB HNF geben die Strategien RegioStrat und H2 Transform HNF die langfristige Ausrichtung bis 2040 vor. Mit H2-Impuls werden über 100 Akteurinnen und Akteure aus 60 Institutionen vernetzt, konkrete Teilprojekte initiiert und der Austausch strukturiert begleitet.
Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten und sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen.
Internationale Community of Practice für nachhaltige Kommunalentwicklung
NEWSLETTER – AUSGABE NR. 92, Februar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
„Wasserstoff und Sauerstoff werden auf absehbare Zeiten hinaus die Energieversorgung der Erde sichern“, so prophezeite es bereits 1875 Jules Verne in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“ und nahm damit die Bedeutung der Wasserstoff-Elektrolyse und Brennstoffzellentechnologie vorweg.
Mit Technik lassen sich neue Welten erschließen. In dieser Ausgabe zeigen wir, wie KI-Visualisierungen die Neugestaltung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum unterstützen können. Außerdem zeigen wir, wie das ländlich gelegene Borgholzhausen ein neuartiges und einzigartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt hat.
Wasserstoff ist auch Thema zweier geplanter Insight Sessions, zu denen wir Sie herzlich einladen. Wir stellen das Heilbronner Wasserstoffmodell und die Hamburger Wasserstoffstrategie vor.
In der letzten Märzwoche widmen wir uns in zwei weiteren virtuellen Veranstaltungen der Frage, wie sich Fachkräfteeinwanderung auf kommunaler Ebene gestalten lässt. Und wie lassen sich im Rahmen der urbanen Mobilitätsplanung Mobilitätsdaten effektiv managen?
Darüber hinaus sind bei zwei unserer neuen, einjährigen regionalen Lernprozesse noch Plätze frei: „Naturbasierte Lösungen zur Stärkung kommunaler Resilienz” und „Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung”. Wir laden insbesondere deutsche Kommunen ein, sich zu bewerben, und haben die Bewerbungsfristen dafür noch etwas verlängert.
Gerne erschließen wir gemeinsam mit Ihnen neue Welten einer nachhaltigen und sozialen Stadtentwicklung
Ihr Connective Cities Team
RÜCKBLICK
KI-basierte Visualisierung für nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum
Am 22. Januar 2026 brachte Connective Cities Kommunen aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region zusammen. Mithilfe KI-basierter Visualisierungen entwickelten Praktiker*innen aus Städten wie Nairobi, Huye, Hebron, Berlin und Windhoek gemeinsam Zukunftsszenarien für inklusiven Wohnraum, öffentliche Räume und klimaresistente Stadtviertel. Diese basierten auf lokalen Kontexten und waren von den Prinzipien des New European Bauhaus inspiriert. Der Workshop markierte den Beginn einer neuen Phase der Connective Cities-Arbeitsgruppe für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen.
Innovatives Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum in Borgholzhausen und Halle-Künsebeck, das sich trägt.
Das ländlich gelegene Borgholzhausen hat ein neuartiges Linien-E-Carsharing für die letzte Meile vom oder zum Bahnhof entwickelt. Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen in Deutschland einzigartigen Mobilitätskonzept.
Insight Session zum Aufbau eines regionalen Ökosystems am 26. Februar 2026 von 11:00 – 12:30 Uhr MEZ
Im Fokus steht, wie sich die Region Heilbronn-Franken durch den Aufbau eines koordinierten regionalen Ökosystems strategisch im Bereich grüner Wasserstoff positioniert.
Im Einklang mit der EU-Wasserstoffstrategie und der Nationalen Wasserstoffstrategie Deutschlands trägt die Initiative zur Klimaneutralität bei – durch den Ausbau von Elektrolysekapazitäten, den Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur und die Anbindung an das nationale Wasserstoff-Kernnetz. Nutzen Sie die Gelegenheit, praxisnahe Einblicke in den Aufbau regionaler Wasserstoffstrukturen zu erhalten.
Insight Session über den Internationalen Hub für die Wasserstoffwirtschaft am 18. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr (MEZ)
In einer weiteren Insight-Session zum Thema Wasserstoff wird die Metropolregion Hamburg vorgestellt, welche sich als international führender Standort der Wasserstoffwirtschaft positioniert. Als bedeutender Hafen- und Logistikstandort übernimmt Hamburg eine strategische Rolle bei der Verknüpfung globaler Wasserstoff-Lieferketten mit der nationalen Nachfrage. Die Strategie verfolgt einen integrierten Ansatz zur Skalierung von Produktion, Import, Infrastruktur und industriellen Anwendungen. Ziel ist es, Hamburg als Tor für Wasserstoff nach Deutschland und Europa sowie als Zentrum für industriellen Wandel und nachhaltiges Wachstum zu etablieren. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!
Kommunale Wirtschaftsförderung durch Fachkräfteeinwanderung und migrantisches Unternehmertum
Insight Session über Praxisansätze aus Kommunen
am 25. März 2026 von 10:00 -12:30 Uhr MEZ (tbc)
Wie können Kommunalverwaltungen eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in ihren Kommunen übernehmen?
Diese interaktive Online-Veranstaltung bringt deutsche und internationale kommunale Fachleute zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aus praktischen Beispielen zu lernen und innovative Ansätze für die Steuerung der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte auf lokaler Ebene zu diskutieren. Weitere Informationen zu den vorgestellten Guten Praktiken folgen in Kürze. Merken Sie sich den Termin vor!
Einladung zum Lernprozess zu naturbasierten Lösungen
Zunehmende Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, Biodiversitätsverlust und Flächenversiegelung setzen urbane Infrastrukturen und Governance-Systeme zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund stellen naturbasierte Lösungen einen kosteneffizienten Ansatz mit vielfältigem Mehrwert dar, um die Klimaanpassung zu stärken und zugleich Vorteile wie Kohlenstoffbindung, Regenwassermanagement sowie Regulierung des urbanen Binnenklimas zu erzielen. Der einjährige Lernprozess bringt kommunale Praktiker*innen, Fachleute und politische Entscheidungsträger*innen in drei Präsenzworkshops sowie über eine kontinuierliche virtuelle Zusammenarbeit zusammen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 08. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Folgeaktivität im Rahmen des Lernprozesses „Nachhaltige Mobilität. Zusammenspiel zukünftiger Mobilitätsformen“
Die 2,5-stündige Online-Veranstaltung „Mobility Data Management“ ist sowohl an den Teilnehmendenkreis des Lernprozesses adressiert, als auch an alle interessierte Kommunalexpert*innen aus Deutschland und dem Globalen Süden, die sich in ihrer Kommune mit Datenmanagement für eine nachhaltige Mobilitätsplanung befassen. Die Veranstaltung ist für die letzte Märzwoche angesetzt. Das Veranstaltungsprogramm folgt in Kürze. Interessierte können sich gerne an die Projektkoordinatorin Marcella Sobisch wenden: marcella.sobisch@engagement-global.de.
Schutz kritischer Infrastruktur durch risikoinformierte Entwicklung
Teilnahmeaufruf zum Lernprozess zur Planung für urbane Resilienz in Südosteuropa / Südkaukasus
Klimabedingte Extremereignisse, technische Störungen, wachsende Abhängigkeiten zwischen Infrastruktursystemen sowie neue sicherheitspolitische Herausforderungen gefährden die Funktionsfähigkeit urbaner Räume. Der Schutz kritischer Infrastrukturen – Energie, Wasser, Verkehr, Kommunikation und Gesundheit – ist damit zu einer zentralen Aufgabe moderner kommunaler Governance geworden. Im Fokus des einjährigen Lernprozesses stehen integrierte Planung, Multi-Risiko-Governance und die Entwicklung umsetzbarer Projektansätze zum Schutz und zur Stärkung kritischer Infrastrukturen.
Verlängerung der Bewerbungsfrist: 15. März 2026. Werden Sie Teil des Prozesses!
Engagement Global gGmbH Servicestelle Kommunen in der Einen Welt Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Sibylle Loyeau Email: sibylle.loyeau@engagement-global.de
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Friedrich-Ebert-Allee 32 + 36, 53113 Bonn | Deutschland Kontakt: Ricarda Meissner Email: ricarda.meissner@giz.de
Die rund 9.300 Einwohner*innen von Borgholzhausen verteilen sich auf einer Fläche von 56 km². Ein Drittel der Bevölkerung wohnt in der Kernstadt, die anderen zwei Drittel leben in elf Siedlungen mit jeweils einigen hundert Einwohner*innen. Vom Bahnhof in Borgholzhausen gelangt man mit der NordWest-Bahn zu den benachbarten Städten Osnabrück im Nordwesten und Bielefeld im Südosten. Es gibt jedoch keinen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der die Siedlungen mit dem Bahnhof verbindet.
Vor diesem Hintergrund hat Borgholzhausen ein neuartiges Linien-E-Carsharing entwickelt, das es den Bewohner*innen der Gemeinde ermöglicht, die letzte Meile vom Bahnhof nach Hause bequem und ohne Mehrkosten zum Preis des Zugtickets zu buchen. Die Nachbargemeinde Halle-Künsebeck beteiligt sich an diesem innovativen Mobilitätskonzept.
Wer über ein gültiges ÖPNV-Ticket verfügt, kann ein Elektrofahrzeug kostenfrei auf festgelegten Linien zwischen bestimmten Haltepunkten für maximal eine halbe Stunde hinzubuchen. Zudem besteht jetzt die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu moderaten Kosten im klassischen freien Carsharing zu mieten. Die Einnahmen hieraus senken die Betriebskosten.
Diese gute Praktik beschreibt, wie dieses in Deutschland bisher einzigartige Modell entwickelt wurde, wie es sich trägt, welche Vorteile es bietet und welche Lernerfahrungen bisher gemacht wurden.
Connective Cities lädt Kommunen und kommunale Unternehmen dazu ein, Themenvorschläge für den internationalen Fachaustausch zu nachhaltiger Kommunalentwicklung einzureichen.
Connective Cities – die internationale Community of Practice für nachhaltige Kommunalentwicklung unterstützt den internationalen Fachaustausch zwischen kommunalen Akteuren. Im Rahmen einer kollegialen Beratung stärken sich kommunale Fachleute aus Deutschland und dem globalen Süden gegenseitig in Bezug auf Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung und der kommunalen Daseinsvorsorge. Dafür werden einjährige Lernprozesse zu entwicklungspolitisch relevanten Themen initiiert, die aus einer internationalen Dialogveranstaltung und anschließenden Folgeaktivitäten bestehen (z.B. Fachaustauschreisen und virtuelle Austauschformate).
Wenn Sie als Stadt, Gemeinde, Landkreis oder kommunales Unternehmen aus Deutschland daran interessiert sind, sich entwicklungspolitisch zu engagieren und eine internationale Dialogveranstaltung mit Kommunen oder kommunalen Unternehmen aus dem globalen Süden und aus Deutschland auszurichten, laden wir Sie herzlich dazu ein, einen Themenvorschlag einzureichen! Einreichungsfrist ist der 17. Februar 2026.
Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global veranstaltet als eine der Durchführungsorganisationen von Connective Cities den internationalen Fachaustausch in Deutschland gemeinsam mit den ausgewählten gastgebenden Kommunen oder kommunalen Unternehmen. Dabei übernimmt die SKEW die anfallenden Veranstaltungs- und Reisekosten für die deutschen und internationalen Teilnehmenden sowie die logistische Vorbereitung der Dialogveranstaltung.
Weitere Informationen
Mehr zu den Anforderungen für die Themenvorschläge, Arbeitsteilung bei der Planung und Durchführung der Dialogveranstaltungen, Antrag, Frist und Zeitplan:
Städte weltweit stehen vor wachsenden Herausforderungen bei der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, der Sanierung informeller Siedlungen und der Schaffung inklusiver öffentlicher und sozialer Räume. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind partizipative Planung, klare Kommunikation und Instrumente erforderlich, die raumplanerische Optionen für Bürger und Entscheidungsträger greifbar machen.
Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum” von Connective Cities bietet eine globale Peer-to-Peer-Lernplattform, die kommunale Innovationen durch den Austausch von Projektideen, Planungsansätzen und praktischen Lösungen unterstützt. Aufbauend auf früheren Austauschrunden (2024–2025) ist die Arbeitsgruppe in eine neue Phase (2026–2028) eingetreten, in der der Schwerpunkt auf Visualisierungsmethoden zur Unterstützung umgekehrter Planung (‚Reverse Planning‘) und der umsetzungsorientierten Projektvorbereitung liegt.
Bezahlbarer Wohnraum in verkehrsberuhigtem Viertel | Foto: Connective Cities
Am 22. Januar 2026 veranstaltete Connective Cities einen Online-Peer-Learning-Workshop zum Thema KI-basierte Visualisierung für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen. Städte aus Subsahara-Afrika, Europa und der MENA-Region arbeiteten praxisorientiert mit der KI-basierten Visualisierungsplattform CoPlan AI, entwickelten und verfeinerten gemeinsam visuelle Konzepte und erläuterten dabei ihre lokalen Planungskontexte, Einschränkungen und Prioritäten. Die Sitzung folgte einem Peer-Learning-Format und konzentrierte sich auf das Lernen und den Austausch, anstatt auf endgültige Designlösungen.
Teilnehmende Städte
Zu den teilnehmenden Städten gehörten Kisumu, Nairobi, Turkana County, Kitengela, Windhoek, Mariental, Huye, Rwamagana, Lusaka, Mazabuka, Mangaung (Bloemfontein), Hebron, Mwanza und Berlin.
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Ausgewählte Städte-Beispiele
Huye (Ruanda)
Modell für Huye | Foto: Connective Cites
Huye untersuchte die Aufwertung einer dicht besiedelten informellen Siedlung entlang einer Hauptstraße. Die Visualisierungen konzentrierten sich auf die Kombination einer höheren Bebauungsdichte mit Prinzipien auf Nachbarschaftsebene, die Einführung eines zentralen öffentlichen Platzes, die Integration von Solardächern und begrünten Fassaden sowie die Schaffung kleiner sozialer Infrastrukturen wie Spielplätze, Gemeinschaftsräume und lokale Geschäfte.
Weiteres Modell für Huye | Foto: Connective Cites
Berlin (Deutschland)
Berlin testete einen erschwinglichen Wohnkomplex aus Holz in einem neuen Entwicklungsgebiet mit Straßenbahnanbindung. Das Konzept umfasste eine mehrschichtige Blockbebauung, gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss, erschwinglichen Wohnraum für etwa 1.000 Bewohner in den oberen Stockwerken sowie die Integration von Fahrradinfrastruktur, begrünten Fassaden und Solarbeleuchtung.
Der Beitrag der Stadt wurde gemeinsam von Lars Löbner und Larissa Häschel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bau und Wohnen Berlin entwickelt.
Modell für Berlin | Foto: Connective Cities
Nairobi (Kenia)
Visionen für Nairobi
Nairobi konzentrierte sich auf Flachbauten entlang einer belebten Stadtstraße. Das Szenario kombinierte erschwingliche Backsteinhäuser mit Platz für lokale öffentliche und halböffentliche Verkehrsmittel, darunter Boda-Boda-Stationen. Zur Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raums und der lokalen Erreichbarkeit wurden versetzt angeordnete Gebäude, belebte Erdgeschosse, Geschäfte und begrünte Fassaden genutzt.
Fotos: Conective Cities
Hebron (Palästina)
Hebron untersuchte eine parkzentrierte Entwicklung am Stadtrand, in Kombination mit erschwinglichem Wohnraum. Der Park diente als Hauptstrukturierungselement, ergänzt durch Wohnformen, die sich an traditionellen Modellen orientierten, sowie schattige Sitzbereiche, klimagerechte Vegetation und natürliche Wege.
Modell für den Park am Stadtrand | Foto: Connective Cities
Methodisches Beispiel: Santa Cruz de la Sierra (Bolivien)
Santa Cruz de la Sierra wurde von Ruvi Suárez (GIZ Bolivien) als methodisches Beispiel vorgestellt. Basierend auf ihrer Arbeit mit einer Studentengruppe stellte sie Backcasting-Ansätze und ein Modell zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Stadtentwicklungsszenarien vor. Das Beispiel veranschaulichte, wie KI-gestützte Visualisierung mit wirkungsorientierter Planung kombiniert werden kann, um den Übergang von der Vision zur Umsetzung zu unterstützen, insbesondere im Kontext von bezahlbarem Wohnraum sowie öffentlichen und sozialen Räumen.
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Aufnahme des Online-Peer-Learning-Workshop auf der Connective Cities Plattform:
Der Workshop markierte den Beginn einer Phase intensiver Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe „Nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum“. Auf dieser Erfahrung aufbauend wird Connective Cities die Formate für den Austausch zwischen Fachkollegen weiter stärken und Visualisierungsmethoden enger mit umgekehrten Planungs- und umsetzungsorientierten Prozessen verknüpfen.
Konzept und Moderation: Jelena Karamatijević, GIZ – Connective Cities (Bonn) Regionale Koordination (SSA): Moses Munuve, GIZ – Connective Cities (Nairobi)
Modell für einen beschatteten Markt | Foto: Connective Cities