Das Connective Cities Lab 2021 – Daten und Fakten

Kommunen auf der ganzen Welt sind von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Daher organisierte Connective Cities eine Reihe virtueller Formate, um Maßnahmen, Herausforderungen und Lösungen zur Bewältigung der Pandemie und zur Unterstützung der kommunalen Erholung zu diskutieren und zu entwickeln.

Das Connective Cities Lab – ein Online-Programm für städtische Fachleute und kommunale Expertinnen und Experten – hat einen internationalen Austausch zwischen 85 Kommunen aus 57 verschiedenen Ländern weltweit geschaffen, um die Entwicklung von Lösungen und Prototypen für lokale Herausforderungen zu unterstützen. 

Mit insgesamt 72 Programmstunden wurden im Rahmen des Connective Cities Lab die folgenden Komponenten umgesetzt und Ergebnisse erzielt.

Connective Cities Lab Nov 10th – 30th 2021

The Connective Cities Lab – an online programme for urban practitioners and municipal experts – created an international exchange between 85 municipalities from 57 different countries worldwide.

The “Connective Cities Lab” was designed as a complementary digital format to promote the international exchange between urban practitioners, tech enthusiasts and municipal stakeholders, that aimed to inspire the development of solutions for municipal recovery from the pandemic and to prepare participants to transfer their ideas into fundable projects.

Instead of exchange formats for sharing expertise and Good Practices, the CCLab 2021 focussed on in-depth formats – including the strengthening of existing capacities and facilitating a creative collaboration between Connective Cities Community members and global networks of innovators and data scientists.

The Capacity Strengthening Capsules were organized as preparation and knowledge base for further discussions. A total of nine challenges were initially formulated, further elaborated in a 3-day Design Thinking process and summarised in project outlines. An additional workshop provided insights on requirements in municipal funding proposals. Six of the nine digital challenges were tackled by interdisciplinary teams in a global virtual 48-hour hackathon and evaluated by a jury of experts.

The concept and results are documented in this report.

Krisenmanagement in palästinensischen Kommunen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Bildung

Die COVID-19-Pandemie hat den öffentlichen Sektor weltweit vor einzigartige Herausforderungen gestellt. Insbesondere die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie. Zunehmend entwickeln die Kommunen auch lokale Strategien für den Wiederaufbau und konzipieren Maßnahmen für die Zeit nach der Pandemie. 

Aufgrund der ständigen Notsituation in den Palästinensischen Gebieten und der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie wird der Krisenmanagementplanung insbesondere auf kommunaler Ebene hohe Priorität eingeräumt. Aus diesem Grund haben sich im Rahmen des Programms „Connective Cities“ 10 Palästinensische Gemeinden:

  • Tullkaram, 
  • Salfit,
  • Toubas,
  • Al Beera, 
  • Beitunia,
  • Jericho  
  • Halhoul,
  • Beit Jala, 
  • Bani Naim,
  • und Dura

in drei Arbeitsgruppen zusammengefunden, um Lösungen für ihre gemeinsamen Herausforderungen beim Krisenmanagement zu erarbeiten: 

Arbeitsgruppe 1: Krisenmanagement im Bildungssektor 

                Gemeinden: Tullkaram, Salfit, Toubas, Beit Jala

Arbeitsgruppe 2: Krisenmanagement im Gesundheitssektor

                Gemeinden: Bani Naim, Halhul, AlDura

Arbeitsgruppe 3: Krisenmanagement im Bereich der lokalen Wirtschaft

                Gemeinden: ElBeera, Bitunia, Jericho

Die Arbeitsgruppen arbeiteten in den vergangenen drei Monaten mit Unterstützung nationaler Expertinnen und Experten an der Entwicklung verschiedener Prototypen und Projektideen sowie am Austausch bewährter Praktiken im Bereich des Krisenmanagements in den verschiedenen Sektoren. Die Bemühungen der Arbeitsgruppen führten zu den folgenden Produkten:

Die Arbeitsgruppe, die sich auf den Bildungssektor konzentrierte, entwickelte einen Prototyp, der ein Modell für die Organisationsstruktur einer Notfallmanagement-Zelle auf kommunaler Ebene mit klaren Mandaten und Rollen für die verschiedenen beteiligten Einheiten in den Kommunen bietet. Der Prototyp enthält praktische Leitlinien für die Strukturierung einer Notfallmanagementzelle in Krisenzeiten mit den bestehenden Einheiten der Gemeinden und für die Einbeziehung verschiedener Akteure in die Zelle. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe eine Projektidee entworfen, die auf die Entwicklung eines Notfallfonds abzielt. Der Fonds soll als Teil der von der Gemeinde erhobenen Bildungssteuer institutionalisiert werden und Bildungsmaßnahmen und Unterstützung für Schulen abdecken. Die Mitglieder des Fonds sollen sich aus verschiedenen Gemeindevertretern zusammensetzen. Die Gemeinden der Arbeitsgruppe haben diese Idee gemeinsam entwickelt und ausgearbeitet.

Die zweite Arbeitsgruppe, die sich auf den Gesundheitssektor konzentrierte, erarbeitete einen Entwurf für die Einbeziehung des Krisenmanagements in die strategische Planung der Gemeinden. Die Arbeitsgruppe entwickelt derzeit ein zusätzliches Kapitel für ein Handbuch zur kommunalen Strategieplanung, das sich auf praktische Leitlinien für das Krisenmanagement konzentriert. Darüber hinaus entwarfen die Gemeinden gemeinsam eine Projektidee, die auf die Einrichtung eines Krisenmanagementfonds abzielt, der den Gemeinden zur Unterstützung des Systems in Krisensituationen zur Verfügung gestellt wird.

Das Krisenmanagement im Bereich der lokalen Wirtschaft wurde von der dritten Arbeitsgruppe behandelt. Diese Gruppe hat ebenfalls an einem Prototyp gearbeitet, der in einer Organisationsmatrix für die Krisenmanagementplanung in den verschiedenen Einheiten der Kommunalverwaltungen mündete. Die Matrix schlägt spezifische Maßnahmen vor, die von jeder Einheit in der Kommune während der drei Phasen des Krisenmanagements – vor, während und nach der Krise – zu ergreifen sind. Als Projektidee konzentrierte sich die Gruppe auf die Stärkung der Rolle und der Fähigkeiten der lokalen Wirtschaftsentwicklungseinheit (LED) im kommunalen Krisenmanagement, um in der Krise zu helfen. Der Prozess umfasst die Durchführung einer Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Schäden und die Sammlung und Analyse von wirtschaftlichen Schlüsseldaten während einer Krise.

Die Connective Cities Arbeitsgruppen wurden in Zusammenarbeit mit der Regierung der Palästinensischen Gebiete und dem Verband der palästinensischen Kommunalbehörden APLA durchgeführt und von diesen gebilligt. Die Gemeinden und APLA sind daran interessiert, innovative Ansätze in Zusammenarbeit mit Connective Cities weiter auszubauen.

Alle Daten (Aufzeichnungen von Workshops) der verschiedenen Arbeitsgruppen wurden auf unserer Connective Cities Community veröffentlicht und können von registrierten Mitgliedern eingesehen werden. Für weitere Einblicke in die Entwicklungen der Arbeitsgruppen schauen Sie unseren YouTube-Film an und besuchen Sie bitte unseren YouTube Kanal!

Ein grüner Infrastrukturplan für Mexiko City

In Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung, Wissenschaft und Stadtgesellschaft hat das Sekretariat für Umwelt und natürliche Ressourcen der Stadt Mexiko einen umfassenden Masterplan für die Entwicklung grüner Infrastruktur in Mexiko City entwickelt. Mit dem Masterplan sollen grüne urbane Räume wie Parks und Gärten bis zu größeren Naturschutzgebieten erhalten und neu geschaffen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Renaturierung städtischer Flüsse. Dabei verdeutlicht die Pandemie auch in einer der größten Städte der Welt, wie wichtig der Zugang zu öffentlichem Grün für die Bewohnerinnen und Bewohner ist. Dieses Praxisbeispiel aus Mexiko zeigt dabei, wie der Gestaltungsprozess eines Masterplans unter Einbeziehung diverser Bevölkerungsgruppen inklusiv und dynamisch gelingen kann.

Sehen Sie sich das Video auf YouTube an:

https://youtu.be/5mstcHadvho

Unturning the Stones

Die virtuelle Dialogveranstaltung „Unturning the stones – Exploring Climate Finance for Asian Cities“ fand vom 28. bis 30. September 2021 auf der Connective Cities Plattform statt. Gastgeber waren Connective Cities und TURBOCLIC (Transformation – Urban Opportunities – Climate Change), eine Initiative der GIZ-Sektornetzwerke TUEWAS (Transport Environment Energy and Water in Asia) und SNGA (Sector network Governance Asia).

Die aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden aus 25 städtischen Praktikerinnen und Praktikern sowie Expertinnen und Experten aus 6 Ländern (Nepal, Indonesien, Indien, Bangladesch, Philippinen und Deutschland), die in den Bereichen Finanzierung, öffentliche Dienstleistungen / Infrastruktur, Ökologisierung und Planung tätig sind. Sie alle arbeiten an vorderster Front, um Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in ihren Städten voran zu treiben. Dabei ist es unerlässlich innovative und effiziente Finanzierungsansätze zu entwickeln, um veraltete und ineffiziente Prozesse mit klimafreundlicheren und nachhaltigen Lösungen ersetzt werden können, damit die Städte klimaresistenter weiterentwickelt werden.

Gemeindeentwicklungsplanung für das Gebiet Tareq B in der Großraumverwaltung von Amman, Jordanien

Während der dreitägigen Dialogveranstaltung „Nachhaltiges und resilientes, regionales und interkommunales Landmanagement“ vom 18. bis 20. November 2020 war unter anderem die Projektidee entstanden, die Stadtverwaltung des Großraums Amman, Jordanien, bei der Erstellung eines Flächennutzungsplanungs einer noch weitgehend unbebauten Fläche im Nordosten Ammans zu unterstützen. Nachdem das Gebiet zwischenzeitlich genauer analysiert wurde, wurde nun am 10. November 2021 ein virtueller Fachaustausch zwischen jordanischen und deutschen Expertinnen und Experten initiiert.

Auf jordanischer Seite nahmen 17 Fachleute – Architekten, Stadtplanerinnen und GIS-Experten an der virtuellen Beratung teil; darunter die Leitungskräfte der lokalen Planungsabteilung, der Planungsabteilung der Großraumverwaltung von Amman, der Abteilung für Raumordnung und der Abteilung für städtische Studien. Auf deutscher Seite waren Gerhard Gross, ehemaliger Projektleiter im Fachbereich Stadtentwicklungsplanung im Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München, und Rainer Müller-Jökel, Leiter des Stadtvermessungsamtes der Stadt Frankfurt am Main, hinzugeschaltet.

Entwicklung von bankfähigen Projektvorschlägen für nachhaltige städtische Energieplanung in Südosteuropa

Fast 50 Personen aus etwa 10 Gemeinden und 5 Ländern der Region SEE sowie aus der EU und MENA kamen während des Planungsworkshops zusammen, um den Prozess ihrer Projektentwicklung voranzutreiben.

Der Planungsworkshop, der vom 2. bis 4. November 2021 stattfand, stellte eine Fortsetzung des Lernprozesses dar, der mit der Dialogveranstaltung im Mai 2021 begonnen hatte.

Aufgrund der laufenden COVID-19-Situation war es nicht möglich, sich persönlich zu treffen. Deshalb wurde der Workshop als Online-Konsultationsveranstaltung geplant. Anstatt an einen einzigen Ort zu reisen, arbeiteten die Teams individuell an vordefinierten „Hausaufgaben“, die später während des ersten und letzten Tages des Workshops abgearbeitet wurden. Das Team von Connective Cities überwachte mit Hilfe von Mentoren, die den Prozess anleiteten, den Prozess der Fertigstellung der Projektskizzen. Ziel des Workshops war es, die Kommunen bei der Feinabstimmung ihrer Projektideen zu unterstützen und sie zu aussichtsreichen Projektvorschlägen weiterzuentwickeln.

Das Konzept und der Inhalt des Planungsworkshops wurden auf der Grundlage der Methodik von Connective Cities und der Ergebnisse der vor dem Workshop durchgeführten Interviews mit den jeweiligen Kommunen ausgearbeitet.

Einladung: Gute Praktiken zur kommunalen grünen Erneuerung und die Bedeutung der erneuerbaren Energien

Ziel der Veranstaltung ist es, die von den Städten angewandten Mechanismen zur Krisenbewältigung zu untersuchen und zu ergründen, wie sie sich einen grünen Aufschwung vorstellen, insbesondere auf der Grundlage der Nutzung erneuerbarer Energien.

Die Pandemie stellte die Robustheit und das Verantwortungsbewusstsein fast aller kommunalen Dienste auf die Probe, vom Verkehr über die Abfallwirtschaft bis hin zur Freizeitgestaltung und Lebensmittelversorgung. Pandemiebedingte Maßnahmen führten zu neuen Verhaltensmustern, von denen viele für die städtische Wirtschaft sehr belastend waren. Andere hingegen – wie das gestiegene Umweltbewusstsein – veranlassten sowohl die Verantwortlichen in den Städten als auch die Bürger dazu, den Status quo in Bezug auf Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit zu überdenken und betonten insgesamt, wie wichtig es ist, frühere Verpflichtungen für eine ökologische Erneuerung zu beschleunigen und nach noch mehr zu streben.

Konferenzsprache ist Englisch.

Datum und Zeit: 13. Dezember, 12:00 – 14:30 Uhr MEZ

Weitere Informationen  – Agenda und Registrierung – auf der Connective Ctites Community Plattform.

Wenn Sie weitere Fragen zur Veranstaltung haben, wenden Sie sich bitte an:
Koordinator des regionalen Netzwerks Südosteuropa: Irakli Samkharadze (irakli.samkharadze@giz.de)

Nachhaltige, fundierte und partizipative Flächennutzungsplanung in schnell wachsenden Städten in Subsahara -Afrika

Connective Cities Subsahara-Afrika organisierte eine dreiteilige Workshop-Reihe zum Thema „Nachhaltiges, informiertes und partizipatives Landmanagement und Flächennutzungsplanung in schnell wachsenden Städten“ als Folgemaßnahme zu der im Mai durchgeführten  Dialogveranstaltung. Ziel der Reihe war es, die Städte dabei zu unterstützen, ihre Projekte besser zu verstehen, eine Gelegenheit zur Überprüfung durch deutsche Experten zu bieten, das Schreiben von Anträgen zu trainieren und finanzielle Beratung anzubieten.

 Der konzeptionelle Ansatz basierte auf: 

  • der Analyse des Status quo des Prozesses und der einzelnen Projekte 
  • der Einbindung aller Akteure der jeweiligen Projekte 
  • Mitgestaltung von Lösungen durch interaktives Lernen 
  • Nutzung der Fähigkeiten innerhalb der Gruppe der Projekteigner mit Unterstützung durch Expertenrat 
  • ergebnisorientiert, um das Hauptziel zu erreichen, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, ihre jeweiligen Vorschläge fertig zu stellen 

Vier Gemeinden aus Kamerun, Südafrika und Sambia stellten ihre Projektideen und die darin enthaltenen Herausforderungen vor. Diese Projektideen sind:

  1. Entwicklung sozioökonomischer Initiativen, die den Schutz und die Bewirtschaftung der biologischen Vielfalt ergänzen und die kulturellen Ressourcen und das kulturelle Erbe in der Gemeinde eThekwini, Südafrika, aufwerten sollen
  2. Adams-R603 Siedlungsplan- eThekwini, Südafrika
  3. Integriertes Landmanagementsystem für die Stadtverwaltung von Livingstone, Sambia
  4. Erschließung der Ufer des Baleng-Sees mit Ruhe- und Erholungsgebieten in der Gemeinde Bafoussam II, Kamerun

Kommunales Abfallmanagement in Zeiten von Covid-19

Die Covid-19-Pandemie hat im kommunalen Abfallmanagement weltweit deutliche Spuren hinterlassen. Während der Lockdowns sind die Müllmengen der Privathaushalte gestiegen, die gewerblichen Abfälle sind zurückgegangen. Bei der Sammlung und dem Sortieren von Abfällen – eine Dienstleistung, die trotz erschwerter Pandemiebedingungen überall weiter funktionieren muss – sind strenge Hygienemaßnahmen erforderlich und viele kommunale Abfallunternehmen waren nicht auf eine digitale Arbeitsweise vorbereitet und sind teilweise auch finanziell unter Druck geraten. Langfristig zeigt die Pandemie auf, dass ein Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft als nachhaltiges Konzept unabdingbar ist.

Diese und andere Themen standen auf der Agenda des Connective Cities Response Dialogs zum kommunalen Abfallmanagement in Zeiten von Covid-19. Über 20 Teilnehmende aus sieben Ländern tauschten sich am 9. und 11. November virtuell über ihre Erfahrungen aus und berieten sich gegenseitig, wie die aktuellen Herausforderungen im kommunalen Abfallmanagement am besten zu lösen sind und wie Lernerfahrungen aus der Krise auch langfristig in den Betriebsablauf übernommen werden können.