Holz ist in der Stadt Lörrach und ihrer Nähe zum Schwarzwald mehr als ausreichend verfügbar. Es entstand die Idee, auf dem Gelände der Lauffenmühle ein klimaneutrales Gewerbegebiet in Holzbauweise zu errichten. Bisher gibt es in Deutschland nur einzelne aus Holz errichtete Gewerbegebäude, aber kein Gewerbegebiet mit einem vergleichbaren Konzept. Teile der historischen Fabrikgebäude auf dem Gelände mit ihren Natursteinfassaden sollen dabei in die neue Nutzungsstruktur integriert werden.
Autor: erik
Klimapositives Bauen mit zirkulären Baustoffen
Insbesondere in Städten wächst weltweit die Nachfrage nach Wohnraum. Das macht die Bauindustrie zu einem wichtigen Sektor jeder Volkswirtschaft. Allerdings tragen die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen für das Baugewerbe erheblich zur Umweltzerstörung und zu CO2-Emissionen bei. Zudem benötigt der Bausektor viel Energie – auch „graue Energie“ genannt – sowohl bei der Produktion von Baustoffen, in der Bauphase von Gebäuden als auch während ihres Betriebs zum Heizen, Kühlen oder zur Stromnutzung. Bei der Dekarbonisierung des Bausektors können biobasierte Materialen wie Holz oder Bambus eine zentrale Rolle spielen.
Über 30 Teilnehmende aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen vom 13. bis 15.11.2023 am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf Einladung der Stadt Potsdam und der Städte-Plattform Connective Cities zusammen, um sich über die Transformation hin zu klimafreundlichem Bauen auszutauschen. Dabei stellten sie ihre Erfahrungen aus Bhutan, Deutschland, Indonesien, Nepal, Südafrika und Tansania vor und entwickelten konkrete lokale Projektideen. Sie besichtigten in Potsdam gute Praxisbeispiele wie eine in Holzkonstruktion gebaute Kita und die Baustellen eines Pavillons, der aus biobasierten und zirkulären Materialien gebaut wird.
Diese Dokumentation gibt Einblicke in die Tagungsinhalte und -ergebnisse.
Weitere Impressionen auch auf der Tagungswebseite „Klimagerechtes Bauen mit biobasierten und wiederverwertbaren Materialien“
Eredvi Municipality (Georgia) grants renewable energy solutions for IDP settlements
Eredvi Municipality, located just five kilometers from Tskhinvali, has been navigating the challenges stemming from the 2008 Russian-Georgian War, remaining under the de facto control of the breakaway Republic of South Ossetia. Despite these challenges, the local government, operating from Tbilisi, has dedicated efforts to aid internally displaced families dispersed throughout Georgia.
The Eredvi Municipality’s Good Practices center on implementing sustainable solar power projects in internally displaced persons (IDP) settlements in eastern Georgia. Through a collaborative initiative with Lithuanian companies and financing, the municipality aims to address energy needs, providing free electricity to 692 families and municipal facilities while drawing inspiration from Lithuania’s successful experience in renewable energy solutions.
Banepa bewahrt traditionelle Bauweisen unter Verwendung biobasierten Materialien
In dieser guten Praktik wird beschrieben, wie die Stadt Banepa ihr historisches Zentrum und ein Altenheim mit traditionellen Baumethoden restauriert. Biobasierte Baumaterialien wie Holz, Bambus, Ziegel und Lehm sind wesentlich nachhaltiger und erdbebensicherer als Zement oder Beton.
Learning Process: Renewable Energy Options on the Municipal Level
The Connective Cities Kick-off Dialogue Event, held from 10 to 12 October 2023, brought together municipalities from various countries to discuss and share insights on “Renewable Energy Options on the Municipal Level.” Key participating municipalities were represented from Albania, Bosnia and Herzegovina, Germany, Georgia, Moldova, Montenegro, Serbia, and Ukraine.
During the event, innovative strategies in renewable energy were showcased, with participating municipalities engaging in collaborative learning and group deliberations to delve into the nuances impacting their renewable energy endeavors. Utilizing a design thinking approach, the Dialogue Event sought to uncover and address gaps and obstacles within current municipal strategies by scrutinizing the unique circumstances of each participating city.
With a diverse attendance of over 35 individuals representing 19 municipalities across 8 countries in Southeast Europe and Germany, the event featured presentations of successful practices and projects from 9 municipalities, aimed at sparking interactive discussions among attendees. Many participants encountered similar challenges in advancing renewable energy initiatives, highlighting the necessity to bolster knowledge and expertise to progress in this area.
This event is the starting point for a learning process in which project ideas are developed over the course of approximately one year until they are ready for realisation.
This documentation shows the promising initial results.
All presentations and a photo gallery of the dialog event can be found on our Connective Cities Community: Group Topics | Connective Cities Network (connective-cities.net)
Frauen in kommunalen Führungspositionen
Im Rahmen der Aktivitäten des Netzwerks in der MENA-Region wurden am 5. Februar 2024 in einer virtuelle Insight Session die Chancen und Herausforderungen diskutiert, die sich auf Frauen in Führungspositionen in den Kommunen auswirken.
Die Gleichstellung der Geschlechter und die Einbeziehung von Frauen in Entscheidungsprozesse sind in den letzten Jahrzehnten in der MENA-Region in den Vordergrund der politischen Debatte gerückt. Die Bemühungen um die Förderung von Frauen in Führungspositionen in den Kommunen sind vielversprechend, und einige Staaten haben Maßnahmen ergriffen, um die Vertretung von Frauen zu erhöhen. Trotz dieses Fortschritts gibt es nach wie vor Probleme wie den begrenzten Zugang zu Bildung und institutionelle Hindernisse, die den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen behindern.
Dr. Manal Al-Abdallat, die Leiterin des regionalen Frauennetzwerks in der Stadtverwaltung von Groß-Amman, gab einen Überblick über die Instrumente, die zu einer stärkeren Vertretung von Frauen in der Stadtverwaltung geführt haben, einschließlich der Einrichtung von Frauen-Empowerment-Einheiten. Sie wies jedoch darauf hin, dass der begrenzte Zugang von Frauen zu finanziellen Mitteln für die Lobbyarbeit ihre Erfolgschancen im Wahlkampf einschränkt. Eine weitere Herausforderung ist das Phänomen der Nominierung eines einzigen Kandidaten für Stammesvertretungen, wodurch Frauen gegenüber männlichen Kandidaten benachteiligt werden.
Verwandte Publikation:
Municipal Observatory for Gender Mainstreaming
A guide for municipalities in the MENA region
Banepa bewahrt traditionelle Bauweisen mit biobasierten Materialien
Die historische Altstadt von Banepa in Nepal erstreckt sich entlang einer Straße über etwa 1,2 Kilometer. Die Häuser sind vielfach in keinem guten Zustand, was die Attraktivität der Stadt reduziert.
Dies gute Praktik beschreibt, wie die Stadt Banepa ihre historische Altstadt und ein Seniorenheim in traditioneller Bauweise restauriert. Biobasierte Baustoffe wie Holz, Bambus, Ziegel und Lehm sind deutlich nachhaltiger und erdbebensicherer als Zement oder Beton.
Um die Bedenken der Bevölkerung auszuräumen, saniert die Kommune zunächst ein Gebäude und zeigte damit exemplarisch auf, wie bei den anderen Häusern vorgegangen werden soll. Dabei arbeitet Sie mit der nepalischen RP-Stiftung zusammen, die über 25 Jahre Erfahrung mit der Sanierung historischer Bauten verfügt.
Diese gute Praktik wurde auf der Connective Cities Dialogveranstaltung zum Thema Klimagerechtes Bauen mit biobasierten und wiederverwertbaren Materialien in Potsdam vorgestellt.
Involvement of civil society actors on both sides is crucial
Yarinacocha is located in the Ucayali region of the Peruvian Amazon. The city of around 100,000 inhabitants is close to the regional capital Pucallpa. 26% of Yarinacocha’s population live in poverty, 3.6% in extreme poverty. A large proportion of the urban population has no access to clean drinking water. All the district’s wastewater is discharged into the Ucayali River and the Yarinacocha Lagoon untreated. This has a negative impact on the environment, health, tourism, and economic development in the region.
To meet the increasing challenges of climate protection and climate change adaptation, the Yarinacocha district administration has developed an action program in collaboration with their German Partner City Cologne. This program includes the planning and implementation of improvement measures in areas such as the provision of municipal, climate and environmentally relevant basic services, the use of renewable energies, the preservation of biodiversity and local economic development through value chains. The district administration is working on building appropriate planning and project management capacities in the administration and establishing mechanisms to increase the participation of relevant interest groups from civil society, in particular indigenous actors, and universities, in local planning and decision-making processes. To support these objectives, an expert is supporting the district administration and the climate partnership between Yarinacocha and Cologne in the framework of the program “Experts fund for Municipal Partnerships Wordwide”, which is implemented by GIZ and SKEW.
In this good practice partnership-based cooperation with indigenous communities and their organizations as well as the commitment of political decision-makers are important success factors, e.g. to set up a center for indigenous medicine in Yarinacocha or to implement projects benefitting the indigenous population in the areas of local governance, biodiversity, and autonomous indigenous energy supply.
See also (in German):
Mit indigenen Heilmethoden die medizinische Versorgung verbessern
Interview mit Marc Kapust in Yarinacocha, Fachkraft im Rahmen des Programms „Fachkräftefonds für kommunale Partnerschaften weltweit“
Kufranja – „die Stadt des Sauerstoffs“
Im Rahmen der Aktivitäten der Arbeitsgruppe „Organisation des Destinationsmanagements und Produktdesign im Tourismus“ hat die Gemeinde Kufranja in Jordanien einen Workshop über Ökotourismus und die Gestaltung touristischer Pfade veranstaltet. An dem Workshop nahmen wichtige Akteur*innen in diesem Bereich teil, darunter Vertretende des Tourismusministeriums im Gouvernement Ajloun, der Royal Society for Nature Conservation und Bookagri.com, einem Unternehmen für Agrotourismus-Erfahrungen und die Entwicklung von Reisezielen. Die Tourismusexpertin Hanane Haber gab einen Überblick über die Grundsätze der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in der Gemeinde Kufranja, die als „Stadt des Sauerstoffs“ bekannt ist.
Resilienz aufbauen: Einblicke aus dem Projektplanungsworkshop
Der Connective Cities Projektplanungsworkshop mit dem Thema „Resilienz in Kriegszeiten – Kommunaler Austausch zwischen der Ukraine und Deutschland“ fand vom 28. bis 29. November 2023 in München, Deutschland, statt. Das Treffen brachte kommunale Vertreter*innen und Fachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen – die Stärkung einer widerstandsfähigeren und nachhaltigen Zukunft für die Ukraine. Der Workshop, der nur einen Monat nach der 6. deutsch-ukrainischen Partnerschaftskonferenz in Leipzig stattfand, sollte die zentrale Rolle der Städte und Gemeinden bei der Gestaltung der Nachkriegsentwicklung des Landes unterstreichen.
Vielfältige Beteiligung und gemeinsames Lernen
Vertreter*innen verschiedener ukrainischer Kommunen wie Sambir, Sumy, Browary, Lutsk, Winnyzja, Trostyanez, Bereschany, Sbarasch, Mykolajiw, Melitopol und Nowowolynsk nahmen mit über 35 Delegierten aktiv an der Connective Cities Veranstaltung teil. Der Kosovo war durch Pristina und Gllogoc (Drenas) vertreten, Deutschland durch München und Eichenau. An der Veranstaltung nahmen auch die Stadtwerke Gersthofen und Köln (RheinEnergie) sowie Delegierte aus dem Privatsektor teil. Die gemischte Zusammensetzung sollte das gemeinsame Lernen fördern, da die Städte ihre Erfolge und Herausforderungen austauschten und die Bedeutung gemeinsamer Erfahrungen auf dem Weg zur Resilienz erkannten.
Thematische Schwerpunktbereiche
Der Workshop befasste sich mit drei wichtigen Themenbereichen:
- Regionale und lokale Wirtschaftsentwicklung
- Erneuerbare Energieoptionen auf kommunaler Ebene
- Integrierte Stadtentwicklung
Erfahrene Fachleute leiteten Diskussionen zu Themen, die von grüner Stadtentwicklung über die Optimierung von Energienetzen bis hin zur Entwicklung von Clustern reichten, und vermittelten den Teilnehmenden wertvolle Erkenntnisse für die Umsetzung in ihren jeweiligen Kommunen.
