Organisierte Ehrenamtliche und Spontanhelfende: ihre besondere Rolle im Katastrophenmanagement

Organisierte Ehrenamtliche und Spontanhelfende unterstützen bei Naturkatastrophen oder anderen Notfällen professionelle Rettungskräfte dabei, Leben zu retten und die Auswirkungen von Katastrophen zu minimieren.

Damit ihr Einsatz jedoch erfolgreich sein kann, muss das professionelle Katastrophenmanagement über geeignete Strukturen verfügen, um Freiwillige zu mobilisieren, zu schulen und vor allem um ihre Arbeit zu koordinieren. Gleichzeitig müssen auch die Grenzen und Verantwortlichkeiten der Freiwilligen klar definiert sein, um ein sicheres und erfolgreiches Zusammenwirken mit den professionellen Einsatzkräften zu gewährleisten.

Ein E-Mobility HUB in Lviv – Klima-Innovationen aus der Ukraine

Die ECCA ist eine alle zwei Jahre stattfindende Konferenz mit dem Ziel, Klimaberater*innen, Entwickler*innen von Klimadienstleistungen und politische Entscheidungsträger*innen auf transnationaler, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene zu inspirieren, wirksame Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen, insbesondere angesichts der immer häufiger auftretenden extremen Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände.

Die 6. ECCA 2023 wurde von einer europaweiten Zusammenarbeit organisiert, die von den einflussreichen Akteur*innen von JPI Climate und Klimaprojekt MAGICA geleitet und von der Europäischen Kommission unterstützt wurde. Die Konferenz wurde von Projekten einberufen, die Fördermittel aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020 der Europäischen Union erhalten haben.

Das Konferenzprogramm

Die ECCA-Konferenz fand vom 19. bis 21. Juni in Dublin, Irland, statt und umfasste die folgenden Themenbereiche:

  1. Verstärkung der Klimaschutzmaßnahmen: Unterstützung durch Klimaplattformen und -dienste.
  2. Anpassungsmaßnahmen an den Anstieg des Meeresspiegels und den Wandel der Küstengebiete.
  3. Naturbasierte Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel.
  4. Vorbereitung auf häufigere und schwerwiegendere Klimaextreme.
  5. Neuausrichtung der gesellschaftlichen Transformation durch Infragestellung zugrunde liegender Annahmen.
  6. Klimatische und soziale Widerstandsfähigkeit der zukünftigen Energieinfrastruktur und -systeme.

Wissenschaftsstadt Heidelberg: mehr Kooperation und Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen

Heidelberg ist eine historische Universitätsstadt und verfügt über ca. 200 Forschungseinrichtungen. Durch einen regelmäßigen Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wissenschaft wird das gegenseitige Verständnis gefördert, die Bedarfe der wissenschaftlichen Einrichtungen, Forschenden und Studierenden besser berücksichtigt. Die Stadt Heidelberg profitiert letztendlich selbst davon, wenn sie sich so als internationaler renommierter Wissenschaftsstandort weiterentwickelt.

Win-win: Kommunen und Wissenschaft profitieren von mehr Kooperation

Der Bericht dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse einer virtuellen Vernastaltung mit Teilnehmenden aus Deutschland, Jordanien, Kenia, Somalia, Indonesien, Tansania, Frankreich, Kongo (DRC) und der Ukraine am 28.03.2023, mit dem Ziel, die Potenziale der Zusammenarbeit zwischen Kommunen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Gastgeberinnen der Veranstaltung waren die Stadt Heidelberg in Zusammenarbeit mit Connective Cities.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und wissenschaftlichen Einrichtungen bietet beiden Seiten viel Potenzial, das bislang oft noch nicht umfassend genutzt wird. So kann die Wissenschaft Kommunen dabei unterstützten, Wege zu finden, um sich an neue Herausforderungen anzupassen – zum Beispiel an die Auswirkungen des Klimawandels. Zudem schafft sie viele hochwertige Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite sind die wissenschaftlichen Institutionen darauf angewiesen, dass die Städte, in denen sie beheimatet sind, ihnen gute Forschungs- und Arbeitsbedingungen ermöglichen und für die Mitarbeitenden ein attraktives Lebensumfeld bieten.

Lebensqualität durch Baumrigolen in Hagen

Hagen liegt am Rande des Mittelgebirges Sauerland und verfügt über eine hügelige Topografie. Mit Ruhr, Volme, Lenne und Ennepe durchziehen gleich vier Flüsse das Stadtgebiet. Dadurch sind weite Teile der Stadt besonders bei Starkregenereignissen durch Überflutung gefährdet. Im Rahmen eines Pilotprojektes werden nun speziell entwickelte innovative Baumrigolen gepflanzt. Sie sollen die Stadt sicherer, klimaresilienter und somit lebenswerter gestalten.

„Bairro Maravilha“ – wundervolle Nachbarschaften in Rio de Janeiro

Das Programm „Bairro Maravilha“, auf Deutsch „Wundervolle Nachbarschaft“, das bereits an mehr als 90 Orten in Brasiliens zweitgrößter Stadt Rio de Janeiro umgesetzt wurde, setzt Urbanisierungs- und Infrastruktursysteme für die Bevölkerung in einigen der ärmsten Viertel der Stadt. Das Programm umfasst die Asphaltierung der Straßen, die Schaffung sicherer Gehwege, die Wiederherstellung der öffentlichen Beleuchtung mit LEDs und die Einrichtung eines professionellen Kanalisations- und Entwässerungsnetzes vor, um Überschwemmungen zu vermeiden. An Orten, an denen kein Platz für eine geordnete Urbanisierung vorhanden ist, werden im Rahmen des Programms neue Wohnungen gebaut, um den städtischen Raum neu zu ordnen. Im Rahmen des Programms wurden bereits über sechs Millionen Quadratmeter im gesamten Stadtgebiet urbanisiert und die Entwässerung und die Lebensbedingungen in allen betroffenen Gebieten verbessert.

Kollegiale Beratung und Netzwerkbildung – im Fokus der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

Der OECD-Bericht „Reshaping Decentralised Development Co-operation in Germany“ wurde beim „6. OECD Roundtable on Cities and Regions for the SDGs“ am 20. April 2023 in Brüssel vorgestellt. Er bewertet die Politiken, Strategien, Programme und die Finanzierung der dezentralen Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) in Deutschland sowie die damit verbundenen Herausforderungen und gibt konkrete Empfehlungen, wie die Effektivität und die Auswirkungen von DEZA-Politiken und -Programmen erhöht werden können.

Er ist das Ergebnis eines 18-monatigen Politikdialogs mit mehr als 100 Stakeholdern aus allen Regierungsebenen in Deutschland. Die OECD hat zwei Umfragen durchgeführt: eine bei den Bundesländern und eine bei den Kommunen. Die OECD-Umfrage bei den Ländern im Zeitraum November 2021 bis Januar 2022 richtete sich an die Anlaufstellen für Entwicklungszusammenarbeit in den 16 deutschen Bundesländern. Beantwortet wurde die Umfrage von den für die Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Abteilungen der Landesministerien von 14 der 16 Länder sowie von Vertretern des Bundes (BMZ) und der Durchführungsorganisationen. Eine ähnliche Befragung wurde auf die deutschen Kommunen ausgedehnt und an die jeweiligen Verantwortlichen für die Entwicklungszusammenarbeit vor Ort gerichtet. Diese zweite Umfrage wurde zwischen April und Juni 2022 durchgeführt.

Seit den 1950er Jahren hat die DEZA innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Vergleich zu anderen Mitgliedern des Entwicklungshilfeausschusses der OECD leisten die deutschen Kommunen und Regionen in absoluten Zahlen mit Abstand die höchste öffentliche Entwicklungshilfe (ODA), insgesamt ca. 1.538 Millionen Euro in 2020 gefolgt von Spanien mit 369 Millionen Euro. Die meisten Länder und Kommunen konzentrieren sich in ihrer Entwicklungszusammenarbeit auf technische Zusammenarbeit, Beratungsdienste und kollegiale Beratung sowie Netzwerkarbeit, vor allem in den Politikbereichen Bildung, Umwelt und Gesundheit.

Ergebnisse auf kommunaler Ebene

Auf kommunaler Ebene sind der Aufbau und die Förderung von Netzwerken und kollegialer Beratung die beiden am häufigsten genutzten Arten der technischen Unterstützung bei kommunalen DEZA-Aktivitäten. Rund 75 % der Kommunen, die auf die OECD-Umfrage geantwortet haben, haben sich 2018, 2020 oder in beiden Jahren mit dem Aufbau und der Förderung von Netzwerken beschäftigt. Kollegiale Beratung ist die zweitwichtigste Art der technischen Unterstützung für DEZA-Projekte von Kommunen. Rund zwei Drittel der Kommunen nutzten kollegiale Beratung in ihren DEZA-Programmen. Runde Tische und Plattformen, die Akteure aus verschiedenen Sektoren zusammenbringen, sind Instrumente, die von den Kommunen genutzt werden und die Kommunikation und den Wissensaustausch verbessern können, insbesondere in Krisen und Notfällen.

In diesem Kontext wurde die Zusammenarbeit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) explizit erwähnt: „Es gibt verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der GIZ in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören SKEW-Projekte mit GIZ-Büros in bestimmten Partnerländern wie in der Maghreb-Region, der Ukraine, im Westjordanland und Gazastreifen sowie Projekte wie das Programm „Connective Cities“, das den weltweiten Austausch von kommunalem Fachwissen fördert und den auf die Bedürfnisse von Kommunen ausgerichteten Lern- und Fachaustausch zwischen deutschen und internationalen städtischen Praktikern unterstützt.“

Der Technologie- und Know-how-Transfer spielte eine ähnlich wichtige Rolle wie die kollegiale Beratung: Rund 60 % der Kommunen nutzten ihn als Teil ihrer DEZA-Aktivitäten im Jahr 2018 und/oder 2020. Andere relevante Arten der technischen Unterstützung, die für die DEZA-Aktivitäten der Kommunen wichtig sind, sind insbesondere die berufliche Bildung, Beratungsdienste, Organisationsentwicklung und Veränderungsmanagement.

Weitere wichtige Politikbereiche für deutsche Kommunen sind Governance und Demokratie. Nahezu 30 % waren in den letzten fünf Jahren in den Bereichen lokale Verwaltung, Demokratie und Dezentralisierung aktiv. Rund 27 % haben sich bei ihren Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sowohl 2018 als auch 2020 auf die soziale Eingliederung konzentriert. Weitere relevante Bereiche der an der Umfrage teilnehmenden Kommunen sind Stadtentwicklung (20 %), Gesundheit seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie (22 % aktive Kommunen im Rahmen der DEZA), sowie wirtschaftliche Entwicklung, Wasser, Gender und Kultur. Generell sei es wichtig, ein gemeinsames Verständnis des Ziels eines DEZA-Projekts zu finden, um eine Diskrepanz bei den Prioritäten zu vermeiden.

Kritik und Empfehlungen

Der Bericht sieht aber auch Schwächen im deutschen DEZA-System: Die meisten Länder würden ihre Politik zwar mit der Bundesregierung über das Bund-Länder Programm abstimmen. Es gäbe aber kaum eine Politikkoordinierung zwischen den Ländern und den Kommunen. Dies könne zu verstreuten Kleinprojekten, ungenutztem Synergiepotenzial in den Partnerländern und Doppelarbeit führen. Zudem sei die DEZA insbesondere auf Länderebene noch ausbaufähig.

Weiterhin gäbe es keine einheitliche Definition der dezentralen Entwicklungszusammenarbeit und keine ausreichenden Datenlage für ein Wirkungsmonitoring. Entsprechende Wirkungsnachweise könnten die Attraktivität der DEZA insgesamt erhöhen. Mit bürokratischen Hürden einhergehende, oft auf ein Haushaltsjahr beschränkte, finanzielle Unterstützungsleistungen war ein weiterer Kritikpunkt.

Die daraus resultierenden Politikempfehlungen sind daher kurzgefasst:

  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bundesländern und Kommunen bei der DEZA.
  • Stärkung der DEZA auf der Ebene der Länder durch Förderung einer direkteren Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Regierungen in den Partnerländern.
  • Klärung der Definition und der Grenzen von DEZA in Deutschland, um Maßnahmen zu fördern und bestehende DEZA-Leitlinien zu stärken.
  • Verstärkte Förderung des politischen Dialogs über die Ergebnisse und den gegenseitigen Nutzen von grenzüberschreitenden DEZA-Projekten für Länder, Kommunen und Durchführungsorganisationen.
  • Schaffung eines flexibleren Rahmens zur Ausweitung der Kofinanzierung von DEZA-Projekten und zur Bewältigung des Problems der einjährigen Finanzierungsvereinbarungen.
  • Vereinfachung des bürokratischen Aufwands und der Antragsverfahren für Förderprogramme sowie Stärkung der Kapazitäten des Personals zur Steuerung der Entwicklungshilfe auf kommunaler Ebene.
  • Entwicklung eines harmonisierten Konzepts für das Monitoring und die Evaluierung von DEZA-Ergebnissen in allen Ländern und Kommunen.

Trotz aller Kritik im Einzelnen wird die Wirksamkeit der DEZA jedoch nicht in Frage gestellt, sondern im Gegenteil ihr Potential für die Umsetzung der Agenda 2030 hervorgehoben und ein weiterer Ausbau empfohlen.

Zur Studie: OECD: Reshaping Decentralised Development Co-operation in Germany

Der Lernprozess zum Hochwassermanagement für eine risikoinformierte Stadtentwicklung hat begonnen

Der Lernprozess von Connective Cities zum Thema “Flood Management for Risk-Informed Urban Development” ist mit großem Erfolg angelaufen. Vom 18. bis 20. April 2023 kamen kommunale Fachleute aus 16 Städten und Gemeinden in Windhoek, Namibia, zu einer Auftaktveranstaltung zusammen, um ihr Verständnis von Hochwassermanagement zu verbessern und eine widerstandsfähige Stadtentwicklung zu fördern.

Die gemeinsam von Connective Cities, der Global Initiative for Disaster Risk Management (GIDRM), dem Deutschen Städtetag und Engagement Global organisierte Veranstaltung bildete den Auftakt zu einem intensiven Fachaustausch. Lassen Sie uns die Höhepunkte dieser Veranstaltung näher beleuchten.

Förderung einer resilienten Stadtentwicklung

Die Eröffnungsrede hielt Frau Judith Middleton vom GIZ-Projekt „Inclusive and Sustainable Urban Development“ in Vertretung des GIZ-Landesdirektors Herrn Dr. Thomas Kirsch. Die gastgebende Stadt Windhoek, vertreten durch die stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Magdalena Lombard, wies darauf hin, dass Mainstreaming von Katastrophenrisikomanagement bedeutet, Katastrophenrisiken zu verstehen und als Teil von Entscheidungsprozessen in allen Sektoren zu berücksichtigen, um Entwicklungsfortschritte zu schützen, Verluste zu reduzieren und Wachstum zu fördern. Frau Hellen Likando von der Direktion für Katastrophenrisikomanagement im Büro des Premierministers betonte, dass sich die namibische Regierung im Einklang mit dem globalen Sendai-Rahmenwerk für die Verringerung des Katastrophenrisikos (2015-2030) auf die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen  fokussiert. Sie ermutigte die Teilnehmenden, die Veranstaltung zu nutzen, um zu lernen, bewährte Praktiken zu nutzen und innovative Ideen zu entwickeln, die langfristige Lösungen für das Hochwasserrisikomanagement in ihren jeweiligen Gemeinden für risikobasierte Stadtentwicklungsinitiativen bieten können.

Dream City Festival in Tunis

Das Dream City Festival findet in der Medina und im Stadtzentrum von Tunis statt und bringt Künstler*innen aus Tunesien, der MENA-Region, Afrika und Europa zusammen. Die Veranstaltung schafft einen einzigartigen Schmelztiegel von Kunstwerken und Visionen für die städtische Zukunft. Im Laufe der Zeit wurde das Festival zu einem wichtigen Teil des kulturellen Lebens in Tunis und zu einem interessanten Element der Stadtentwicklung.

Water Sensitive Urban Planning in times of Climate Change

Heavy rain and storm water events such as those in the Ahr Valley in Germany in 2021, or in Pakistan, Australia and South Africa in 2022, cause streams to swell to raging torrents, flood roads, destroy houses and bridges and lead to loss of life as well as damage worth billions. They occur suddenly and can only be predicted in the short term. According to a study supported by the World Bank, flood risk already affects 1.81 billion people, more than 20% of the global population, most of them in poor and middle income countries.

In consequence, local governments and municipal leaders, planners and service providers look for more integrated and inclusive solutions to avoid human, environmental and financial losses related to flood.

This Peer Learning Note (PLN) documents the practices and discussions shared between cities and partners during the Connective Cities Dialogue Event “The Role of Rain and Storm Water Management in Water Sensitive Urban Planning”, which took place from December 6-8, 2022 in Cologne, Germany.